Presse

Pharmaindustrie bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Standort Österreich

25.11.2019 | Arzneimittelhersteller sind Garanten für Gesundheit, Wohlstand und Beschäftigung

Keine andere Branche leistet einen so zentralen Beitrag zur Verlängerung der Lebenszeit wie die Pharmaindustrie. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich die Lebenserwartung der Menschen in Österreich um mehrere Jahrzehnte gesteigert. Ein guter Teil dieses Zuwachses geht auf das Konto der Arzneimittelhersteller. Forschung ist dabei ein zentraler Faktor. Mehr als 300 Millionen Euro werden jährlich in die Entwicklung neuer Medikamente, Therapien und in Prozessoptimierungen investiert. Auch für die Entwicklung des Wohlstands sind die Leistungen der Pharmaindustrie ein wichtiger Eckpfeiler. Aktuell erwirtschaften heimische Pharmaunternehmen mit ihren Mitarbeitern direkt rund 5 Milliarden Euro pro Jahr. Wenn man auch noch die vor- und nachgelagerten Bereiche einbezieht, ergibt sich sogar eine indirekte Wertschöpfung von etwa 10 Milliarden Euro. Damit leistet die Pharmaindustrie einen Beitrag von fast 3 Prozent zum gesamten Bruttoinlandsprodukt in Österreich. Die heimischen Unternehmen stehen gleichzeitig unter einem enormen Wettbewerbsdruck. Nicht nur im Forschungsbereich ist die globale Vernetzung in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Auch bei der Produktion gab es bereits in vielen Bereichen Verlagerungen nach Asien und in die USA. Um Forschung und Produktion in Österreich zu halten, ist es entscheidend, den österreichischen Standort attraktiv zu gestalten und Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen flexibel auf die Bedürfnisse der Unternehmen reagiert werden kann. Wie wichtig das ist, zeigt sich am Beispiel Novartis. Der global tätige Pharmakonzern beschäftigt über 5.000 Mitarbeiter in Österreich und hat in den vergangenen 10 Jahren etwa 900 Millionen in seine heimischen Standorte investiert. „Wir brauchen erfolgreiche, innovative Unternehmen wie Novartis in Österreich. Forschung und Produktion sichern Wohlstand, Beschäftigung und Gesundheit in unserem Land. Für den Wirtschaftsstandort ist es daher von zentraler Bedeutung, die Industrie bei ihren Bestrebungen, Medikamente und Therapien in Österreich zu entwickeln und zu produzieren, zu unterstützen. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zur bestehenden Form der Forschungsprämie ebenso wie ein forschungs- und unternehmensfreundliches Umfeld“, so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). 

Arzneimittelproduktion in Österreich halten

Um die heimische Produktion zu stärken, braucht es neben planbaren Rahmenbedingungen für die Unternehmen vor allem faire Preise im Bereich von Arzneimitteln. Wenn auch bei günstigen Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich nicht mehr möglich. „Es kann nicht sein, dass eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen“, so Hofinger. Mit dem gesetzlich geregelten „Preisband“ gibt es dazu bereits ein sehr gut geeignetes Instrument, Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet. „Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger.

Zu viele bürokratische Hürden bei Beschäftigung internationaler Spitzenkräfte

Die wichtigste Ressource von innovationsgetriebenen Unternehmen sind ihre Mitarbeiter. Nur wer die besten Kräfte an sich binden kann, ist international wettbewerbsfähig und kann im Bereich Forschung und Entwicklung erfolgreich reüssieren. In einer global vernetzten Welt ist es von großer Bedeutung, Forscher und Fachkräfte an den Orten einsetzen zu können, wo sie mit ihrer Arbeit die größte Wirkung erzielen können. Hier gilt es, bürokratische Hürden abzubauen und die Prozesse zu beschleunigen. Nur so werden die heimischen Standorte weiter um die Weltspitze in der Pharmaforschung konkurrieren können.

Arzneimittel im niedergelassenen Bereich: moderates Ausgabenwachstum

14.11.2019 | Studie zeigt Entwicklung des erstattungsfähigen Arzneimittelmarktes bis 2023. Ergebnis dient als datenbasierte Grundlage zur Diskussion über Ausgaben für Arzneimittel.

