Presse

Müssen wir den Patentschutz schützen?

09.05.2022 | Die Diskussion über die Aufhebung des Patentschutzes auf COVID-19-Impfstoffe erhitzt seit Monaten die Gemüter.

Was für die einen ein Akt der Solidarität mit ärmeren Ländern ist, bedeutet für andere den Anfang vom Ende geistigen Eigentums. Doch worüber genau wird gestritten? Wie ist der Patentschutz geregelt? Wie würde eine teilweise Aufhebung rechtlich aussehen? Und welche Konsequenzen hätte sie für die Branche und die Versorgung der Patienten und Patientinnen in Österreich bzw. Europa? Diese Fragen diskutiert Moderatorin Martina Rupp in der elften Episode von Am Mikro|skop mit Dr. Maria Krenn, Stellvertreterin des Vorstandes des Österreichischen Patentamts und Leiterin der Geschäftsstelle Biopatent-Monitoring-Komitee und Dr. Angela Siegling, austria wirtschaftsservice, Innovationsschutz/IP Management.

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Zukunftshoffnung oder Auslaufmodell? Österreich als Standort für medizinische Top-Forschung

06.04.2022 | Österreich bringt seit Jahrhunderten exzellente Köpfe im Bereich Medizin und medizinisch-pharmazeutischer Forschung hervor.

Schon im Mittelalter war die medizinische Fakultät der Universität Wien eine weithin anerkannte Instanz für Gesundheitsfragen. Im 20. Jahrhundert gab es vier österreichische Medizin-Nobelpreisträger. Und auch heute findet wichtige Forschung bei uns statt, etwa im Bereich der Onkologie. Zuletzt mehrten sich aber die Anzeichen für einen Brain-Drain. Spitzen-Forscher und Forscherinnen gehen ins Ausland. Manche sehen schön Österreichs Ruf als Standort für Top-Forschung in Gefahr.

Doch wie sieht die Situation tatsächlich aus? Welche Rahmenbedingungen brauchen wir, um auch künftig Top-Forscher und Forscherinnen in Österreich zu halten und anzuziehen? Wie ist die Aus- und Weiterbildung darauf ausgerichtet?

Diese Fragen diskutiert Moderatorin Martina Rupp in der zehnten Episode von Am Mikro|skop mit Caroline Schober, Vizerektorin für Forschung & Internationales an der Medizinischen Universität Graz, und Georg Schneider, Managing Director des IST Austria.

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Großprojekt von Boehringer Ingelheim wichtiges Signal für Pharmastandort

01.04.2022 | Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt die heute veröffentlichten Pläne von Boehringer Ingelheim, im niederösterreichischen Bruck an der Leitha einen neuen Standort zu errichten.

Mit einer Investition von 1,2 Milliarden Euro wird eine Produktionsanlage für die Herstellung von biopharmazeutischen Arzneimitteln aufgebaut und 800 neue Arbeitsplätze geschaffen. „Es ist ein wichtiges Signal für den Pharmastandort, dass sich Boehringer-Ingelheim erneut für Österreich entschieden hat. Die Investition wird die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten mit pharmazeutischen Produkten verbessern und führt gleichzeitig zu vielen neuen hochwertigen Jobs. Dadurch wird die lokale Wirtschaft gestärkt“, begrüßt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, die Pläne des Pharmaunternehmens. Mit der neuen Anlage wird der Wachstumsbereich der biologischen Arzneimittel in Österreich stark ausgebaut. Damit werden weltweit Patienten die modernsten Arzneimittel etwa für onkologische Therapien zur Verfügung gestellt.

So erfreulich die Entscheidung für den Standort Österreich ist, darf dennoch nicht vergessen werden, dass, die gesamte Pharmabranche vor großen Herausforderungen steht. „Wenn wir weiterhin Investitionen der Pharmaindustrie und deren positive Auswirkungen in Österreich haben wollen, müssen wir ein freundlicheres Umfeld für die Branche schaffen“, appelliert Hofinger. Insbesondere bei Erstattungsfragen sollte Österreich, als eines der wohlhabendsten Länder in der EU, nicht an Arzneimittelpreisen von Ländern orientieren, deren Wirtschaftsleistung nicht einmal halb so groß ist. Außerdem braucht es Verbesserungen bei der Nutzung anonymisierter Patientendaten für die Forschung, mehr Anreize für klinische Studien, ein rascher Zugang für Patienten zu neuen Therapien sowie ein klares Bekenntnis zum Patentschutz, um die bestmögliche Versorgung garantieren und im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Chemische Industrie: Gaskrise könnte zur Versorgungskrise werden

31.03.2022 | Die chemische Industrie in Österreich steht wegen der geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Monate stark unter Druck. 

Bereits im vergangenen Jahr haben explodierende Energiepreise, Lieferkettenprobleme bei wichtigen Grundstoffen und Vorprodukten sowie Engpässe und hohe Preise in der Logistik zu deutlichen Einbußen bei den Margen geführt. Der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine hat die Situation dramatisch verschärft und macht eine seriöse Planung für die kommenden Monate nahezu unmöglich. Eine aktuelle Umfrage des Fachverbands der chemischen Industrie Österreichs (FCIO) unter seinen Mitgliedern zeigt, dass ein großer Teil der Unternehmen mit einem Rückgang bei Aufträgen und Umsätzen ab dem zweiten Halbjahr rechnet. Besonders schwierig ist die Situation für die energieintensiven Unternehmen. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die gestiegenen Herstellungs- und Beschaffungskosten nicht oder nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden kann. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, könnte das zu Versorgungsproblemen bei lebenswichtigen Waren wie Medikamenten oder Düngemitteln führen. „In einigen Unternehmen der chemischen Industrie stellt sich bereits die Frage, ob überhaupt noch kostendeckend produziert werden kann. Wir brauchen deshalb jetzt eine Entlastung bei den Energiekosten und eine Aufschiebung zusätzlicher Belastungen.“, appelliert Hubert Culik, Obmann des FCIO und verweist auf die bereits mehrfach vorgebrachten Forderungen der Industrie wie die Strompreiskompensation oder die Einführung des Dekarbonisierungsfonds und eine Verschiebung der CO2-Bepreisung.

Versorgungsicherheit durch Gasimportstopp gefährdet

Sollte es tatsächlich zu einem Stopp von Erdgaslieferungen aus Russland kommen, hätte das dramatische Auswirkungen. Insbesondere dort, wo Gas auch als Rohstoff benötigt wird, würde es zu Produktionsstillständen kommen. Da die Chemie am Anfang fast aller Produktionsprozesse steht, würden in der Konsequenz auch viele nachgelagerte Liefer- und Produktionsketten in Österreich zusammenbrechen. Von der Automobil- über die Bau- und Pharmaindustrie bis hin zur Landwirtschaft, wären die verschiedensten Branchen betroffen. Zigtausende Arbeitsplätze wären in Gefahr. „Ein abrupter Stopp der Gasversorgung hätte katastrophale Auswirkungen auf die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern“, warnt der Obmann der chemischen Industrie. „Kurzfristig müssen wir die Gasspeicher in Österreich und Europa so schnell wie möglich füllen. Die notwendigen Schritte für die Diversifizierung und Sicherstellung der Transportlogistik müssen so rasch wie möglich gesetzt werden “, so Culik abschließend.

Mittel- und langfristig geht es um die Entwicklung von neuen Technologien zur Reduktion von Energieimportabhängigkeiten. Gerade die chemische Industrie mit ihren Produkten und Verfahren ist dafür eine Schlüsselbranche: Von Materialien für erneuerbare Energien und dem Einsatz erneuerbaren Wasserstoffs bis hin zu Kreislaufwirtschaft und Carbon Capture and Utilization (CCU) arbeitet die Branche an Lösungen für eine nachhaltige und sichere Zukunft.   

Chemische Industrie: Keine Medikamente und Düngemittel ohne Erdgas

11.03.2022 | Erdgas ist ein wichtiger Energieträger und Rohstoff für die chemische Industrie. 

Es wird für eine Vielzahl von Materialien und Stoffen benötigt, die man für die Herstellung von lebenswichtigen Produkten wie Medikamente oder Düngemittel braucht. Ein Lieferstopp russischen Erdgases wegen der Krise in der Ukraine hätte daher drastische Konsequenzen für österreichische Chemieunternehmen. Die Branche hat daher einen Maßnahmenmix erarbeitet, mit dem die Versorgung der Industrie sowohl kurz- als auch längerfristig gewährleistet werden soll. „Der Fokus muss zuallererst auf einer raschen Auffüllung der Gasspeicher und einer Diversifizierung der Erdgas-Lieferanten gelegt werden. Das Zeitfenster dafür steht nicht ewig offen.“, mahnt Hubert Culik, Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

Da diese Maßnahmen Vorlaufzeiten benötigen, muss unverzüglich damit begonnen werden, die nötigen Mengen sowie Transport- und Speicherkapazitäten zu organisieren. Gleichzeitig brauchen die Unternehmen einen Schutz vor den explodierenden Kosten. So kam es bereits wiederholt zu Produktionsstopps bei der Herstellung von Ammoniak, das bedeutend für die Düngemittelerzeugung ist. „Geplante Maßnahmen wie die Strompreiskompensation oder die Einführung des Dekarbonisierungsfonds müssen schnell umgesetzt werden. Bei der CO2-Bepreisung sollte die Diskussion nicht ideologisch, sondern sachlich und pragmatisch geführt werden. Sie ist bei den aktuellen Kostenexplosionen nicht mehr zielführend und sollte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden“, fordert der Obmann der Chemieindustrie.

Nachhaltige Versorgungssicherheit durch Kreislaufwirtschaft, Wasserstoff und Biogas

Mittel- und langfristig steht die Entwicklung neuer Technologien für die Transformation der chemischen Industrie im Zentrum. Die Branche hat die folgenden vier zentralen Handlungsfelder dafür identifiziert:

  • Ausbau und Bereitstellung ausreichender Kapazitäten erneuerbarer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen
  • Förderung der flächendeckenden Einführung einer Kunststoffkreislaufwirtschaft zur Reduktion von fossilen Rohstoffen
  • Förderung von Schlüsseltechnologien wie Carbon Capture and Utilization (CCU) sowie die Eigenproduktion von erneuerbarem Wasserstoff
  • Förderung des Ausbaus der Produktionskapazitäten von biobasierten Rohstoffen und Biogas

 

Allein durch die umfassende Wiederverwertung von Kunststoffen könnte in Österreich die für die Dekarbonisierung der Chemieindustrie zusätzlich benötigte Energie halbiert werden. Zusätzlich würde auch ein Großteil der fossilen Ressourcen für die Neuproduktion wegfallen. Biobasierte Ressourcen und der Einsatz erneuerbaren Wasserstoffs könnten massive Einsparungen bei fossilem Energie- und Rohstoffeinsatz bringen. „Mit dem richtigen Maßnahmenmix können wir heute die entscheidenden Weichen für eine nachhaltige und von Russland unabhängige Energieversorgung stellen. Neben Förderungen für Forschung und Entwicklung braucht es rasch den Abbau von regulatorischen Hemmnissen und die Beschleunigung bei Zulassungsverfahren.“, fasst der Obmann des FCIO die notwendigen nächsten Schritte zusammen.

Prävention versus Reparaturmedizin

09.03.2022 | Prävention im Gesundheitsbereich findet sich in nahezu jedem Regierungsprogramm und auch von vielen politischen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen in Österreich werden Präventionskonzepte beschworen.

Dennoch kommt sie hierzulande nach Meinung vieler Experten und Expertinnen zu kurz. Warum ist das so? Was könnten sinnvolle Präventionsmaßnahmen bewirken? Wo müsste man ansetzen? Und würde sich Prävention gegenüber Reparaturmedizin vielleicht sogar finanziell für die Gesellschaft rechnen?

Diese Fragen diskutiert Moderatorin Martina Rupp in der aktuellen Episode von Am Mikro|skop mit Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, und Bernhard Ecker, Präsident des FOPI – Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich.

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Mutwillig die Medikamentenversorgung aufs Spiel gesetzt

25.02.2022 | Die Pharmawirtschaft, vertreten durch den Fachverband der Chemischen Industrie FCIO, den Österreichischen Generikaverband OeGV sowie den Verband der pharmazeutischen Industrie PHARMIG, hatte mit dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Vorschläge für Anpassungen in Preis- und Erstattungsfragen bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln erarbeitet. 

Damit sollte Planbarkeit für beide Seiten zumindest für die nächsten beiden Jahre sichergestellt werden.

„Die Vorschläge, die gestern im Nationalrat beschlossen wurden, spiegeln aber in keiner Weise den Konsens wider, auf den sich die Verhandlungspartner in vielen, sehr fordernden Gesprächen geeinigt hatten. Diese Einigung stellte einen sehr verantwortungsvollen Pfad dar, um Ökonomie und Gesundheitsversorgung in einer für alle vertretbaren Balance zu halten. Diese Einigung wurde vom Gesundheitsministerium mutwillig torpediert. Eine der beschlossenen Regelungen stellt ausnahmslos die Arzneimittelausgaben in den Mittelpunkt, ohne auf ein für uns alle angemessenes, hohes Niveau in der Gesundheitsversorgung zu achten“, zeigt sich Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, vom Vorgehen von Vertretern des Gesundheitsministeriums enttäuscht und schockiert.

Beabsichtigt war ursprünglich, das mit 2017 eingeführte Preisband zu adaptieren. Dieses legt fest, dass sich die Preise von wirkstoffgleichen Arzneimitteln innerhalb eines bestimmten Preisgefüges befinden müssen, andernfalls sie aus der Erstattung gestrichen werden. Die bisher gültige Regelung schrieb vor, dass dieser Preis maximal 30 Prozent über dem des jeweils günstigsten Anbieters eines Wirkstoffs liegen durfte. Dies ist nun auf 20 Prozent gesenkt worden. Eine Ausnahme soll für Produkte bestehen, deren Preis unter der Kostenerstattungsgrenze liegt.

„Das war Ergebnis der gemeinsamen konstruktiven Gespräche zwischen Pharmawirtschaft und Sozialversicherung“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs FCIO. Zusätzlich ist jedoch, ohne Rücksprache mit den Verhandlungspartnern, eine Regelung getroffen worden, die im Bereich der chefarztpflichtigen innovativen Produkte einen Preisabschlag von 6,5 Prozent auf den EU-Durchschnittspreis festlegt. Dazu Hofinger: „Das konterkariert jegliches Engagement um eine Stärkung des Produktions- und Forschungsstandortes Österreich. Von den Ankündigungen am Höhepunkt der Coronakrise, die heimische Produktion zu stärken, ist nicht viel geblieben – im Gegenteil, Österreich ist auf dem Weg zum Billigstpreisland.“

Österreich zählt zu den fünf reichsten Volkswirtschaften in der EU. „Da könnte man meinen, dass es in Österreich selbstverständlich sein sollte, dass Patientinnen und Patienten Zugang zu den neuesten medizinischen Innovationen gewährt wird. Doch mitnichten. Denn die vom Gesundheitsministerium forcierte Regelung erlaubt nicht einmal, den EU-Durchschnittspreis für Arzneimittelinnovationen zu verlangen. Vielmehr müssen die Unternehmen auch in diesem Bereich ihre Produkte weit unter EU-Niveau anbieten. Damit verliert Österreich an Attraktivität für mögliche Investitionen seitens der Unternehmen in ihre hiesigen Standorte. Vor allem aber verliert unser Gesundheitssystem an Qualität. Das ist für mich kein verantwortungsvoller Umgang mit den Patientinnen und Patienten und unserem Gesundheitssystem“, so Herzog.

