Die Pharmaindustrie als bedeutender Wirtschaftsmotor

Die wirtschaftliche Entwicklung war 2019 durch den Trend geprägt, dass die Investitionen der vergangenen Jahre in die Produktion sowohl innovativer als auch jener Produkte, auf deren Wirkstoffe die Patente abgelaufen sind, positive Wirkung gezeigt haben. Der Export konnte um rund ein Fünftel gesteigert werden. Insgesamt ergibt sich eine Steigerung von über 4 Prozent beim Wert der abgesetzten Produktion. Bei den pharmazeutischen Grundstoffen fiel das Wachstum mit über 6,2 Prozent sehr solide aus. Im Inland ist der durch die Sozialversicherungen ausgeübte Preisdruck unverändert hoch, weshalb der Export der bei Weitem zugkräftigere Konjunkturmotor war.

Struktur

Die Situation der Pharmafirmen in Österreich ist geprägt von einer kleinbetrieblichen Struktur. Fast die Hälfte aller österreichischen Pharmafirmen haben weniger als 10 Mitarbeiter. Knapp über 40 % der Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitern. Nur rd. 10 % der Pharmafirmen sind Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. In Österreich sind insgesamt rund 15.000 Mitarbeiter bei Pharmaunternehmen beschäftigt.

Arzneimittelmarkt

Die Kosten für Arzneimittel betragen rd. 12,6 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Österreich. Gemessen an den Umsatzerlösen liegen die F+E Ausgaben für Arzneimittel und Biotechnologie bei rd. 14,9 %, das bedeutet, dass die Pharmaindustrie z.B. dreimal so viel Ausgaben für F+E wie der gesamte Elektronikbereich investiert.

Die Entwicklung der Medikamentenpreise in Österreich ist stark degressiv. Eine Packung, die vor zehn Jahren noch € 10,00 gekostet hat, kostet heute nur mehr € 8,40. Das Erstattungssystem für Arzneimittel in Österreich hat seit 2006 149 Innovationen und 308 Generika zur Aufnahme in den Erstattungskodex zugelassen.

Die österreichischen Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben auf Basis des Fabriksabgabepreises liegen deutlich, nämlich ca. 18,6%, unter dem Mittelwert der EU 15.

Wertschöpfungsanalyse unterstreicht Bedeutung der Life Sciences

Einen wichtigen Bestandteil der Strategie bildet eine vom Fachverband mitbeauftragte Wertschöpfungsanalyse der Donau Uni Krems. Diese zeigt die hohen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der gesamten Life Science Branche in Österreich: Rund 20.000 Mitarbeiter sind direkt in Pharmaunternehmen (Produktion und Handelsniederlassungen) beschäftigt. Wenn man auch noch indirekt Beschäftigte miteinbezieht, können sogar rund 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zugerechnet werden. Die direkte Wertschöpfung beträgt 4,8 Mrd. Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich ein Betrag von 9,7 Mrd. Euro. Damit leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag von rund 2,8% des gesamten BIP in Österreich.