Dazu auch Wolfgang Andiel, Präsident des Österreichischen Generikaverbandes OeGV: „Seit Jahren werden bei den Arzneimittelausgaben konsequent nur Einsparungen gefordert, ohne die Versorgungssicherheit und Versorgungsvielfalt zu berücksichtigen. Endlich schien ein Dialog auch darüber möglich zu werden, der nun leider gleich wieder einen starken Dämpfer erhalten hat.“

Die Verbände fordern folglich einen verantwortungsvollen Umgang mit dem österreichischen Gesundheitswesen und eine Fairness gegenüber jenen, die dieses System, wie im Falle der pharmazeutischen Industrie, mit wertvollen, hoch qualitativen Produkten versorgen.

FCIO zu EU-Afrika-Gipfel: Fokus bei Pandemiebekämpfung auf Gesundheitsinfrastruktur legen

17.02.2022 | Eine der zentralen Fragen beim diesjährigen EU-Afrika-Gipfel wird die Bekämpfung der Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent sein.

In unserer global vernetzten Welt können wir Gesundheitskrisen wie die Corona-Pandemie nur gemeinsam beenden. Mit fast 130 Millionen gelieferten Impfdosen ist Europa bereits heute ein starker Partner für die afrikanischen Länder. Über die Spenden von Impfstoffen hinaus begrüßt der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) die Pläne der EU, Afrika auch bei der Herstellung und Anwendung von medizinischen und pharmazeutischen Produkten zu unterstützen, damit die Grundbedürfnisse des Kontinents befriedigt werden können. Denn, in vielen Ländern unseres Nachbarkontinents liegt die Durchimpfungsrate noch deutlich unter den von der WHO vorgegebenen Zielen, obwohl ausreichend Impfstoffe weltweit vorhanden sind. Global wurden bereits über 13 Milliarden Vakzin-Dosen produziert. Eine der Hauptursachen für den schleppenden Impffortschritt liegt in der Distribution, global wie lokal. Vor allem bei der Verteilung vor Ort offenbaren sich große Defizite der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern. Häufig fehlen gut ausgestattete medizinische Zentren und gut ausgebildetes Personal. Insbesondere in abgelegeneren Gegenden führ das zu Problemen. Aktuelle Analysen belegen, dass Länder mit niedrigem Zugang der Bevölkerung zu medizinischer Versorgung auch nur geringe Impfraten aufweisen. Die Stärkung der Gesundheitsversorgung durch den Auf- und Ausbau von medizinischen Infrastrukturen sowie größere Anstrengungen bei der Ausbildung von Gesundheitspersonal sollten daher im Fokus der Unterstützungsmaßnahem der Europäischen Union stehen. „Der EU-Afrika-Gipfel ist eine ideale Plattform, um Maßnahmen für eine verstärkte Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich zwischen den Industrieländern im Norden und den Entwicklungsländern im Süden zu beschließen, die nicht nur dabei helfen, die Pandemie zu beenden, sondern ärmere Länder auch nachhaltig durch strukturelle Verbesserungen in Infrastruktur und Bildung der Bevölkerung stärken“, appelliert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), an die Gipfelteilnehmer, nachhaltige Lösungen zur Pandemiebekämpfung zu vereinbaren.

Aufhebung des Patentschutzes bringt keine Verbesserung bei Impfstoffversorgung

Auf der Ebene der Zusammenarbeit von Pharmaherstellern aus Europa und Afrika sind konstruktive Lösungen wie freiwillige Lizenzierungen zur Arzneimittel- und Impfstoffherstellung zielführend, wie sich in der Praxis zeigt. Mehrere dieser Kooperationen wurden 2021 bereits beschlossen und werden erfolgreich umgesetzt. Einen erzwungenen Technologietransfer hingegen lehnt der FCIO ab. Abgesehen davon, dass zusätzliche Produktionskapazitäten für die ausreichende Herstellung von Corona-Vakzinen wegen der großen Menge an Impfdosen nicht nötig sind, wäre auch der Aufbau von stark diversifizierten Lieferketten in kurzer Zeit kaum möglich. Gleichzeitig würde ein erzwungener Technologietransfer zukünftige Innovationen gefährden. Nur die Sicherheit des Schutzes der eigenen Leistung in Kombination mit Bestellzusagen von Regierungen haben es den Unternehmen der Pharmaindustrie ermöglicht, sich voll auf die Erforschung von Impfstoffen gegen Covid-19 zu fokussieren, diese in noch nie dagewesener Geschwindigkeit zur Zulassung zu bringen und damit mit der effektiven Bekämpfung der globalen Pandemie zu beginnen. „Der entscheidende Faktor für eine globale Durchimpfung gegen COVID-19 liegt in der Verteilung, nicht in der Produktion. Eine Aufhebung des Patentschutzes oder Zwangslizenzen würden daher auch keine Verbesserungen bringen. Im Gegenteil: Jede Aufweichung würde sich negativ auf die Fähigkeit der pharmazeutischen Industrie auswirken, neue Arzneimittel und Therapien gegen lebensbedrohliche Krankheiten zu entwickeln“, so Hofinger.

Krebsforschung – make the impossible possible

04.02.2022 | Die Krebsforschung ist eine Erfolgsstory. Immer mehr Menschen können geheilt werden oder mit einer Krebserkrankung ein deutlich längeres und besseres Leben führen als noch vor 10 oder 20 Jahren.

Dies liegt vor allem an der Entwicklung neuer Therapieformen der Pharmaindustrie. CRISPR-CAS9, Car-T-Cell-Therapy sind nur einige wissenschaftliche Schlagwörter. Doch was steckt hinter den oft fast futuristisch wirkenden Ansätzen? Wie funktioniert die Forschungsarbeit in der Onkologie? Und was sind die größten Herausforderungen? Diese Fragen diskutiert die neue Moderatorin Martina Rupp in der achten Episode von Am Mikro|skop mit Darryl McConnell, Senior Vice President, Research Site Head Austria bei Boehringer Ingelheim RCV.

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Pharmaunternehmen für drei Viertel der Krebsforschung in der EU verantwortlich

04.02.2022 | Onkologische Therapien haben sich in den vergangenen Jahren stark verbessert.

In vielen Fällen gibt es mittlerweile gute Behandlungsmöglichkeiten, die zu längeren Überlebensdauern beitragen und sich positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken. Auch die Chance auf Heilung ist bei bestimmten Krebsarten gestiegen. Dieser Fortschritt ist auf immer bessere Vorsorge- und Diagnosemöglichkeiten sowie auf innovative Arzneimittel und Behandlungen wie Gen- oder Immuntherapien zurückzuführen. 2009 hat beispielsweise nur jeder Zwanzigste mit einer Hautkrebserkrankung die kommenden 5 Jahre überlebt, 2019 war es schon jeder Zweite. Bei anderen Diagnosen, wie etwa bei Brust- oder Prostatakrebs, konnten moderne Medikamente die 5-Jahres-Überlebensrate sogar auf 90 Prozent steigern. Auch Nebenwirkungen sind bei vielen modernen Ansätzen weitaus geringer als bei herkömmlichen Chemotherapien. Um die Patienten mit den besten und modernsten Behandlungsmethoden bei ihrem Kampf gegen Krebs zu unterstützen, betreibt die Pharmaindustrie einen großen Aufwand.

Jährlich werden europaweit seitens der Unternehmen etwa 8,5 Milliarden Euro in die Erforschung und Entwicklung neuer onkologischer Medikamente investiert. Das entspricht etwa drei Viertel der gesamten Krebsforschung in der EU. Auch Österreich spielt hier eine wichtige Rolle. In Wien ansässige Pharmaunternehmen arbeiten intensiv an der Entwicklung von neuen Ansätzen bei der Krebsbehandlung und haben ihre Standorte in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. „Patienten mit der Diagnose Krebs brauchen alle Unterstützung, die wir als Gesellschaft geben können. Die pharmazeutische Industrie arbeitet deshalb unermüdlich daran, die Betroffenen und ihre behandelnden Ärzte mit den besten Medikamenten zu versorgen. Bei der Erforschung liegt der Fokus sowohl auf Breakthrough-Technologien, um die Heilungsmöglichkeiten zu verbessern, als auch auf der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten, damit sie so wenig Einschränkung wie möglich während ihrer Behandlung haben“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), zum Engagement der Pharmabranche im Kampf gegen Krebs.

Weitere Optimierung der Rahmenbedingungen in der Arzneimittelforschung nötig

Allein 2019 wurden in Europa 22 neue Krebsmedikamente auf den Markt gebracht, 12 davon mit neuem Wirkstoff. Bis 2026 könnten Betroffenen weitere 160 neue Therapien zur Verfügung stehen. Um diese hohe Innovationsleistung erhalten zu können, braucht es weiterhin Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen für die Entwicklung neuer Medikamente. Die Nutzung und Vernetzung anonymisierter Patientendaten für die Forschung ist dabei ein wichtiger Faktor, genauso wie ein rascher Zugang für Patienten zu neuen Therapien. In Österreich braucht es zudem mehr Anreize für klinische Studien und mehr Flexibilität in der Erstattung und ein klares Bekenntnis zum Patentschutz, um nicht Forschung und Produktion an andere Länder zu verlieren. „Wenn wir weiterhin Investitionen der Pharmaindustrie und deren positive Auswirkungen in Österreich haben wollen, müssen wir ein freundlicheres Umfeld für die Branche schaffen. Jede Aufweichung des Patentschutzes für Arzneimittel würde sich sehr negativ auf die Fähigkeit der pharmazeutischen Industrie gerade in Österreich und Europa auswirken, neue Arzneimittel und Therapien gegen lebensbedrohliche Krankheiten zu entwickeln“, appelliert Hofinger.

 

„Am Mikro|skop“ - Wie grün sind unsere Medikamente?

12.01.2022 | Die chemische Industrie spielt als Entwickler innovativer Lösungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen eine besondere Rolle im Kampf gegen den Klimawandel.

Einerseits benötigt die Produktion bestimmter Grundstoffe viel Energie, andererseits sind viele Energieeffizienzmaßnahmen und der Einsatz moderner erneuerbarer Energie nur durch Produkte der Chemie möglich. Dies gilt vor allem für Kunststoffe und Beschichtungen. Aber welche Rolle spielt die Arzneimittelproduktion, die ebenfalls ein wichtiger Sektor der chemischen Industrie ist?

Welche Bedeutung hat die Pharmaindustrie beim Kampf gegen den Klimawandel? Was tun Pharmaunternehmen, um Umwelteinflüsse gering zu halten? Welche Initiativen werden gesetzt, um mehr Nachhaltigkeit zu erzielen und welche Rolle spielen Kunststoffverpackungen für Arzneimittel? Kurz gefragt: Wie grün sind unsere Medikamente?

Diese Fragen diskutiert Corinna Milborn in der aktuellen Podcast-Episode von Am Mikro|skop mit Dr. Wolfgang Bonitz (Head Corporate Social Responsibility, Novartis Pharma) und Dr. Jörg Adrian (VP Technical Organisation and Innovation, Constantia Flexibles International).

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Nutzung von Gesundheitsdaten – geben wir unser Innerstes preis oder ebnen wir den Weg für bessere Forschung?

09.12.2021 | Gesundheitsbezogene Daten verstärkt zu nützen und diese zu verknüpfen, ist ein lang gehegter Wunsch der Wissenschaft.

Das Ansinnen lässt aber fast reflexartig die Alarmglocken der Datenschützer schrillen. Wie ist die aktuelle rechtliche Situation? Welche Daten sind eigentlich für die Arzneimittelforschung von Interesse? Und welche Spielregeln braucht es für die Nutzung?

Diese Fragen diskutiert Corinna Milborn in der sechsten Episode von Am Mikro|skop mit Univ.-Prof. Dr. Tanja Stamm, PhD (Medizinische Universität Wien, Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme, Head of Section for Outcomes Research) und Dr. Michael Stampfer (Geschäftsführer des WWTF Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds).

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Weltweite Impfstoff-Verteilung mit gezielten Maßnahmen verbessern

24.11.2021 | 0,5 Prozent der Menschen in der Demokratischen Republik Kongo haben bislang eine Dosis eines COVID-19-Impfstoffes erhalten. In Gibraltar sind es fast 100 Prozent. 

Gleichzeitig sind mittlerweile mehr als 10 Milliarden Dosen wirksamer Impfstoffe produziert worden. In Ländern mit niedrigem Einkommen liegt es vor allem an einer schlecht ausgebauten Gesundheitsinfrastruktur sowie an mangelnden finanziellen öffentlichen Mittel, weshalb der Impf-Fortschritt dort zurückbleibt. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, FCIO, der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller, ÖVIH, sowie der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, PHARMIG, weisen explizit auf die eigentlichen Gründe der ungleichen weltweiten Verteilung hin. Sie fordern effektive Maßnahmen statt ideologischer Scheinlösungen, wie die Schwächung des Rechts auf geistiges Eigentum oder Zwangslizenzen auf COVID-19-Impfstoffe.

„Die weltweite Verteilung von COVID-19-Impfstoffen ist extrem ungleich. Was dagegen helfen würde, wären vermehrte Impfstoff-Spenden wohlhabender Staaten an ärmere Länder und eine Unterstützung vor Ort, um die Infrastruktur zu verbessern, damit diese Impfungen breitflächig auch verabreicht werden können“, ist Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, überzeugt.

Die Vertreterin des ÖVIH, Renée Gallo-Daniel, betont hinsichtlich der Impfstoff-Produktion: „Die Impfstoff-Hersteller tun bereits alles, um die Zahl produzierter Impfstoffdosen weiter zu erhöhen. Sie arbeiten mit Lizenzüberlassungen, sie haben bestens funktionierende, verlässliche Produktionsketten aufgebaut, sie kooperieren mit lokalen Produzenten, beispielsweise in Brasilien oder Südafrika. Sie spenden ihrerseits Impfstoff-Dosen. Wir brauchen daher keine Schein-Maßnahme wie das Aussetzen des Patentschutzes. Das würde an der jetzigen, prekären Situation mit Sicherheit nichts ändern. Stattdessen hätte es negative Auswirkungen auf zukünftige Forschungsaktivitäten.“

Auch die Geschäftsführerin des FCIO, Sylvia Hofinger, argumentiert für die Beibehaltung des Patentschutzes und die Fokussierung auf andere, zielführendere Bereiche: „Mehr als zwölf Milliarden Impfdosen werden bis Ende dieses Jahres produziert worden sein. Bis Ende 2022 werden es geschätzte 24 Milliarden Dosen sein. Das sind enorme Mengen, angesichts einer Weltbevölkerung von knapp acht Milliarden Menschen. Dass nicht alle gleich von diesen Mengen profitieren, liegt an der Verteilung und Finanzierung, nicht an den Kapazitäten der Produktionsstätten. Um die globale Durchimpfung zu beschleunigen, sollten Handelshemmnisse abgebaut und seitens der reicheren Staaten etablierte Verteilmechanismen, wie die COVAX-Initiative, weiter gestärkt werden.“

Nicht zu vergessen ist bei all der Diskussion um den Patentschutz das Faktum, dass weitere Impfstoffe vor der Zulassung stehen. „Diese kommen ja dann zu den bereits jetzt verfügbaren und laufend produzierten Impfungen dazu und erhöhen noch einmal die Anzahl verfügbarer Impfungen. Allein das zeigt ja schon, dass der Patentschutz kein Hindernis in der jetzigen Situation darstellt. Ganz im Gegenteil: Die, die die Impfstoffe entwickeln, haben gerade auch durch den Schutz des geistigen Eigentums eine wichtige Motivation, abgesehen davon, die Menschheit von der Last der Pandemie befreien zu wollen“, ist Herzog überzeugt.

Der Patentschutz ist und bleibt eine wichtige Säule jedweder Forschungsaktivität. Das sollte vor allem angesichts der vielen Virusmutationen und angesichts dessen, dass vorhandene Impfstoffe eventuell adaptiert werden müssen, nicht vergessen werden.

 

Neuer Standort für Pharmaforschung stärkt Österreich

17.11.2021 | Arzneimittelforschung gehört zu den bedeutendsten F&E-Bereichen moderner Gesellschaften. 

Sie ermöglicht die Entwicklung innovativer Medikamente, die das Leben von Patienten verbessern und verlängern können, schafft hochwertige, nachhaltige Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Prestige für die Länder und Regionen, wo sie stattfindet. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt die heutige Bekanntgabe von Takeda, einen neuen Forschungsstandort in Wien zu eröffnen. Bis 2025 wird das biopharmazeutische Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag in den Aufbau seines „Labors der Zukunft“ investieren. 250 Forscherinnen und Forscher werden an der Entwicklung von biotechnologisch hergestellten Medikamenten und Gentherapien für Bereiche wie Onkologie, Hämatologie, Gastroenterologie und weiteren zumeist seltenen Krankheiten arbeiten. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie überlebenswichtig moderne, gut vernetzte Medikamentenforschung ist. Der Aufbau eines neuen Standorts zur Entwicklung neuer Arzneimittel von Takeda in Wien wird Österreichs Rolle im internationalen Zusammenspiel pharmakologischer Forschung stärken und den Zugang der Bevölkerung zu innovativer Spitzenmedizin verbessern“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO.

So erfreulich der Aufbau eines neuen Forschungsstandort ist, es darf nicht vergessen werden, dass es einen starken internationaler Wettbewerb um Investitionen im Pharmabereich gibt. Um den Standort Österreich auch für weitere, zukünftige Investitionen attraktiv zu halten, müssen noch einige Herausforderungen bei gesetzlichen Rahmenbedingungen gemeistert werden. Insbesondere seltene Krankheiten bedürfen dabei einer besonderen Aufmerksamkeit. Anreizsysteme in diesem Bereich müssen noch treffsicherer gestaltet, dürfen aber keinesfalls abgebaut werden. Zudem braucht es die Schaffung moderner Zugänge und Vernetzung zur Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung, mehr Anreize für klinische Studien, einen raschen Zugang für Patienten zu neuen Therapien sowie ein klares Bekenntnis zum Patentschutz. „Der Schutz geistigen Eigentums ist ein maßgeblicher Anreiz für die Entwicklung lebensrettender Medikamente. Jede Aufweichung des Patentschutzes für Arzneimittel, wie er aktuell von einigen Proponenten mit Blick auf Impfstoffe gefordert wird, würde sich sehr negativ auf die Fähigkeit der pharmazeutischen Industrie gerade in Österreich und Europa auswirken, neue Arzneimittel und Therapien gegen lebensbedrohliche Krankheiten zu entwickeln und so Anreize für Standort-Investitionen der Branche konterkarieren“, so Hofinger.

Supply Chain in der Arzneimittelproduktion – sind wir von China und Indien abhängig?

10.11.2021 | Auf welchen Wegen kommen Medikamente zu uns nach Europa? Wo und wie werden sie produziert?

Was braucht man, damit ein fertiges Medikament auf den Markt kommt? Bei welchen Arzneimitteln oder Wirkstoffgruppen sind wir von China oder Indien abhängig – wie vielfach kolportiert? Diese Fragen diskutiert Corinna Milborn in der fünften Episode von Am Mikro|skop mit Dr. Andrea Michael Meyer, Head of Supply Chain Sanofi Europe. Und sie hinterfragt dabei auch, was wir aus der COVID-Krise gelernt haben.

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Aufhebung des Patentschutzes bringt keine Verbesserung bei Impfstoffversorgung

08.11.2021 | Erforschung innovativer Arzneimittel abhängig vom Schutz geistigen Eigentums

„Es ist ein sich hartnäckig haltender Mythos, dass die Aufhebung des Patentschutzes bei Impfstoffen zu einer schnelleren und besseren Versorgung in den ärmsten Ländern führt“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), die neuerlichen Forderungen von NGOs nach einer Patentfreigabe.  Bis Ende 2021 werden weltweit etwa 11 Milliarden Impfstoffdosen zur Immunisierung gegen COVID-19 produziert worden sein. Genug, um die erwachsene Bevölkerung rund um den Globus zu impfen. „Der entscheidende Faktor für eine weltweite Durchimpfung liegt nicht in der Produktion, sondern in der Verteilung und der Akzeptanz der Bevölkerung in allen Ländern. Eine Aufhebung des Patentschutzes oder Zwangslizenzen würden daher keine Verbesserungen bringen“, so Hofinger weiter. Zudem wäre weder der Aufbau von hochkomplexen Produktionsanlagen noch von stark diversifizierten Lieferketten in kurzer Zeit möglich. Genauso wenig wie die Ausbildung des nötigen spezialisierten Fachpersonals. Zielführender wäre es, die bereits von der Pharmaindustrie gewählte erfolgreiche Strategie des Ausbaus bestehender Produktionsstätten sowie die Steigerung der Produktion durch Kooperationen und Lizenzierungen zu unterstützen. Bisher wurden dadurch etwa gleich viele Impfstoffdosen aus Europa exportiert, wie für die europäische Bevölkerung bereitgestellt wurden. „Die Ausweitung der Kapazitäten bei behördlich geprüften Produzenten, die ihre Impfstoffe in aufwändigen Prozessen zur Zulassung gebracht haben und bringen, sowie ihren Zulieferern, ist der sicherste Weg, weiterhin qualitativ einwandfreie Vakzine für die ganze Welt herzustellen“, appelliert die Geschäftsführerin des FCIO, auf die Expertise der Unternehmen zu vertrauen, die hochkomplexe, wirksame COVID-Impfstoffe erforscht und damit überhaupt erst möglich gemacht haben. Zudem sollten Handelshemmnisse zu reduziert und Entwicklungsländer bei der Beschaffung unterstützt werden, auch mit Spenden. Impfstoffe für die ärmsten Länder sollten verstärkt über etablierte Verteilmechanismen wie die COVAX-Initiative an betroffene Staaten abgegeben werden, um auch dort eine Durchimpfung der Bevölkerung zu ermöglichen.

Patentschutz sichert Innovationen

Patente sind der Schlüssel für innovative Therapien im Gesundheitsbereich. Die Sicherheit des Schutzes der eigenen Leistung in Kombination mit Bestellzusagen von Regierungen haben es den Unternehmen ermöglicht, sich voll auf die Erforschung von Impfstoffen gegen Covid-19 zu fokussieren und in noch nie dagewesener Geschwindigkeit zur Zulassung zu bringen. Dieses Erfolgsmodell bei lebenswichtigen Innovationen in Frage zu stellen, könnte zu negativen Konsequenzen bei der Erforschung zukünftiger Therapien und Arzneimittel führen. Denn, Arzneimittel zu entwickeln bedeutet ein großes finanzielles Risiko, bei dem Unternehmen viel Zeit und Geld in Forschung investieren müssen. Die Aussicht, ein innovatives Produkt für einen gewissen Zeitraum vor Nachahmung schützen zu können, ist daher ein wichtiger Anreiz. „Jede Aufweichung des Patentschutzes für Arzneimittel würde sich sehr negativ auf die Fähigkeit der pharmazeutischen Industrie gerade in Österreich und Europa auswirken, neue Arzneimittel und Therapien gegen lebensbedrohliche Krankheiten zu entwickeln“, so Sylvia Hofinger abschließend.

Weitere Informationen zu dem Thema können Sie auch im Podcast „Am Mikroskop“ von FCIO und FOPI zu diesem Thema nachhören: Daniel Alge, Präsident der österreichischen Patentschutzanwälte, erläutert im Gespräch mit Corinna Milborn, welchen Zweck Patente erfüllen, warum unsere Gesellschaft von ihnen profitiert, und klärt über einige Mythen auf, die immer wieder in der öffentlichen Diskussion aufpoppen. https://www.fcio.at/aktuelles/aktuelles/am-mikro-skop-ohne-patentschutz-keine-innovation

„Am Mikro|skop“ - Originalmedikamente versus Biosimilars versus Generika – gegeneinander oder miteinander?

08.10.2021 | Sind Originalmedikamente besser als Generika? Sind Generika der Garant für ein leistbares Gesundheitssystem? Sind Biosimilars die Zukunft? Oder ist die gesamte Debatte verkehrt?

Im Licht der Diskussion über die Kosten des Gesundheitssystems und damit auch der Ausgaben für Medikamente braucht es das gesamte Spektrum – meinen die Diskutanten der vierten Episode von Am Mikro|skop, dem Pharmapodcast. Diesmal mit Ilse Bartenstein, Vorsitzende des Pharmaausschusses im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), und Bernhard Ecker, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI). Im Gespräch mit Corinna Milborn sind sie sich einig: Österreich braucht planbare Rahmenbedingungen und eine faire Erstattung für die Arzneimittelproduktion. Nur so werden Ressourcen für die dringend benötigte Forschung frei.

Den kompletten Podcast können Sie unter www.chemiereport.at/am-mikroskop nachhören!

Folgende Themen wurden in bereits vorangegangenen Podcasts veröffentlicht:

  • Ohne Patentschutz keine Innovation (September 2021)
  • Pharmaforschung im Wandel (August 2021)
  • Pharmastandort Österreich (Juni 2021)

 

Starker Pharmastandort Grundpfeiler für sichere Arzneimittelversorgung

06.10.2021 | Größte Industrieinvestition in Wien seit Jahrzehnten: Neue biopharmazeutische Anlage von Boehringer-Ingelheim erweitert Produktion in Wien-Meidling und bringt 500 Arbeitsplätze

Investitionen der Pharmaindustrie wirken sich so nachhaltig auf die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten aus, wie die keiner anderen Branche. Auch für hochwertige Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Österreich sind Forschung und Produktion im Arzneimittelbereich ein bedeutender Faktor. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt die heutige Eröffnung einer neuen biopharmazeutischen Produktionsanlage von Boehringer Ingelheim in Wien als wichtigen Schritt zur Stärkung des heimischen Pharmastandorts. Dort werden in Zukunft lebenswichtige Medikamente gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs hergestellt, die dabei helfen sollen, die weltweite Versorgung mit biopharmazeutischen Arzneimitteln zu verbessern. Dafür wurden mehr als 700 Millionen Euro investiert und 500 neue Arbeitsplätze geschaffen. „Wir freuen uns, dass Boehringer-Ingelheim sich bei der Standortwahl für Wien entschieden hat. Für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung ist es wesentlich, pharmazeutische Produkte in Österreich herzustellen, auch um resilienter gegen mögliche Lieferschwierigkeiten und Lieferengpässe zu sein“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, die Eröffnung der Produktionsanlage.

So erfreulich der Ausbau der Produktion bei Boehringer-Ingelheim ist, die gesamte Branche steht vor großen Herausforderungen. „Wenn wir weiterhin Investitionen der Pharmaindustrie und deren positive Auswirkungen in Österreich haben wollen, müssen wir ein freundlicheres Umfeld für die Branche schaffen“, appelliert Hofinger. Die Nutzung anonymisierter Patientendaten für die Forschung, mehr Anreize für klinische Studien, ein rascher Zugang für Patienten zu neuen Therapien sowie ein klares Bekenntnis zum Patentschutz sind dabei entscheidende Faktoren im internationalen Wettbewerb. Ebenso braucht es eine faire Erstattung für innovative Medikamente und Generika, etwa durch die Übernahme des Preisbands in Dauerrecht.

Mehr Informationen zu diesem Erfolgsprojekt finden Sie hier: www.mut-zum-erfolg.at

„Am Mikro|skop“ - Ohne Patentschutz keine Innovation

08.09.2021 | Der Schutz geistigen Eigentums ist ohne Zweifel ein wichtiger Treiber bei der Erforschung neuer Arzneimittel und Therapien. 

Daniel Alge, Präsident der österreichischen Patentschutzanwälte, erläutert in der aktuellen Ausgabe des FCIO/FOPI-Pharmapodcasts „Am Mikroskop“, welchen Zweck Patente erfüllen, warum unsere Gesellschaft von ihnen profitiert, und klärt über einige Mythen auf, die immer wieder in der öffentlichen Diskussion aufpoppen.

Im Gespräch mit Corinna Milborn weist er etwa darauf hin, dass die verschiedenen Forderungen nach Aufhebung des Patentschutzes bei Covid-Impfstoffen zumindest teilweise von wirtschaftlichen Interessen getrieben waren.

Auch was ein optimales Patentgesetz ausmacht, können Sie in der aktuellen Folge nachhören unter www.chemiereport.at/am-mikroskop

„Am Mikro|skop“ - Pharmaforschung im Wandel

12.08.2021 | Die Arzneimittelentwicklung hat sich in den letzten 10 bis 15 Jahren grundlegend verändert. 

Früher gab es einen nahezu linearen Ablauf von der Grundlagenforschung an akademischen Institutionen über die Präklinik in Pharmaunternehmen bis zur klinischen Prüfung in Spitälern. Fixe Übergabepunkte kennzeichneten diesen Prozess. Heute stellt sich die Forschung & Entwicklung als buntes Mosaik dar – mit vielfältigen Kooperationen, PPPs im Bereich Forschungsförderung und dem Einbeziehen kreativer Startups. Das bietet enorme Chancen, birgt aber auch Risiken. Wie also funktioniert Pharmaforschung heute? Diese Fragen bespricht Corinna Milborn in der zweiten Episode von Am Mikro|skop, dem Pharmapodcast von FCIO und FOPI, mit Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation der MedUni Wien, und Manfred Rieger, Head R&D Austria bei Takeda Österreich.

Die aktuelle Folge ist hier abrufbar: www.chemiereport.at/am-mikroskop

Neuer Science-Podcast „Am Mikro|skop“ startet am 30. Juni

30.06.2021 | PULS 4 Infochefin Corinna Milborn interviewt Experten, Wissenschaftler und Branchenvertreter zu aktuellen Themen rund um die Arzneimittel-Entwicklung und -Produktion

Mit der COVID-19-Pandemie ist das Thema Arzneimittel-Entwicklung und -Produktion mit einem Schlag ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Was bisher vor allem die Fachwelt und Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen im Gesundheitswesen interessiert hat, bewegt heute auch große Teile der Bevölkerung. Wie entsteht ein Impfstoff? Wie funktioniert Arzneimittelproduktion? Welche Rolle spielen globale Lieferketten? Wie und wo wird an neuen Therapien geforscht? Welche Bedeutung haben Patente für die Entwicklung und Produktion von Arzneimitteln? Um diese Fragen zu beantworten, haben der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) und das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) den Podcast Am Mikro|skop entwickelt. Damit sollen wesentliche Informationen und faktenbasiertes Wissen zu Themen rund um die Forschung, Entwicklung und Produktion von Medikamenten vermittelt werden. Als Moderatorin und kritische Instanz konnte Corinna Milborn, Informationsdirektorin bei ProSiebenSat.1 PULS4, gewonnen werden. „Sachliche, verständlich vermittelte Informationen sind der Schlüssel, um wichtige Fragen zu den Zusammenhängen von Gesundheit und Pharmazie zu verstehen und Entscheidungen beurteilen zu können. Dafür holen wir unterschiedliche Experten aus verschiedenen Bereichen vors Mikrofon“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, das Konzept des Podcasts. „Wir wollen pharmazeutische Forschung und Produktion im Licht aktueller nationaler, europäischer und internationaler Entwicklungen beleuchten. Dabei wollen wir keine Nabelschau betreiben, sondern seriös Wissen vermitteln. Ganz bewusst stehen den Fachleuten aus der Branche daher WissenschaftlerInnen oder VertreterInnen von Behörden gegenüber“, betont Bernhard Ecker, Präsident des FOPI.

Forschung, Produktion, Patente – erste Episoden mit renommierten Gästen

Gleich die ersten Folgen widmen sich den grundlegenden Zusammenhängen der Medikamenten-Entwicklung und -Produktion und der Bedeutung der Pharmabranche für Österreich. Den Anfang machen am 30. Juni der Ökonom Gottfried Haber und Novartis-Country President Michael Kocher zum Thema „Mehr Arzneimittelproduktion in Österreich – berechtigtes Anliegen oder falsch verstandene Forderung?“.

In der zweiten Folge diskutieren Michaela Fritz, Vizerektorin der MedUni Wien, und Manfred Rieger, Forschungschef bei Takeda Österreich, zu „Open Innovation – Pharmaforschung gestern und heute“. Erscheinungsdatum dafür wird Ende Juli sein. Die dritte Episode Ende August wird sich mit dem aktuell viel diskutierten Thema Arzneimittelpatente befassen: „Patentschutz bei Arzneimitteln – unverzichtbare Basis oder Vehikel zur Gewinnmaximierung?“.

Überall wo es Podcasts gibt, Chemiereport und 4GameChangers

Am Mikro|skop erscheint monatlich und ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie direkt über die Website des Medienpartners Chemiereport/Austrian Life Sciences, Österreichs führendem Magazin für die Chemie-, Pharma- und Life-Sciences-Branche, abrufbar: www.chemiereport.at/am-mikroskop

Außerdem wird Am Mikro|skop auch von 4GAMECHANGERS gefeatured, die ebenfalls als Kooperationspartner auftreten. 4GAMECHANGERS vereint die digitale Strategie Österreichs größtem privaten Medienhaus ProsiebenSat.1 PULS 4 mit dem gleichnamigen internationalen Digitalfestival und zahlreichen Zukunftsoffensiven. www.4gamechangers.io

Konzept, Redaktion und Projektmanagement liegt in den Händen von accelent communications. Für die technische Umsetzung sorgt Audio Funnel.

FCIO zur Medikamentenversorgung: Chance im Nationalrat vertan

17.06.2021 | Nicht-Verlängerung des Preisbands gefährdet Versorgungssicherheit der Patienten

In der heutigen Sitzung des österreichischen Nationalrats wurde die Chance verpasst, die Versorgungssicherheit heimischer Patienten bei etablierten Medikamenten dauerhaft abzusichern. Das sogenannte Preisband wurde nicht verlängert. Dieses bewährte Instrument hat es in den vergangenen Jahren ermöglicht, dass bei Arzneimitteln, die bereits mehrere Preissenkungen durchlaufen haben und bei denen es mehrere Anbieter gibt, ein Abstand von maximal 30 Prozent zum Billigstanbieter zulässig ist. Gerade im von der Regelung betroffenen Niedrigpreissegment ist das notwendig, damit Hersteller in Österreich und in der EU höhere Produktionskosten gegenüber Konkurrenten aus Niedriglohnländern zumindest teilweise ausgleichen und lebenswichtige Medikamente weiterhin hierzulande herstellen können.

Vor dem Hintergrund der im Rahmen der Corona-Krise verstärkten Diskussion um die Rückholung der Produktion und der Absicherung der Lieferketten in Europa ist das Auslaufen der Regelung nicht nachvollziehbar. Sämtliche standort- und versorgungspolitische Absichtserklärungen werden konterkariert, wenn in Österreich hergestellte und dadurch unwesentlich teurere Medikamente künftig nicht mehr zu fairen Preisen durch die Sozialversicherung erstattet werden. „Das Einsparungspotential für die Sozialversicherung durch den Entfall des Preisbandes ist gering – das Risiko einer Gefährdung der Patientenversorgung hingegen sehr hoch, weil zahlreiche Anbieter vom Markt gehen müssen. Wir sind davon ausgegangen, dass die Politik ihre Lehren aus den Lieferengpässen während der Corona-Krise gezogen und die Notwendigkeit der Stärkung des heimischen Pharmastandortes erkannt hat. Dazu gehört zuallererst eine angemessene Erstattung, welche auch die höheren Sozial- und Umweltstandards berücksichtigt“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), und appelliert an die Entscheidungsträger, eine Verlängerung des Preisbands so rasch wie möglich zu beschließen.

Zwangslizenzen und Aufhebung des Patentschutzes bringen keine rasche Verbesserung bei der Versorgung mit Impfstoffen

19.05.2021 | Abbau von Handelshemmnissen und die Unterstützung von Kooperationen in der Pharmaindustrie sind zielführender, um eine rasche Ausweitung der Produktion zu ermöglichen 

Die heutige Debatte im EU-Parlament zum Patentschutz bei COVID-19-Impfstoffen zeigt, dass noch Aufklärungsbedarf darüber besteht, wie die Versorgung der Menschen weltweit schnellstmöglich durchführbar ist. Durch große Anstrengungen der Pharmaindustrie wurden in weniger als einem Jahr mehrere hochwirksame Vakzine entwickelt und bis Juni etwa 2,2 Milliarden Impfstoffdosen produziert. Bis Ende des Jahres werden es rund 11 Milliarden sein. Diese Anzahl ist ausreichend, um die erwachsene Bevölkerung rund um den Globus zu impfen. Eine Aufhebung des Patentschutzes oder Zwangslizenzen würden in den kommenden Monaten, bis genügend Impfstoff für alle zur Verfügung steht, kaum Verbesserungen bringen. Weder der Aufbau von hochkomplexen Produktionsanlagen noch von stark diversifizierten Lieferketten können so schnell aus dem Nichts aufgebaut werden.

Stattdessen sollten sich die politisch Verantwortlichen auf die Behebung der tatsächlichen Ursachen ungleicher Verteilung fokussieren. Vor allem die Reduktion von Handelshemmnissen bei den benötigten Wirkstoffen und den Impfstoffen selbst könnte das Problem der bisherigen Konzentration in einigen Ländern verringern. Allen voran die USA, die für die Abschaffung des Patentschutzes plädieren, bevorzugten bisher mit Exportverboten ihre Bevölkerung gegenüber dem Rest der Welt. Ein Schwenk hin zu mehr Ausfuhren, wie es die Pharmaunternehmen in der EU von Anfang an betrieben haben, würde rasch zu einer besseren Versorgung auch in ärmeren Regionen führen. Gleichzeitig ist es wichtig, Entwicklungsländer bei der Beschaffung zu unterstützen. Ein Teil der Impfstoffe sollte über etablierte Verteilmechanismen wie die COVAX-Initiative an betroffene Staaten abgegeben werden. Ebenso bedeutsam sind die weitere Optimierung und der Ausbau von bereits bestehenden Produktionsstätten und Kooperationen in der Pharmaindustrie, um dauerhaft ausreichende Mengen an Impfstoffen zu gewährleisten. Diese wären auch bestens dafür geeignet, den Herstellungsprozess rasch zu adaptieren, sollten die Vakzine gegen neue Virusvarianten angepasst werden müssen. „Die Stärkung der Innovationsleistung der Unternehmen, die Abschaffung von Handelshemmnissen wie Exportverboten, die Unterstützung von Verteil-Initiativen wie COVAX und die Ausweitung der Kapazitäten bei behördlich geprüften Impfstoff-Produzenten bleiben der einzig sichere Weg, qualitativ einwandfreie Vakzine für die ganze Welt herzustellen, nicht jedoch die Aufhebung des Patentschutzes oder Zwangslizenzen“, appelliert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), sich auf zielführende Lösungswege bei der Bekämpfung der Pandemie zu konzentrieren.

Ilse Bartenstein als Obfrau der Berufsgruppe Pharmaindustrie einstimmig wiedergewählt

18.05.2021 | „Starker Pharmastandort ist wichtig für die Versorgungssicherheit“

In der konstituierenden Sitzung des Pharmausschusses im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) erfolgte heute die Wahl des Vorsitzes. Ilse Bartenstein, die bereits seit 2013 an der Spitze der Berufsgruppe steht, wurde in ihrer Funktion als Vorsitzende der Pharmaindustrie im FCIO bestätigt. Ebenso wiedergewählt wurden ihre Stellvertreter Philipp von Lattorff von Boehringer Ingelheim und Christian Thonke von Novartis. „Ich bedanke mich beim Ausschuss und bei den Mitgliedern für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Gemeinsam mit meinen Stellvertretern und dem Team des Fachverbands werde ich mich in den kommenden fünf Jahren tatkräftig für die Interessen der heimischen Pharmawirtschaft einsetzen“, so Bartenstein zu ihrer Wiederwahl.

Besonderes Anliegen ist Bartenstein die Versorgungssicherheit bei Medikamenten. „Eine gut funktionierende, starke Pharmaindustrie ist enorm wichtig für die Gesundheit der einzelnen Patienten, aber auch für unsere gesamte Gesellschaft. Die außergewöhnlich schnelle Erforschung von Impfstoffen bei COVID-19 hat uns das eindrücklich vor Augen geführt. Um die Handlungs- und Innovationsfähigkeit der Branche zu gewährleisten, brauchen wir stabile Rahmenbedingungen, die eine langfristige Planung ermöglichen. Dazu gehören faire Erstattungspreise bei Arzneimitteln ebenso wie die Überwindung von Lieferengpässen durch eine Erhöhung der Belastbarkeit von internationalen Lieferketten bei Medikamenten“, so die Vorsitzende des Pharmaausschusses.

Patentschutz und Investitionsförderungen für Standort entscheidend

Die Stärkung des heimischen Forschungs- und Produktionsstandorts ist für die Pharmaindustrie ein wichtiges Anliegen. Investitionsanreize ermöglichen ein stärkeres Engagement der Unternehmen in Österreich, was zu einer höheren Versorgungssicherheit, der Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung führt. Wie erfolgreich solche Maßnahmen sind, zeigt beispielhaft der aktuelle Ausbau von Novartis und seiner Generika-Division Sandoz am Standort in Kundl in Tirol. Der global agierende Pharmakonzern investiert 100 Millionen Euro in die Produktion oralen Penicillins und erhöht damit die Bedeutung des heimischen Pharmastandorts im internationalen Wettbewerb. Auch für die Versorgungssicherheit ist dies ein wichtiger Beitrag, da die Erweiterung der Antibiotikaherstellung zu einer Reduktion der Abhängigkeit von Importen führen wird. Da dies auch im öffentlichen Interesse ist, hat die österreichische Bundesregierung zugesagt, den Ausbau mit öffentlichen Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro zu fördern.

Neben der wichtigen Unterstützung bei Investitionen ist Rechtssicherheit der zentrale Standortfaktor, für den sich die Berufsgruppe weiterhin einsetzen wird. Dies betrifft einerseits nationale Regelungen, weshalb die bewährten gesetzlichen Bestimmungen zum Preisband und der Erstattung für Biosimilars so rasch wie möglich ins Dauerrecht überführt werden müssen. Gleichzeitig gilt es auch auf EU-Ebene die richtigen Schwerpunkte bei der Ausgestaltung der Pharmastrategie zu setzen. Insbesondere muss der bestehende Patentschutz als zentraler Treiber für die Entwicklung neuer, effizienter Medikamente gegen schwere Krankheiten beibehalten werden, um die Innovationskraft der österreichischen und europäischen Pharmaindustrie zu erhalten.

Der Pharmabereich gehört mit einem Anteil von 15 Prozent und jährlichen Forschungsausgaben von 300 Millionen Euro zu einer der wichtigsten und innovativsten Branchen innerhalb der chemischen Industrie. Mit rund 15.000 Beschäftigten brachte die österreichische Pharmaindustrie im Jahr 2020 Waren im Wert von 2,2 Milliarden Euro auf den Weltmarkt.

Zur Person Ilse Bartenstein:

MMag. Dr. Ilse Bartenstein, MA ist seit 2013 Vorsitzende des Pharmaausschusses im Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). Die promovierte Juristin ist seit 1986 Geschäftsführerin der G.L. Pharma GmbH und Bartenstein Holding GmbH. Bartenstein ist zudem Delegierte der Sparte Industrie im Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Steiermark sowie Mitglied des Vorstands der Industriellenvereinigung Steiermark.

Diskussion am EU-Gipfel zeigt: Aufhebung des Patentschutzes bringt keine unmittelbare Verbesserung bei der Versorgung mit Impfstoffen

08.05.2021 | Verzicht auf Exportverbote und Unterstützung von Kooperationen in der Pharmaindustrie zielführender, um rasche Ausweitung der Produktion zu ermöglichen

Die von den USA angestoßene Diskussion rund um die Aufhebung des Patentschutzes für COVID-19-Impfstoffe ist aus Sicht der chemischen Industrie kontraproduktiv. Dies zeigte sich auch beim informellen EU-Gipfel in Porto, bei dem viele politisch Verantwortliche in Europa ihre Skepsis darüber äußerten, dass eine Aufhebung des Patentschutzes rasch zu einer globalen Durchimpfung führen wird. Die derzeit zugelassenen Vakzine bestehen aus mehreren hundert Komponenten, die in einem aufwändigen Prozess von spezifisch ausgebildetem Fachpersonal an unterschiedlichen Standorten hergestellt werden. Dafür ist die Kooperation eines weltweiten Netzes von Unternehmen nötig, die sich auf spezifische Pharmaprodukte spezialisiert haben. „Es ist ein Irrglaube, dass moderne Impfstoffe in einem Labor nach einer einfachen Blaupause nachgebaut werden können und so rasch die Produktion vervielfacht werden kann“, so Ilse Bartenstein, Obfrau des Pharmaausschusses des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). Insbesondere bei den komplexen mRNA-Vakzinen ist es äußerst unwahrscheinlich, dass diese in Ländern ohne entsprechende Infrastruktur produziert werden können. Zudem besteht die Gefahr, dass es bei Versuchen durch mangelndes Knowhow und nicht ausreichende Sicherheitsstandards zu Qualitätsverlusten bei den Impfstoffen kommen würde. Die Aufhebung des Patentschutzes würde daher in absehbarer Zeit zu keiner Verbesserung der Versorgung führen. Im Gegenteil: Bei den bestehenden, mühsam aufgebauten Lieferketten würde Planungssicherheit verloren gehen und entsprechende Investitionen würden zurückgestellt werden müssen. Zielführender wäre es, die bereits von der Pharmaindustrie gewählte Strategie des Ausbaus bestehender Produktionsstätten sowie die Steigerung der Produktion durch Kooperationen und Lizenzierungen zu unterstützen. „Die Ausweitung der Kapazitäten bei behördlich geprüften Produzenten, die ihre Impfstoffe in aufwändigen Prozessen zur Zulassung gebracht haben und bringen, sowie ihren Zulieferern, ist der sicherste Weg, qualitativ einwandfreie Vakzine für die ganze Welt herzustellen“, appelliert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, auf die Expertise der Unternehmen zu vertrauen, die hochkomplexe, wirksame COVID-Impfstoffe erforscht und damit überhaupt erst möglich gemacht haben.

Handelsbarrieren abbauen, Lieferketten stärken

Der Patentschutz ist einer der Schlüssel für die unglaublich schnelle Erforschung von mehreren, hochwirksamen Vakzinen, die in weniger als einem Jahr entwickelt wurden. Dieses Erfolgsmodell bei lebenswichtigen Innovationen in Frage zu stellen, könnte zu negativen Konsequenzen bei der Erforschung zukünftiger Therapien und Arzneimittel führen. Zusätzlich kann die Aufhebung von Patenten auch nicht die Verteilungsfrage, das Hauptproblem der unterschiedlichen globalen Belieferung, beheben. Die politisch Verantwortlichen sollten sich stattdessen auf die Ursachen ungleicher Verteilung fokussieren. Vor allem die Reduktion von Handelshemmnissen könnte das Problem der bisherigen Konzentration von Impfstoffen in einigen Ländern mildern, weshalb hochrangige Vertreter der EU auf dem Gipfel die internationalen Partner ermunterten, den Export von Corona-Impfstoffen zu erleichtern. Allen voran die USA, die jetzt für die Abschaffung des Patentschutzes plädieren, bevorzugten mit Exportverboten ihre Bevölkerung gegenüber dem Rest der Welt. Ganz im Gegensatz zur EU, wo der Großteil aller Vakzine hergestellt wird. Aus Europa wurden bisher beinahe so viele Impfdosen exportiert, wie an die eigene Bevölkerung verimpft wurden. In der EU gab es bisher auch die größten Produktionssteigerungen, die durch die freiwillige Kooperation verschiedener Produzenten der Pharmabranche möglich war. „Die Abschaffung von Handelshemmnissen, die Stärkung und Absicherung der Lieferketten für Vorprodukte sowie die Unterstützung kollaborativer Partnerschaften zwischen den Herstellern sollte auf der Agenda der Politik stehen, wenn wir weiterhin erfolgreich die globale Pandemie bekämpfen wollen. Nicht die Aufweichung des Patentschutzes“, Bartenstein abschließend.

Chemieindustrie zum Welttag des geistigen Eigentums: Patentschutz entscheidend für Fortschritt

26.04.2021 | Österreichs Wohlstand ist eng an den Schutz von Innovationen gekoppelt

Österreich ist eine Forschungsnation. Mit 3,19 Prozent Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt liegt die Alpenrepublik auf Rang zwei innerhalb der Europäischen Union, nach Schweden. 69 Prozent der über 5.000 forschungsdurchführenden werden von Unternehmen betrieben, 25 Prozent von Hochschulen, 6 Prozent von Einrichtungen des Staates. 2020 wurden trotz Pandemie 2.300 Patentanträge beim Europäischen Patentamt eingereicht, womit Österreich global Rang 14 belegt. Mehr als ein Viertel davon entfiel auf den Bereich der Chemie mit 591 Innovationen. Die Felder in denen am intensivsten geforscht wurden, waren die Pharmazie und Biotechnologie sowie Kunststoffe, in denen jeweils 148 Patentanträge eingereicht wurden. Wichtige Innovationstreiber waren die Bereiche Kreislaufwirtschaft, Material- und Arzneimittelforschung, in denen an Lösungen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Menschen und für eine ökologisch nachhaltigere Zukunft gearbeitet wurde. Die Forschungstätigkeit heimischer Betriebe der chemischen Industrie ist dabei nicht nur für die Entwicklung wichtiger, neuer Produkte und Verfahren bei Medikamenten und ökologisch nachhaltigen Kunststofflösungen verantwortlich, sondern schafft auch Wohlstand und sichere, hochwertige Arbeitsplätze. „Österreichs größte Ressourcen sind die Erfindungskraft und Leistungsfähigkeit seiner Menschen und Unternehmen. Dies zeigt sich speziell auch in der chemischen Industrie. Die Entwicklung von neuen Technologien und innovativen Produkten sorgt für Fortschritt, sichert nachhaltig unseren Wirtschaftsstandort und ist wichtig für den Kampf gegen den Klimawandel, bei dem Erfindungen aus der Chemie entscheidend für die Reduktion von Treibhausgasen sind. Deshalb ist es essenziell, Innovationen mit einem starken Patentrecht angemessen zu schützen“, so Hubert Culik, Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

Patentschutz ist Fundament für innovative Medikamente

Der Schutz geistigen Eigentums ist vor allem bei der Entwicklung von pharmazeutischen Produkten ein entscheidender Faktor. Denn, Arzneimittel zu entwickeln ist ein großes Risiko, bei dem Unternehmen viel Jahre und Geld in Forschung investieren müssen. Der Prozess von der Entwicklung eines neuen Wirkstoffes bis zum fertigen und zugelassenen Produkt dauert im Durchschnitt zwölf Jahre und Kosten von über 2 Milliarden Euro. Die Aussicht, ein innovatives Produkt für einen gewissen Zeitraum vor Nachahmung schützen zu können, ist daher ein wichtiger Anreiz.  Die Sicherheit des Schutzes der eigenen Leistung in Kombination mit Bestellzusagen von Regierungen haben es den Unternehmen ermöglicht, sich voll auf die Erforschung von Impfstoffen gegen Covid 19 zu fokussieren und in noch nie dagewesener Geschwindigkeit zur Zulassung zu bringen. „Um laufend an neuen Behandlungsansätzen forschen zu können, die den Patienten eine bestmögliche Versorgung mit innovativen Medikamenten gewährleistet, braucht es einen starken Patentschutz“, so Hubert Culik. „Jede Aufweichung würde sich sehr negativ auf die Fähigkeit der pharmazeutischen Industrie in Österreich und Europa auswirken, neue Arzneimittel und Therapien gegen lebensbedrohliche Krankheiten zu entwickeln“, so der Obmann des FCIO abschließend.

Pharmaindustrie zu Weltkrebstag: Forschung Schlüssel im Kampf gegen Krebs

04.02.2021 | Neue Therapien verbessern die Überlebenschancen deutlich

In den vergangenen Jahren konnten große Fortschritte bei der Behandlung von Krebserkrankungen erzielt werden. Dies liegt vor allem an der Entwicklung neuer Therapieformen der Pharmaindustrie. Immer mehr Menschen können geheilt werden oder mit einer Krebserkrankung ein deutlich längeres und besseres Leben führen als noch vor 10 oder 20 Jahren. Bei einer Hautkrebserkrankung lag die Chance, die kommenden 5 Jahre zu überleben, 2009 noch bei fünf Prozent. Bis 2019 hat sich dieser Wert auf 50 Prozent verzehnfacht. Auch bei anderen Krebserkrankungen, wie etwa bei Brust- oder Prostatakrebs, konnten moderne Medikamente die 5-Jahres-Überlebensrate auf etwa 90 Prozent steigern. Einen wichtigen Anteil an diesem Erfolg haben Gen- und Immuntherapien, die in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus der Krebsforschung der Pharmaunternehmen gerückt sind. Dabei wird gezielt das körpereigene Immunsystem gegen die Tumorzellen aktiviert, um die Erkrankung effektiv zu bekämpfen, ohne die vielfältigen Nebenwirkungen zu verursachen, wie sie etwa bei Chemotherapien auftreten. „Eine Krebserkrankung ist für die Betroffenen ein unglaublich schwieriger und langwieriger Prozess. Bei der Erforschung neuer Therapien geht es deshalb neben einer möglichen Heilung und der Erhöhung der Überlebenschancen auch darum, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, damit sie so wenig Einschränkungen wie möglich während ihrer Behandlung haben“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

Pharmaunternehmen für drei Viertel der Krebsforschung in der EU verantwortlich

Um die Patienten mit den besten und modernsten Therapien bei ihrem Kampf gegen Krebs zu unterstützen, betreibt die Pharmaindustrie großen Aufwand. Jährlich werden europaweit seitens der Unternehmen etwa 8,5 Milliarden Euro in die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente investiert. Auch Österreich spielt hier eine wichtige Rolle. In Wien ansässige Pharmaunternehmen arbeiten unter anderem seit mehreren Jahren intensiv an innovativen Therapien, die eine bedeutende Rolle im zukünftigen Kampf gegen Krebs spielen werden. Insgesamt wurden in den vergangenen 25 Jahren 118 Krebsmittel von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen. Davon entfiel etwa ein Drittel auf die letzten fünf Jahre. In dieser Zeit hat sich auch der Anteil an den innovativen Immuntherapien vervielfacht. Aktuell gibt es in diesem Bereich über 2.000 klinische Versuche in der Europäischen Union.

Spitzenforschung braucht Top-Rahmenbedingungen

Die Entwicklung effektiver Medikamente mit modernsten Technologien ist ein aufwändiges und langwieriges Verfahren. Deshalb benötigen die Unternehmen stabile und kalkulierbare gesetzliche Regelungen, um neue Therapien in der Krebsforschung entwickeln zu können, die in wenigen Jahren möglicherweise Krebs heilbar machen oder zur chronischen Erkrankung reduzieren können. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein innovationsfreundliches Umfeld entscheidend. Dazu gehört ein starkes Patentrecht ebenso wie Fördersysteme für lokale Produktion und Forschung.  „Nur mit einem ausreichenden Schutz der Forschung können neue Entwicklungen in der Krebsforschung vorangetrieben und damit den betroffenen Patientinnen und Patienten die beste medikamentöse Therapie angeboten werden. Dafür brauchen wir ein klares Bekenntnis der Politik zum Pharmastandort in Österreich und Europa sowie das Eintreten für die dafür notwendigen Rahmenbedingungen“, so Sylvia Hofinger.

FCIO zur EU-Pharmastrategie: Innovation als Schlüssel zur Versorgungssicherheit

25.11.2020 | Stärkung der Arzneimittelforschung ermöglicht besseren Zugang zu Medikamenten

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) sieht in den heute vorgestellten Plänen der Europäischen Kommission, den Zugang und die Versorgung von Patienten mit wichtigen Arzneimitteln zu verbessern und gleichzeitig die Erforschung innovativer Medikamente und die Produktion in Europa zu stärken, eine große Chance die Rahmenbedingungen für die Pharmaindustrie in Österreich und Europa weiterzuentwickeln.

Die Pharmaindustrie ist einer der wichtigsten Innovationsbranchen in Europa. Allein 2019 investierten die Arzneimittelhersteller 37 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Die Behandlung von seltenen Krankheiten steht dabei ebenso im Fokus wie die Entwicklung von Impfstoffen, Krebstherapien und die Bekämpfung von Volkskrankheiten im Herz-Kreislauf-Bereich. Die Bedeutung der Innovationskraft der Pharmaindustrie für Europa zeigt sich auch im aktuellen Wettlauf um eine wirksame und sichere Impfung gegen das Coronavirus. Zwei der drei vielversprechendsten Impfstoffe, die demnächst wahrscheinlich eine Zulassung erhalten werden, wurden in der EU entwickelt.

Um die Ziele der Strategie zu erreichen, ist es daher essenziell, die Leistungsfähigkeit der europäischen Pharmaindustrie im globalen Wettbewerb zu stärken. Einige Maßnahmen der Pharmastrategie, wie etwa die Harmonisierung der ergänzenden Schutzzertifikate im Patentrecht oder Projekte im Bereich Digitalisierung, könnten dabei helfen, neue Therapien schneller zur Marktreife kommen zu lassen und so zu einer besseren Versorgung der Patienten führen. Auch große Gemeinschaftsprojekte im Bereich Forschungsförderung, wie etwa die Initiative „1+ Million Genome“, werden sich positiv auf die Entwicklung innovativer Produkte auswirken.

Als Schritt in die richtige Richtung sind auch zahlreiche weitere Schwerpunkte zu bewerten, wie beispielsweise die Entwicklung neuartiger Antibiotika, um das zunehmende Problem der Antibiotikaresistenzen zu bekämpfen, sowie Arzneimittel für Kinder und seltene Krankheiten. Die Kommission will dafür Innovationen verstärkt forcieren – gleichzeitig ist aus Sicht des Fachverbandes äußerste Vorsicht bei der geplanten Überprüfung der derzeitigen Anreizsysteme im Bereich des geistigen Eigentums geboten. 

Für die Weiterentwicklung der europäischen Gesundheitssysteme ist es von großer Bedeutung, dass der Patient im Zentrum der umfassenden Pharmastrategie der Europäischen Kommission steht. Insbesondere Maßnahmen zur Stärkung von Forschung und Innovation werden sich positiv auf die Verfügbarkeit wichtiger Therapien auswirken. Kritisch zu hinterfragen sind jedoch Änderungen bei den Anreizsystemen zur Entwicklung von Arzneimitteln in der Pädiatrie und bei seltenen Krankheiten. Entscheidend ist hier, dass die Treffsicherheit des Mitteleinsatzes erhöht wird jedoch keinesfalls das Schutzsystem selbst geschwächt wird. Das würde die Entwicklung neuer, innovativer Arzneimittel eher hemmen und sich negativ auf den Forschungsstandort Europa auswirken“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO.

Krisenfeste Lieferketten für Versorgung entscheidend

Ein weiterer zentraler Punkt in der Pharmastrategie ist die Versorgungssicherheit. Es gab schon vor der Pandemie Lieferengpässe bei unentbehrlichen Arzneimitteln wie Krebstherapien, Impfstoffen und antimikrobiellen Mitteln, die Krise hat aber noch deutlicher gemacht, wie kritisch eine durchgehend funktionierende Lieferkette im Arzneimittelbereich ist. Die Kommission zielt darauf ab, Bereiche in den Lieferketten von Medikamenten und Wirkstoffen zu identifizieren, die besonders krisenanfällig sind und dort eine europaweite Transparenz bezüglich der Produktion und der Bestände zu etablieren. „Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die europäischen Märkte widerstandsfähiger in Krisensituationen zu machen, ist auch die Stärkung der Zusammenarbeit aller Beteiligten , insbesondere die Koordination von Maßnahmen auf europäischer Ebene ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung." so Hofinger. Der Fachverband der Chemischen Industrie wird sich in den kommenden Monaten intensiv und konstruktiv in die Diskussionen einbringen und Vorschläge für eine ausgewogene Umsetzung der unterschiedlichen Bereiche der Strategie unterbreiten.

EU-Pharmastrategie: https://ec.europa.eu/health/sites/health/files/human-use/docs/pharmastrategy_com2020-761_en.pdf

Chemieindustrie zu EU-Arzneimittelstrategie: Chance für Patienten und Wirtschaft

15.09.2020 | Forschung entscheidend für Versorgungssicherheit bei Medikamenten

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Gewährleistung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Darüber hinaus soll Europa wieder führend im Bereich Forschung und Entwicklung in der Gesundheitsversorgung und ein wichtiger Handelspartner im Bereich Arzneimittel und Medizintechnik werden. All diese Herausforderungen sollen mit der geplanten EU-Arzneimittelstrategie, deren Fertigstellung noch dieses Jahr erwartet wird, abgedeckt werden.

Einige wichtige Schwerpunkte bei den Vorschlägen der Kommission liegen in der Reduktion von Kosten im Gesundheitsbereich und in der Aufweichung des aktuellen Innovationsschutzes. In der aktuellen Situation sind derartige Vorschläge nicht angemessen. Die Covid-19-Krise hat klar gezeigt, wie anfällig die europäischen Gesundheitssysteme sind. Ganz im Gegenteil besteht heute in Europa die Notwendigkeit, Investitionen in die Belastbarkeit der Gesundheitssysteme zu tätigen. Dazu sind ununterbrochene und leistungsfähige Lieferketten ebenso wichtig wie die Stärkung der Produktion und Forschung in Europa, die in den letzten Jahren erodiert ist. 47 Prozent der neuen Wirkstoffe haben ihren Ursprung heute in den USA, nur noch 25 Prozent in Europa. Auch massive Verlagerungen in der Wirkstoffproduktion nach Asien haben die europäische Pharmabranche geschwächt. Maßgebliches Ziel der EU sollte daher sein, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern. Standort-Investitionen und Schutz von Innovationen sind sowohl für die Versorgung der Patienten mit den bestmöglichen Therapien als auch ökonomisch dafür weitaus zielführender als Kostenreduktionen und Innovationshemmnisse. „Die EU-Arzneimittelstrategie sollte als Chance genutzt werden, die europäische Forschungslandschaft im Bereich der Medizin auszubauen, um den zukünftigen Herausforderungen der Gesundheitssysteme gewachsen zu sein. Die Forschung sollte dabei als Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Erholung in der EU positioniert werden“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, die Pläne der EU-Kommission.

Globale Zusammenarbeit gegen Lieferengpässe

Neben der Forschung ist auch die Versorgungssicherheit der Patienten mit Medikamenten ein zentraler Punkt in der EU-Strategie. Schon vor der Pandemie kam es zu Engpässen bei unentbehrlichen Arzneimitteln wie Krebstherapien, Impfstoffen und antimikrobiellen Mitteln. Daher braucht es eine gründliche Prüfung der Frage, wie die Lieferketten - von der Einfuhr von Wirkstoffen, Rohstoffen und Arzneimitteln aus Drittländern bis hin zu Produktion und Vertrieb innerhalb der EU - sicherer und zuverlässiger gestaltet werden können. Dafür müssen umfassende Initiativen entwickelt werden, um eine nachhaltige Produktion und die Elastizität der Lieferketten für die sichere Versorgung von Patienten zu unterstützen. Dies erfordert einen abgestimmten, übergreifenden Rechtsrahmen für die Bereiche Arzneimittel, Chemikalien, Umwelt und Finanzierung. „Europa muss eine führende Rolle bei der Entwicklung von global harmonisierten Arzneimittel-, und Umweltstandards einnehmen und sich für belastbare Lieferketten rund um die Welt einsetzen, welche von Pandemien und anderen Naturkatastrophen unbeeinträchtigt bleiben“, so Hofinger. Bei der Sicherung der Arzneimittelversorgung geht es aber nicht nur um die Sicherung bestehender und Erforschung neuer Therapien. Es muss ebenso sichergestellt werden, dass innovative und vielversprechende Therapien für alle Patienten die diese benötigen, zugänglich sind. „Die Menschen erwarten einen raschen und einfachen Zugang zu sicheren, modernsten und erschwinglichen neuen und etablierten Therapien. Das kann nur dann gewährleistet werden, wenn Kommission und Pharmaindustrie gemeinsam am gleichen Ziel arbeiten: Der bestmöglichen Versorgung der Patienten mit lebenswichtigen Medikamenten“, so Hofinger.

Woher kommen unsere Medikamente

Knapp zwei Drittel stammen aus der Europäischen Union

22.07.2020 | Die gesamten Arzneimittel-Importe nach Österreich beliefen sich 2019 auf 6,8 Milliarden Euro. Etwa hundert unterschiedliche Länder versorgen Österreich mit Arzneimitteln.

  • Drei Viertel davon kommen aus gerade einmal von 5 Ländern: Deutschland, USA, Schweiz, Italien und Frankreich.
  • Der Großteil der Importe stammt aus der EU (62 Prozent).
  • China und Indien sind bei weitem nicht die größten Medikamenten-Lieferanten: Mit Arzneimitteln im Wert von 38 Milliarden macht China gerade einmal 0,56 Prozent aller Importe aus, Indien mit 72 Milliarden immerhin 1 Prozent.

  • Betrachtet man die Mengen, so erhöht sich der Anteil Chinas zwar auf 2,8 Prozent, Indien bleibt aber weiterhin unter der Wahrnehmungsschwelle.

Fahrplan EU-Arzneimittelstrategie: Wichtige Schwerpunktfelder für die Pharmaindustrie noch nicht ausreichend berücksichtigt

07.07.2020 |Fokus auf Innovation Voraussetzung für Versorgungssicherheit bei Medikamenten und Führungsrolle in der globalen Arzneimittelforschung

Die Gesundheitssysteme Europas gehören zu den besten der Welt. Maßgeblichen Anteil daran hat auch die europäische Pharmabranche, die trotz der gestiegenen Herausforderungen durch die Globalisierung in den Bereichen Forschung und Produktion immer noch zu den innovativsten und stärksten zählt. Um die sichere Versorgung der europäischen Patienten mit lebenswichtigen Medikamenten auch weiterhin gewährleisten zu können und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Pharmabranche zu stärken, hat die EU-Kommission eine Arzneimittelstrategie angekündigt, die bis Ende des Jahres vorgelegt werden soll. Aus Sicht der pharmazeutischen Industrie fehlen in dem dazu veröffentlichten Fahrplan aber noch entscheidende Antworten und Lösungsansätze, wie man diese Ziele erreichen möchte. Insbesondere die Bereiche Forschung und Innovation sind zu wenig verankert. „Wir begrüßen die Anerkennung der Bedeutung der pharmazeutischen Branche durch die EU-Kommission und deren Ambition ein positives politisches Umfeld schaffen zu wollen. Leider enthält der Fahrplan zur Arzneimittelstrategie aber nicht im ausreichenden Ausmaß mutige Lösungsansätze, um weltweit führend im Bereich der Medikamentenforschung und -produktion zu sein“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), den Fahrplan der EU-Kommission.

Forschung, Patente, Generikaproduktion

Um die EU an die Spitze der der pharmazeutischen Innovation zu bringen und eine Versorgung mit den besten und innovativsten Arzneimitteln für die gesamte Bevölkerung zu gewährleisten, sind aus Sicht der pharmazeutischen Industrie drei Schlüsselbereiche entscheidend:

  • Europa braucht eine Forschungs- und Produktionsinfrastruktur, die ein optimales Umfeld für die Entwicklung der nächsten Generation von Impfstoffen und Therapien liefert, um die Bereitstellung von Gesundheitslösungen für Patienten zu beschleunigen und die innovative Produktion zu fördern.
  • Europa braucht einen starken Patenschutz, der Sicherheit und Vorhersehbarkeit für Investoren und Innovatoren bietet und damit Investitionen in die Entwicklung künftiger Therapien zum Nutzen der Patienten anzieht.
  • Europa braucht eine klare Strategie für die lokale Produktion von lebensnotwendigen Wirkstoffen und Generika in der Europäischen Union, um den Standort und die Versorgung der Bevölkerung mit etablierten Arzneimitteln dauerhaft zu gewährleisten.

Bei all diesen Maßnahmen ist ein langfristiges, verlässliches gesetzliches Framework Voraussetzung für eine erfolgreiche Erreichung der Ziele der Versorgungssicherheit und der Stärkung des Pharmastandorts. Speziell für kleine Länder wie Österreich sind dabei stabile Rahmenbedingungen eine Grundlage dafür, sich als attraktives Ziel für Investitionen präsentieren zu können. „Die pharmazeutische Industrie ist bereit, mit allen beteiligten Stakeholdern in Europa zusammenzuarbeiten, um medizinische Innovationen zu schaffen und einen nachhaltigen Zugang zu Arzneimitteln für alle Bürgerinnen und Bürger dauerhaft zu ermöglichen. Dafür braucht es aber eine Strategie, die die langfristigen Prozesse und Planungen zulassen, die für Erfolge in der Entwicklung pharmazeutischer Spitzenprodukte nötig sind“, so Hofinger.

Verlängerung des Preisbands erhöht Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln

30.06.2020 | Chemische Industrie begrüßt Gesetzesantrag zur Absicherung der heimischen Pharmaproduktion

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie fragil Lieferketten sein können, gerade auch in der Arzneimittelversorgung. Um mögliche Lieferengpässe in Zukunft zu vermeiden, ist es daher wichtig, diese Lieferketten stabiler zu gestalten und vor allem auch die heimische Produktion zu stärken. Eine wichtige Maßnahme dazu wurde heute von den Regierungsparteien im Gesundheitsausschuss beschlossen: Die Verlängerung des sogenannten Preisbands für Arzneimittel. Mit diesem erfolgreich erprobten Instrument ist es Herstellern möglich, höhere Produktionskosten in Österreich oder der EU gegenüber Konkurrenten aus Niedriglohnländern zumindest teilweise auszugleichen und lebenswichtige Medikamente weiterhin hierzulande herzustellen. Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt das Bekenntnis der Regierungsparteien zur heimischen Pharmaproduktion. „Die Verlängerung des Preisbands ist ein wichtiger Schritt für die Absicherung der Arzneimittelherstellung in Österreich. Es ist sehr erfreulich, dass diese sinnvolle Maßnahme zum Schutz der Versorgungssicherheit und des Produktionsstandorts beibehalten wird“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO.

Stärkung des Produktionsstandorts führt zu höherer Versorgungssicherheit

Der heutige Beschluss ist aus Sicht der chemischen Industrie ein sehr positives Zeichen dafür, dass in der Politik die Bedeutung der Arzneimittelproduktion für Österreich erkannt wurde und man sich nun verstärkt für den Erhalt der Versorgung der Bevölkerung durch lokale Herstellung einsetzt. Die Stärkung der Generikaproduktion in Österreich bedeutet gleichzeitig ein Engagement für den Umweltschutz, da die Produktionsstandards hierzulande weitaus höher sind. „Die Beibehaltung des Preisbands ist damit eine win win Lösung für alle Beteiligten: Patienten profitieren von der gesicherten Versorgung, Beschäftigung und Wertschöpfung werden erhalten und gleichzeitig höchste Umweltstandards in der Produktion erfüllt,“ so Hofinger abschließend.

Round Table Arzneimittelversorgung

29.06.2020 | Parallelexporte, Produktionsverlagerungen oder Probleme in der Lieferkette – eine sichere Arzneimittelversorgung und der Pharmastandort sind in Österreich und Europa schon länger ein wichtige Themen. 

Durch die Corona-Krise wurde in den vergangenen Monaten nun noch deutlicher sichtbar, wie schwierig die Aufrechterhaltung der Arzneimittelversorgung in Krisenfällen sein kann. Insbesondere, wenn Europa bei vielen Wirkstoffen von asiatischen Ländern abhängig ist. In einem Online-Round-Table der Tageszeitung „die Presse“ wurde nun in Zusammenarbeit mit dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) mit einer hochkarätigen Expertenrunde darüber diskutiert, wie die Arzneimittelversorgung innerhalb der EU sichergestellt und der heimische Pharmastandort gestärkt werden kann. Den vollständigen Artikel finden Sie im Downloadbereich.

 

Die chemische Industrie im Kampf gegen Covid-19

16.06.2020 | Die chemische Industrie ist bei der Bewältigung der Pandemie ein unverzichtbarer Partner. Seit Beginn der Covid-19-Krise setzten zahlreiche Mitglieder des FCIO Initiativen, um mit Produkten oder Projekten dem Coronavirus entgegenzuwirken.

Unter http://www.fcio.at/chemische-industrie/covid-19-fighters/ finden Sie eine Auswahl an Beiträgen, die einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen Covid-19 geleistet haben, immer noch leisten oder in Zukunft leisten werden.

Pharmaindustrie trotzt Krise mit Standortinvestitionen in Österreich

26.05.2020 |Positive Rahmenbedingungen für langfristigen Erhalt der Arzneimittelproduktion essenziell

Die Coronakrise ist sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich eine große Belastung für Österreich. Umso erfreulicher sind positive Nachrichten für den heimischen Wirtschaftsstandort. Solche kommen aktuell aus Tirol, wo der global tätige Pharmakonzern Novartis heute bekannt gegeben hat, 30 Millionen Dollar in seinen Produktionsstandort in Kundl zu investieren. Damit soll die Wirkstoff-Produktion eines hochinnovativen Netzhaut-Präparats nach Österreich geholt werden. Bis 2021 soll dann die komplette globale Produktion in Tirol erfolgen. „Die Investition in die Produktionsstätte Kundl zeigt, dass Österreich als Standort für Arzneimittelproduktion gefragt ist. Wir freuen uns, dass die heimischen Standorte mit ihren hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern und Entscheidungsträgern eine gute Reputation innerhalb global tätiger Pharmaunternehmen haben und wichtige Investitionen in unser Land bringen“, begrüßt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), die Ansiedelung der Wirkstoff-Produktion von Novartis in Kundl.

Welche Bedeutung die Pharmaindustrie für Österreich hat, zeigt sich auch bei den wirtschaftlichen Kennzahlen Aktuell setzen heimische Pharmaunternehmen mit ihren Mitarbeitern direkt rund 5 Milliarden Euro pro Jahr um. Wenn man auch noch die vor- und nachgelagerten Bereiche einbezieht, ergibt sich sogar eine indirekte Wertschöpfung von etwa 10 Milliarden Euro. Damit leistet die Pharmaindustrie einen Beitrag von fast 3 Prozent zum gesamten Bruttoinlandsprodukt in Österreich. Jede Stärkung, jede neue Investition der heimischen Pharmabranche erhält den Charakter als Industrieland und sichert den Wohlstand. Um Forschung und Arzneimittelproduktion in Österreich zu halten, ist es entscheidend, den österreichischen Standort attraktiv zu gestalten und Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen flexibel auf die Bedürfnisse der Unternehmen reagiert werden kann. Denn Produktionsstandorte für lebenswichtige Medikamente und Wirkstoffe sind weltweit heiß umkämpft. „Wir begrüßen den aktuellen Wunsch seitens der Politik, Verlagerungen von Medikamentenherstellung rückgängig zu machen. Damit dies gelingen kann, sind Maßnahmen nötig, die sowohl die Unternehmen bei der Produktion im Inland unterstützen, als auch die globalen Lieferketten absichern. Eine gute Erstattungspolitik ist ebenso notwendig, wie eine gute internationale Zusammenarbeit“, so Hofinger. 

Faire Preise notwendig, um Arzneimittelproduktion in Österreich halten und auszubauen

Neben planbaren, langfristig ausgelegten Rahmenbedingungen für die Unternehmen braucht es vor allem faire Preise bei Medikamenten. Sowohl bei innovativen Therapien, wie auch im Bereich der Generika. Durch die Globalisierung der Arzneimittelproduktion ist ein Preisdruck entstanden, bei dem es kaum möglich ist, ohne Unterstützung eine dauerhafte konkurrenzfähige Produktion in Österreich zu halten. „Es ist für heimische Unternehmen sehr schwierig im internationalen Wettbewerb zu bestehen, wenn eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen“, so Hofinger. Um die Arzneimittelproduktion in Österreich halten zu können, braucht es gut durchdachte politische Maßnahmen. Wie etwa das gesetzlich geregelte „Preisband“. Dieses bestehende Instrument ist sehr gut geeignet, dem Preisdruck gegenzuhalten und Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten in Österreich zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet. „Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger, den österreichischen Produktionsstandort für Medikamente dauerhaft zu stärken.

Frauen in der Pharmaforschung

28.04.2020 | "Auf weibliche Talente zu verzichten würde bedeuten, auf 50 Prozent der Talente zu verzichten." Diese Erkenntnis gilt insbesondere für die österreichische Pharmaindustrie.

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im F&E Bereich sind dort weiblich, im Gegensatz zu lediglich 30 Prozent Frauenanteil in der übrigen Forschung in Österreich.

Warum das so ist und aus welchen Gründen sich viele Frauen für eine Karriere in der Pharmaforschung entscheiden, können Sie im aktuellen "Forschung Spezial" der Tageszeitung Der Standard nachlesen: https://www.derstandard.at/story/2000117019224/wie-weiblich-ist-die-pharmaforschung

 

Pharmaindustrie begrüßt Verordnung zur Einschränkung des Parallelhandels

18.02.2020 | Verringerung von Arzneimittelengpässen durch geplantes Exportverbot erwartet

Lieferengpässe bei bestimmten Medikamenten haben sich im vergangenen Jahr zu einem großen Ärgernis für Patienten, Ärzte und für die gesamte Gesundheitswirtschaft entwickelt. Nach langen, intensiven Verhandlungen mit allen relevanten Stakeholdern im Arzneimittelbereich wurde nun ein erster Schritt zur Lösung erzielt. Unter Leitung des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) wurde eine Verordnung erarbeitet, die eine umfassende Meldung bei Lieferschwierigkeiten vorsieht. Davon abhängig kann das BASG Parallelexporte der betroffenen Arzneimittel, eine der Ursachen für den Mangel, verbieten. Bei Parallelexporten handelt es sich um den Weiterverkauf günstiger Medikamente für heimische Patienten ins höherpreisige Ausland durch Parallelhändler. Konkret sieht die nunmehr kundgemachte Verordnung vor, dass im Falle einer Einschränkung der Vertriebsfähigkeit einer verschreibungspflichtigen Arzneispezialität im Inland die betroffene Arzneispezialität vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) in einer Liste auf seiner Homepage allgemein zugänglich zu veröffentlichen ist. Die danach veröffentlichten verschreibungspflichtigen Arzneispezialitäten dürfen aus Gründen des Schutzes der öffentlichen Gesundheit nicht in eine andere Vertragspartei des EWR exportiert werden. Dieses neue, gezielte Exportverbot entspricht einer Forderung des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), der auch von der Europäischen Kommission grünes Licht gegeben wurde. „Unsere Einschätzung der EU-Konformität des Exportverbots bei Medikamentenengpässen hat sich bestätigt. Wir freuen uns, dass unser Vorschlag zur Einschränkung der Parallelexporte nun umgesetzt wird. Durch die Einführung eines umfassenden Vertriebsbeschränkungsregisters und des gezielten Exportverbots erwarten wir einen deutlichen Rückgang bei Lieferengpässen, der schon bald spürbar sein wird“, zeigt sich Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO überzeugt.

Standortbedingungen und Preisband - weitere Schritte zur Versorgungssicherheit nötig

Neben den erarbeiteten Regelungen müssen jedoch noch weitere Maßnahmen gesetzt werden, um eine optimale und sichere Versorgung der heimischen Bevölkerung mit Arzneimitteln zu gewährleisten. Denn eine weitere Ursache von Lieferengpässen sind Qualitätsmängel oder gar Produktionsausfälle bei Arzneimitteln oder in der Wirkstoffproduktion in Drittländern wie Indien oder China. Dies geschieht zwar nicht häufig, kann aber zu erheblichen Versorgungsproblemen führen. Die beste Methode, um dies weitestgehend zu verhindern, ist, die heimische Produktion und auch jene in der EU zu stärken. Dadurch würde sich die Abhängigkeit von Arzneimittelimporten reduzieren. Dazu braucht es einerseits Rahmenbedingungen für Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, mit denen langfristige Planungen möglich sind. Andererseits aber auch faire Preise für Arzneimittel, insbesondere im bei der Rückerstattung im Generikabereich für Medikamente, für die es schon mehrere Nachfolgeprodukte gibt. Wenn bei den bereits günstigsten Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich oder im EU-Ausland wirtschaftlich nicht mehr möglich. „Es ist wirtschaftlich nicht tragbar, dass eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen“, so Hofinger zu den Verwerfungen in der Preispolitik bei zahlreichen Arzneimitteln. Dieser Negativspirale muss eine proaktive Standortpolitik zum Erhalt heimischer Forschungs- und Produktionsstandorte im pharmazeutischen Bereich entgegengesetzt werden. Mit dem gesetzlich geregelten „Preisband“ gibt es laut Hofinger dazu bereits ein sehr gut geeignetes Instrument, Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet und muss aus Sicht des FCIO dringend verlängert werden. „Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger.

Pharmaunternehmen stemmen drei Viertel der Krebsforschung in Europa

04.02.2020 | Industrie investiert europaweit jährlich 8,5 Milliarden Euro

Krebserkrankungen gehören heute zur zweithäufigsten Todesursache in Europa. Mittlerweile sind sie für etwa ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich. Dementsprechend sind in den vergangenen 25 Jahren auch die Anstrengungen zur Bekämpfung von Krebs erhöht worden. Seit 1995 haben sich die Ausgaben in Europa beinahe verdoppelt. Neben genaueren Diagnoseverfahren und umfangreicherer Präventivarbeit sind vor allem Innovationen bei Krebsmedikamenten für bessere Behandlungsmethoden und Überlebenschancen verantwortlich. Hier spielt die europäische Pharmaindustrie eine entscheidende Rolle. Laut einer aktuellen Studie des schwedischen Instituts für Gesundheitsökonomie IHE haben sich die Forschungsausgaben zur Bekämpfung von Krebs seit 2005 von 4,1 Milliarden Euro pro Jahr auf 11,8 Milliarden beinahe verdreifacht. Während vor 15 Jahren Investitionen der forschenden Firmen noch beinahe gleichauf mit den öffentlichen Forschungsausgaben gelegen sind, zeigen die neuesten Zahlen eine deutliche Verlagerung Richtung Pharmaindustrie. Die Unternehmen der Branche finanzieren mittlerweile 72 Prozent der Forschung zur Bekämpfung von Krebs. Jährlich sind das in Europa rund 8,5 Milliarden Euro. Öffentliche Investitionen liegen bei etwa 3,3 Milliarden Euro. An den großen Fortschritten, die aktuell in der Krebsforschung gemacht werden, ist auch die heimische Pharmabranche beteiligt. Der Bereich der Gen- und Zelltherapien ist einer der Forschungsschwerpunkte an den österreichischen Standorten. Wie wirkungsvoll die verstärkten Forschungsanstrengungen sind, zeigt ein Vergleich der Anzahl der Todesfälle durch Krebs seit 1995. Diese sind bei den meisten Bevölkerungsgruppen deutlich zurückgegangen. Bei den unter 65jährigen liegt der Rückgang bei 10 Prozent, bei den unter 40jährigen bei minus 40 Prozent und bei Kindern unter 14 Jahren haben sich die Todesfälle sogar halbiert. Lediglich bei älteren Patienten über 65 gab es einen Anstieg um 30 Prozent, was jedoch vor allem mit der Zunahme der Lebenserwartung und der damit allgemein höheren Sterblichkeitsrate dieser Altersgruppe zusammenhängt. „Die Pharmaindustrie investiert jährlich Milliarden in die Erforschung innovativer Heilmittel, um den Patienten die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Heilbarkeit erscheint mittlerweile keine ferne Utopie mehr zu sein, sondern könnte in naher Zukunft tatsächlich Realität werden. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zur bestehenden Form der Forschungsprämie ebenso wie ein forschungs- und unternehmensfreundliches Umfeld. So kann das Ziel erreicht werden, die Krebspatienten mit immer besseren Therapien zu behandeln und zu heilen“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

Hoffnungsträger Immuntherapie

Die Krebsforschung hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Die früher häufigste Behandlungsform, die Chemotherapie, wird nach und nach durch neuere Ansätze, die zu einer besseren Lebensqualität führen, ersetzt und ergänzt. Seit 1995 wurden 118 neue Arzneimittel zur Bekämpfung von Krebs von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen. Der Schwerpunkt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dabei zu den sogenannten „gezielten Krebstherapien“ verlagert, die den Großteil aller neuen Medikamente ausmachen. Aktuell etwa knapp drei Viertel aller neuen Arzneimittel in diesem Bereich. Seit 2015 bekommen auch Immuntherapien eine immer größere Bedeutung. Während im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 nur eines von 35 neuen Krebsmedikamenten den Immuntherapien zugerechnet wurde, waren es zwischen 2015 und 2018 bereits sieben. Die Bedeutung zeigt sich auch in der Forschungsintensität. Alleine im September 2018 wurden europaweit über 2.250 klinische Studien im Bereich der Immuntherapien zur Krebsbehandlung durchgeführt. Bei der Immuntherapie geht es vereinfacht gesagt darum, das körpereigene Immunsystem gegen die Krebserkrankung zu aktivieren und zu stärken. Zu den aktuell erfolgversprechendsten Behandlungsformen gehört die sogenannte CAR-T-Zelltherapie. Mit den Immuntherapien lassen sich unterschiedliche Krebserkrankungen viel gezielter bekämpfen, ohne die vielfältigen Nebenwirkungen, wie sie etwa bei Chemotherapien auftreten.

Pharmaindustrie bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Standort Österreich

25.11.2019 | Arzneimittelhersteller sind Garanten für Gesundheit, Wohlstand und Beschäftigung

Keine andere Branche leistet einen so zentralen Beitrag zur Verlängerung der Lebenszeit wie die Pharmaindustrie. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich die Lebenserwartung der Menschen in Österreich um mehrere Jahrzehnte gesteigert. Ein guter Teil dieses Zuwachses geht auf das Konto der Arzneimittelhersteller. Forschung ist dabei ein zentraler Faktor. Mehr als 300 Millionen Euro werden jährlich in die Entwicklung neuer Medikamente, Therapien und in Prozessoptimierungen investiert. Auch für die Entwicklung des Wohlstands sind die Leistungen der Pharmaindustrie ein wichtiger Eckpfeiler. Aktuell erwirtschaften heimische Pharmaunternehmen mit ihren Mitarbeitern direkt rund 5 Milliarden Euro pro Jahr. Wenn man auch noch die vor- und nachgelagerten Bereiche einbezieht, ergibt sich sogar eine indirekte Wertschöpfung von etwa 10 Milliarden Euro. Damit leistet die Pharmaindustrie einen Beitrag von fast 3 Prozent zum gesamten Bruttoinlandsprodukt in Österreich. Die heimischen Unternehmen stehen gleichzeitig unter einem enormen Wettbewerbsdruck. Nicht nur im Forschungsbereich ist die globale Vernetzung in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Auch bei der Produktion gab es bereits in vielen Bereichen Verlagerungen nach Asien und in die USA. Um Forschung und Produktion in Österreich zu halten, ist es entscheidend, den österreichischen Standort attraktiv zu gestalten und Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen flexibel auf die Bedürfnisse der Unternehmen reagiert werden kann. Wie wichtig das ist, zeigt sich am Beispiel Novartis. Der global tätige Pharmakonzern beschäftigt über 5.000 Mitarbeiter in Österreich und hat in den vergangenen 10 Jahren etwa 900 Millionen in seine heimischen Standorte investiert. „Wir brauchen erfolgreiche, innovative Unternehmen wie Novartis in Österreich. Forschung und Produktion sichern Wohlstand, Beschäftigung und Gesundheit in unserem Land. Für den Wirtschaftsstandort ist es daher von zentraler Bedeutung, die Industrie bei ihren Bestrebungen, Medikamente und Therapien in Österreich zu entwickeln und zu produzieren, zu unterstützen. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zur bestehenden Form der Forschungsprämie ebenso wie ein forschungs- und unternehmensfreundliches Umfeld“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). 

Arzneimittelproduktion in Österreich halten

Um die heimische Produktion zu stärken, braucht es neben planbaren Rahmenbedingungen für die Unternehmen vor allem faire Preise im Bereich von Arzneimitteln. Wenn auch bei günstigen Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich nicht mehr möglich. „Es kann nicht sein, dass eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen“, so Hofinger. Mit dem gesetzlich geregelten „Preisband“ gibt es dazu bereits ein sehr gut geeignetes Instrument, Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet. „Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger.

Zu viele bürokratische Hürden bei Beschäftigung internationaler Spitzenkräfte

Die wichtigste Ressource von innovationsgetriebenen Unternehmen sind ihre Mitarbeiter. Nur wer die besten Kräfte an sich binden kann, ist international wettbewerbsfähig und kann im Bereich Forschung und Entwicklung erfolgreich reüssieren. In einer global vernetzten Welt ist es von großer Bedeutung, Forscher und Fachkräfte an den Orten einsetzen zu können, wo sie mit ihrer Arbeit die größte Wirkung erzielen können. Hier gilt es, bürokratische Hürden abzubauen und die Prozesse zu beschleunigen. Nur so werden die heimischen Standorte weiter um die Weltspitze in der Pharmaforschung konkurrieren können.

Arzneimittel im niedergelassenen Bereich: moderates Ausgabenwachstum

14.11.2019 | Studie zeigt Entwicklung des erstattungsfähigen Arzneimittelmarktes bis 2023. Ergebnis dient als datenbasierte Grundlage zur Diskussion über Ausgaben für Arzneimittel.

Mit validen Daten lässt es sich leichter planen: Um eine faktenbasierte Sichtweise auf die Entwicklung bei den Arzneimittelausgaben in den nächsten vier Jahren zu ermöglichen und eine valide Basis für die Planbarkeit hinsichtlich der Arzneimittel im niedergelassenen Bereich zu schaffen, haben Apothekerverband, FCIO, FOPI und Pharmig die Studie „Pharma Forecast Austria 2023“ in Auftrag gegeben. Die Studie zeigt, dass der erstattungsfähige Arzneimittelmarkt bis 2023 jährlich real um durchschnittlich 1,5 Prozent wachsen wird.

„Die quantitative Prognose für die nächsten Jahre basiert auf Zeitreihenanalysen ergänzt um qualitative Einflussfaktoren. Das Wachstum bei innovativen Arzneimitteln wurde zusätzlich bewertet. Um die Prognose zu fundieren, haben wir zudem die Annahmen mit den Planungen einzelner Pharmafirmen abgeglichen“, erklärt Mag. Stefan Baumgartner, General Manager der IQVIA.

Grund für das moderate reale Wachstum von durchschnittlich plus 1,5 Prozent jährlich sind die Auswirkungen der gesetzlich vorgeschriebenen Preisreduktionen von Original- und Nachfolgepräparaten nach Patentabläufen. „Es ist anzunehmen, dass das Wachstum noch geringer ausfallen wird als die von uns berechneten inflationsbereinigten 1,5 Prozent. Denn zusätzlich zu den gesetzlichen Regularien wirkt auch die Marktdynamik auf die Preise. Das heißt, dass Unternehmen oftmals ihre Preise im Wettbewerb stärker senken, als es die in unserem Forecast zugrunde gelegten Regelwerke vorgeben“, so Baumgartner. Außerdem sind individuelle Rabatte der Hersteller nicht in die Berechnung mit aufgenommen worden.

Die Prognose zeigt, dass durch die Preissenkungen nach Patentabläufen ein Potenzial geschaffen wird, mit dem die erwartbaren Mehrkosten für innovative Arzneimittel mehr als kompensiert werden können: „Wir sprechen hier von Preiseffekten, die bis 2023 insgesamt etwa 944 Mio. Euro frei machen, denen wiederum Innovationen in Höhe von etwa 454 Mio. Euro gegenüberstehen“, so Baumgartner. Somit können diese rund 450 Mio. Euro über das fast doppelt so hohe Potenzial, das durch Preissenkungen entsteht, finanziert werden. „Gäbe es keine Innovationen, wäre der Markt sogar rückläufig“, ergänzt Baumgartner.

Dr. Thomas Czypionka, Head of Health Economics and Health Policy am Institut für höhere Studien (IHS) in Wien stellt die Zahlen in einen gesundheitspolitischen und gesundheitsökonomischen Kontext und erklärt: „Schon in den vergangenen Jahren sind die Ausgaben für Arzneimittel geringer gewachsen als die Einnahmen der Krankenkassen. Setzt man den Pharma-Forecast in Beziehung zur Wirtschaftsprognose, so wird sich dies zumindest bis 2023 fortsetzen.“ Auch im Vergleich zu den gesamten Gesundheitsausgaben liegt das Verhältnis ähnlich: „Die Gesundheitsausgaben machen etwa elf Prozent des BIP aus. Während es hier einen stetigen, geringfügigen Aufwärtstrend gibt, bleibt der Anteil der öffentlichen Arzneimittelausgaben für den niedergelassenen Bereich dagegen die letzten Jahre stabil“, so Czypionka weiter.

Die Schlüsse, die der Gesundheitsökonom aus den Ergebnissen der Studie zieht: „Die Zahlen des Pharma-Forecast legen nahe, dass das Wachstum der öffentlichen Arzneimittelausgaben im niedergelassenen Bereich mittelfristig kein Finanzierungsproblem erzeugt und dass das Ausgabenwachstum konstant ist, obwohl durch einige Neuentwicklungen ein Zusatznutzen für die Patienten entsteht. Er macht aber auch nochmal deutlich, dass es abseits der Finanzierbarkeit in einigen Bereichen Probleme gibt. So können durch über die Jahre konstante Preise der patentfreien Arzneimittel bei steigenden Arbeitskosten Probleme für Hersteller und Apotheken entstehen, da erzielbare Margen in diesem Bereich abschmelzen. Bei jährlich steigender Rezeptgebühr fallen auch für die Patienten immer mehr Medikamente aus der Erstattung und werden nicht auf die Rezeptgebührenobergrenze angerechnet.

Mit dem „Pharma Forecast Austria 2023“ wird jedenfalls eine Möglichkeit geschaffen, um mit belastbarem Datenmaterial zukünftige Arzneimittel-Ausgaben im Gesundheitssektor planbarer zu machen. Mit der darin aufgezeigten Prognose können zumindest jene Ausgaben, die für Arzneimittel im niedergelassenen Bereich bei den Krankenkassen anfallen, von diesen präziser budgetiert werden.

Gezieltes Exportverbot bei Versorgungsengpässen mit Arzneimitteln

Gezieltes Exportverbot bei Versorgungsengpässen mit Arzneimitteln

20.08.2019 | Versorgung von heimischen Patienten muss Vorrang vor Gewinnmaximierung haben.

Die aktuelle Diskussion rund um Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln in Österreich muss sich wieder auf die Lösung des Problems konzentrieren. Die Sicherheit und Gesundheit der Patienten müssen wieder im Mittelpunkt stehen und nicht der Versuch interessensgeleiteter, politischer Einflussnahme. Dazu gilt es, sich genauer mit den verschiedenen Ursachen der Lieferengpässe auseinanderzusetzen und zielgerichtete Lösungen zu erarbeiten. Dass einige wenige Arzneimittel in Österreich nicht ausreichend zur Verfügung stehen, liegt nämlich häufig an den sogenannten „Parallelexporten“. Es ist leider gängige Praxis, für den österreichischen Markt bestimmte und hierzulande günstigere Medikamente in höherpreisige Märkte wie Deutschland zu exportieren. Genau an diesem Punkt muss nach Meinung des Fachverbands der Chemischen Industrie (FCIO), zu dem auch die Pharmaproduzenten gehören, angesetzt werden. „Diese Art der Geschäftemacherei auf Kosten heimischer Patienten gehört dringend abgestellt. Die Hersteller produzieren ausreichend Arzneimittel für den heimischen Markt. Engpässe dürfte es eigentlich gar nicht geben. Diese entstehen zum Beispiel, wenn einzelne Apotheker Medikamente ins Ausland verkaufen, um höhere Profite zu erzielen. Mit einem Exportverbot im Falle von Liefereinschränkungen könnte man dieses Problem zum Wohl der Patienten schnell und effizient beheben“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, die Notwendigkeit für schärfere gesetzliche Maßnahmen. 

Expertenvorschläge aufgreifen statt politischer Stimmungsmache

Eine hochrangige Taskforce unter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder im Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) erarbeitet derzeit zahlreiche Vorschläge, um die Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln zu gewährleisten. Eine der zentralen Maßnahmen ist die Einrichtung eines Vertriebseinschränkungsregisters. Dieses soll nicht nur für Transparenz am Markt sorgen, sondern könnte auch die Basis für gezielte Exportverbote bilden. „Wir benötigen eine klare gesetzliche Ansage gegen den Ausverkauf von Medikamenten, die für die österreichischen Patienten bestimmt sind. Im Sinne der Rechtssicherheit gehen wir davon aus, dass mit dem Knowhow der Experten im BASG eine EU-rechtskonforme Lösung gefunden wird. Im Falle einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Lieferengpässe gibt es Ausnahmen von der EU-Warenfreiheit. Jetzt sollte man die Experten arbeiten lassen, statt das Thema für politische Stimmungsmache zu missbrauchen“, so Hofinger. 

Arzneimittelproduktion in Österreich halten

Eine weitere Ursache von Lieferengpässen können Produktionsausfälle bei Arzneimitteln sein, die in Drittländern wie China hergestellt werden. Die beste Methode, um dies weitestgehend zu verhindern, ist es, die heimische Produktion zu stärken. Dazu braucht es planbare Rahmenbedingungen für die Unternehmen und faire Preise gerade im Bereich von Arzneimitteln, für die es schon mehrere Nachfolgeprodukte gibt. Wenn bei den günstigsten Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich oder im EU-Ausland nicht mehr möglich. „Es kann nicht sein, dass eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen“, so Hofinger. Mit dem gesetzlich geregelten „Preisband“ gibt es dazu bereits ein sehr gut geeignetes Instrument, Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet. „Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger.

Wirkstoffverschreibung keine Lösung für Lieferengpässe

Ein weiterer Vorstoß der Apothekerkammer und der Patientenanwaltschaft sorgt beim Fachverband der Chemischen Industrie für Kopfschütteln: Ärzte sollten in Zukunft nur mehr Wirkstoffe verschreiben und die Auswahl der Arzneimittel den Apothekern überlassen, so der Vorschlag. Dies würde einen massiven Eingriff in das bestehende Therapie- und Abgabesystem bei Arzneimitteln bedeuten. Nicht mehr der Arzt würde über die passende Behandlung eines Patienten entscheiden, sondern der Apotheker. „Die Wirkstoffverschreibung als Lösung für das Problem von Lieferengpässen bei Arzneimitteln zu präsentieren, ist aus Sicht des FCIO eine unzulässige Vermischung von Themen. Es stellt sich hier die Frage, ob dem Vorschlag nicht auch finanzielle Interessen wie Margengestaltung und Kosten für die Lagerhaltung zu Grunde liegen. Die Interessen der Patienten auf eine bestmögliche Versorgung mit Medikamenten wird damit jedoch sicher nicht berücksichtigt“, kommentiert Sylvia Hofinger den Vorstoß der Wirkstoffverschreibung.

Innovation Day Pharma am 26.09.2019

FCIO Innovation Day 2019 - Pharma

Wann? Donnerstag, 26. September 2019, von 14.00 – 18.00 Uhr

Wo? Wirtschaftskammer Österreich

Wiedner Hauptstraße 63, 1040 Wien


Die Unternehmen der Pharmaindustrie sind eine wichtige treibende Innovationskraft. Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung der Branche liefern Antworten auf Herausforderungen der Gegenwart wie der Zukunft.

Am diesjährigen Innovation Day erhalten Sie Einblick in die Lösungskompetenz von in Österreich produzierenden Pharmaunternehmen und in die Zukunftstrends im Gesundheitsbereich.

Jan-Uwe Meyer, Innovationsexperte und Buchautor, konnten wir für die Key Note gewinnen. Er erklärt uns, wie ein Unternehmen zum Innovationstreiber wird und wie sich die Zukunft durch radikale Innovationen gestalten lässt. Im Anschluss präsentieren österreichische Pharmaunternehmen innovative Projekte und aktuelle Lösungen.

Details zur Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Programm im Anhang.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, aber anmeldepflichtig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Hinweis: Mit der Teilnahme an der Veranstaltung stimmen Sie zu, dass im Rahmen der Veranstaltung erstellte Bildaufnahmen, auf denen Sie abgebildet sind, in der Presse-Berichterstattung, in Medien des FCIO und Social Media veröffentlicht werden dürfen.

EFPIA Borschüre Pharmaceutical Industry in Figures

01.07.2019 | Anlässlich der Generalversammlung der EFPIA sind aktuelle Daten zur Pharmazeutischen Industrie in Europa veröffentlicht worden.

Der Fachverband hat die Erhebung der Daten für Österreich beigesteuert, die mit Hilfe des Institutes für Pharmaökonomische Forschung  gesammelt worden sind. Neben der durchaus soliden wirtschaftlichen Entwicklungen zeigt die Statistik auch Trends auf, die zur Herausforderungen für die Branche in Europa führen werden.

Pharmaindustrie: Spitzenforschung braucht ausgewogenen Datenschutz

Klinische Forschung muss weiterhin in Österreich stattfinden können!

„Klinische Forschung ist die Voraussetzung für medizinischen Fortschritt und innovative Therapien, die Menschenleben retten. Man kann sie nicht in einen Topf werfen mit Datensammlungen von Firmen wie Facebook oder Google“, fordert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, eine differenzierte und sachliche Diskussion dieser wichtigen und sensiblen Materien.

Klinische Studien sind ein vom Gesetzgeber formulierter Auftrag der Gesellschaft an Forschungseinrichtungen und forschende Pharmafirmen, um die Sicherheit und Wirksamkeit von neuen Wirkstoffen zu garantieren. Im Jahr 2017 liefen in Österreich insgesamt 235 klinische Studien mit dem Ziel einer Arzneimittelzulassung  oder –überprüfung. Gerade im Bereich der Krebsforschung und Kinderarzneiforschung ist Österreich im internationalen Spitzenfeld. Diese Position darf auf keinen Fall gefährdet werden.

Die Daten, die im Rahmen von klinischen Studien von Patienten gewonnen werden, sind äußerst sensibel und besonders schutzwürdig. Es ist selbstverständlich, dass Patienten der Verwendung ihrer Daten ausdrücklich zustimmen müssen. Dem durchführenden Arzt wird damit eine hohe Verantwortung auferlegt. In der klinischen Forschung kann nur der behandelnde Arzt die Verbindung zwischen Daten - die sofort pseudonymisiert werden –  und dem Patienten herstellen. Dieser Schlüssel wird und darf keinesfalls aus der Hand gegeben werden.

Eine Weiterverwendung von anonymisierten Daten kann ebenfalls wichtige Fortschritte in der Erforschung von anderen Krankheiten bringen: So können zum Beispiel Erkenntnisse aus der Krebstherapie auch für die Behandlung von Multipler Sklerose hilfreich sein. Damit wird der Wissensgewinn auch im Interesse der betroffenen Patienten optimiert und gleichzeitig das Geld, das in Forschung investiert wurde, effizient eingesetzt.

„Das Datenschutzanpassungsgesetz Wissenschaft und Forschung schafft eine ausgewogene Balance, indem es unter strengen Auflagen die Datennutzung für Forschungszwecke ermöglicht und gleichzeitig den notwendigen Schutz personenbezogener Daten sicherstellt“, äußert Hofinger ihre Unterstützung für das Vorhaben der Regierung.

Abschließend appelliert Hofinger an alle Beteiligten, den Nutzen von Forschungsleistungen im Auge zu behalten, die unsere hohen Gesundheitsstandards erst ermöglichen und hofft auf eine baldige Beschlussfassung des vorliegenden Entwurfes. 

Pharmaindustrie: Knappes Kassenplus darf nicht Reformwillen bremsen

15.02.2018 | Nun Maßnahmen im Regierungsprogramm zur Kassenfusion zügig umsetzen

Auch dieses Mal folgt die Bilanzierung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger einem bekannten Muster: Prognostizierte der Hauptverband der Sozialversicherungen letzten Sommer noch ein Minus von 37 Millionen Euro für 2017, so gab er jetzt einen Gebarungsüberschuss von 4,7 Millionen Euro bekannt. Im Jahr davor verliefen die Prognosen sehr ähnlich: Im Voranschlag war ein Minus von 94 Millionen Euro, dann freute man sich über einen Überschuss von 81 Millionen Euro. „Der Hauptverband präsentiert pessimistische Prognosen, um die Erwartungen zu dämpfen und später ein positives Ergebnis als Erfolgsstory verkaufen zu können“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der chemischen Industrie die heute präsentierten Zahlen.

Bestätigt sieht sich Hofinger, was die moderate Ausgabensteigerung für Pharmazeutika betrifft, die mit 3,8 Prozent deutlich unter dem Voranschlag des Hauptverbandes lag. Zusätzlich werden von den Pharmafirmen für das Jahr 2017 Rabatte und Zahlungen in einer Größenordnung von 80-90 Mio Euro geleistet. „Die im Rahmenpharmavertrag festgelegten Solidarbeiträge der Pharmaindustrie sowie Individualrabatte auf Arzneimittel sind somit ein massiver Beitrag zu dem Gebarungsüberschuss der Sozialversicherungen.“ Wichtig wäre für Hofinger, dass diese Zahlungen künftig von den Ausgaben für Arzneimitteln abgezogen werden und nicht mehr als „sonstige Einnahmen“ verbucht werden, damit diese Unterstützung der Arzneimittelproduzenten auch an der richtigen Stelle in der Gebarung Niederschlag findet.

Das positive Ergebnis sollte nun aber auf keinen Fall vom massiven Reformbedarf ablenken, den es im Bereich der Sozialversicherung gibt. „Einzelne Maßnahmen, wie die Zusammenarbeit bei IT oder anderen Verwaltungsaufgaben, die eigentlich seit jeher eine Selbstverständlichkeit sein sollten, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und können nicht als große Reformschritte verkauft werden.“ 

Dass ein Zusammenschluss der 22 unterschiedlichen Kassen erhebliche Kostenreduktionen bringt, haben mehrere Studien bewiesen. Nun ist es laut Hofinger an der Zeit, die im Regierungsprogramm verankerte Kassenreduktion auf fünf Träger als ambitioniertes Gesamtkonzept vorzulegen und auch den Plan zur Einhebung der Beiträge durch die Finanz weiterzuverfolgen. "Es dürfen nicht wie bisher die Partikularinteressen im Vordergrund stehen, nun ist echter Reformwille gefragt“, meint Hofinger. Einsparpotential, das dem Patienten zu Gute kommen muss, gibt es genug: So bekommen etwa kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre. 

Auch wenn die aktuellen OECD-Zahlen zeigen, dass Österreich zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben im Gesundheitswesen gehört, haben dennoch nicht alle Patienten Zugang zur Spitzenmedizin, wie jüngst der Fall eines 12-jährigen? Buben verdeutlichte. „Nur eine groß angelegte Reform kann in unserem Gesundheitssystem zu Verbesserungen führen, von denen die Patienten profitieren. Kosmetische Eingriffe helfen hier genauso wenig, wie ein Pflaster bei einem Patienten, der eine Notoperation braucht.“

Informationen über Brexit

19.02.2018 |

Ab 30. März 2019  wird das Vereinigte Königreich zum Drittland. Zahlreiche dezentrale EU-Einrichtungen haben Informationen über den Brexit veröffentlicht, so etwa die Europäische Chemikalienagentur, die Europäische Arzneimittelbehörde oder das European Union Intellectual Property Office.

FCIO gratuliert Hartinger-Klein: Nun neue Reformpfade im Gesundheitssystem beschreiten

18.12.2017 | Sinnvolle Einsparungen in Verwaltung sollen den Patienten zu Gute kommen

Der Fachverband der Chemischen Industrie, FCIO, gratuliert Beate Hartinger-Klein zur Bestellung zur Gesundheitsministerin in der neuen Regierung. “Mit Hartinger-Klein kommt eine ausgewiesene Gesundheitsexpertin ans Ruder, die einerseits mit allen relevanten Themen vertraut ist und andererseits dank ihrer Lösungsorientierung nicht vor großen Reformen im Sinne des Patientenwohls zurückschreckt“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes, die Angelobung der neuen Gesundheitsministerin.

Die Effizienzsteigerung im heimischen Gesundheitssystem sei laut Hofinger nun ein wesentliches Anliegen, das die neue Regierung in Angriff nehmen muss. In diesem Sinne begrüßt der FCIO die präsentierten Pläne zur Zusammenlegung der Krankenkassen, die der langjährigen Forderung der Pharmaindustrie entsprechen. Durch die behäbige und ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut einer Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. Und auch die aktuellen Controlling-Maßstäbe sind für das Milliardenbudget der Krankenkassen nicht ausreichend und öffnen intransparenten Verrechnungen Tür und Tor. „Wir freuen uns sehr, dass die neue Regierung den nötigen Reformwillen beweist und Sozialversicherungsträger zusammenlegen will. Das Festhalten an dem aufwändigen System hat letztendlich dem Patienten geschadet, der stets den Sparstift zu spüren bekam“, kommentiert Sylvia Hofinger die geplante Reduzierung der Zahl der Sozialversicherungsträger.

Österreichs Gesundheitssystem zählt zu den teuersten weltweit, doch der Patient profitiert nur eingeschränkt davon. Denn trotz dieser hohen Ausgaben sind die ÖsterreicherInnen weniger Jahre bei guter Gesundheit. So konnte sich eine 65-jährige EU-Bürgerin 2014 im Schnitt noch 8,6 gesunde Jahre erwarten, eine Österreicherin nur 7,7. „Mit der Zusammenlegung der Kassen müssen nun umfassende Reformen im System einhergehen. Einsparungspotenziale gibt es zur Genüge, sei es in der Verwaltung oder vor allem bei den teuren eigenen Einrichtungen“, fordert Hofinger. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.  

„Wir vertrauen darauf, dass Beate Hartinger-Klein die Vorhaben nun rasch und auch gegen den Widerstand von reformunwilligen Bewahrern des kränkelnden Systems umsetzt, damit Patienten die erstklassige medizinische Versorgung bekommen, die sie verdienen“, so Hofinger abschließend.