Mit validen Daten lässt es sich leichter planen: Um eine faktenbasierte Sichtweise auf die Entwicklung bei den Arzneimittelausgaben in den nächsten vier Jahren zu ermöglichen und eine valide Basis für die Planbarkeit hinsichtlich der Arzneimittel im niedergelassenen Bereich zu schaffen, haben Apothekerverband, FCIO, FOPI und Pharmig die Studie „Pharma Forecast Austria 2023“ in Auftrag gegeben. Die Studie zeigt, dass der erstattungsfähige Arzneimittelmarkt bis 2023 jährlich real um durchschnittlich 1,5 Prozent wachsen wird.

„Die quantitative Prognose für die nächsten Jahre basiert auf Zeitreihenanalysen ergänzt um qualitative Einflussfaktoren. Das Wachstum bei innovativen Arzneimitteln wurde zusätzlich bewertet. Um die Prognose zu fundieren, haben wir zudem die Annahmen mit den Planungen einzelner Pharmafirmen abgeglichen“, erklärt Mag. Stefan Baumgartner, General Manager der IQVIA.

Grund für das moderate reale Wachstum von durchschnittlich plus 1,5 Prozent jährlich sind die Auswirkungen der gesetzlich vorgeschriebenen Preisreduktionen von Original- und Nachfolgepräparaten nach Patentabläufen. „Es ist anzunehmen, dass das Wachstum noch geringer ausfallen wird als die von uns berechneten inflationsbereinigten 1,5 Prozent. Denn zusätzlich zu den gesetzlichen Regularien wirkt auch die Marktdynamik auf die Preise. Das heißt, dass Unternehmen oftmals ihre Preise im Wettbewerb stärker senken, als es die in unserem Forecast zugrunde gelegten Regelwerke vorgeben“, so Baumgartner. Außerdem sind individuelle Rabatte der Hersteller nicht in die Berechnung mit aufgenommen worden.

Die Prognose zeigt, dass durch die Preissenkungen nach Patentabläufen ein Potenzial geschaffen wird, mit dem die erwartbaren Mehrkosten für innovative Arzneimittel mehr als kompensiert werden können: „Wir sprechen hier von Preiseffekten, die bis 2023 insgesamt etwa 944 Mio. Euro frei machen, denen wiederum Innovationen in Höhe von etwa 454 Mio. Euro gegenüberstehen“, so Baumgartner. Somit können diese rund 450 Mio. Euro über das fast doppelt so hohe Potenzial, das durch Preissenkungen entsteht, finanziert werden. „Gäbe es keine Innovationen, wäre der Markt sogar rückläufig“, ergänzt Baumgartner.

Dr. Thomas Czypionka, Head of Health Economics and Health Policy am Institut für höhere Studien (IHS) in Wien stellt die Zahlen in einen gesundheitspolitischen und gesundheitsökonomischen Kontext und erklärt: „Schon in den vergangenen Jahren sind die Ausgaben für Arzneimittel geringer gewachsen als die Einnahmen der Krankenkassen. Setzt man den Pharma-Forecast in Beziehung zur Wirtschaftsprognose, so wird sich dies zumindest bis 2023 fortsetzen.“ Auch im Vergleich zu den gesamten Gesundheitsausgaben liegt das Verhältnis ähnlich: „Die Gesundheitsausgaben machen etwa elf Prozent des BIP aus. Während es hier einen stetigen, geringfügigen Aufwärtstrend gibt, bleibt der Anteil der öffentlichen Arzneimittelausgaben für den niedergelassenen Bereich dagegen die letzten Jahre stabil“, so Czypionka weiter.

Die Schlüsse, die der Gesundheitsökonom aus den Ergebnissen der Studie zieht: „Die Zahlen des Pharma-Forecast legen nahe, dass das Wachstum der öffentlichen Arzneimittelausgaben im niedergelassenen Bereich mittelfristig kein Finanzierungsproblem erzeugt und dass das Ausgabenwachstum konstant ist, obwohl durch einige Neuentwicklungen ein Zusatznutzen für die Patienten entsteht. Er macht aber auch nochmal deutlich, dass es abseits der Finanzierbarkeit in einigen Bereichen Probleme gibt. So können durch über die Jahre konstante Preise der patentfreien Arzneimittel bei steigenden Arbeitskosten Probleme für Hersteller und Apotheken entstehen, da erzielbare Margen in diesem Bereich abschmelzen. Bei jährlich steigender Rezeptgebühr fallen auch für die Patienten immer mehr Medikamente aus der Erstattung und werden nicht auf die Rezeptgebührenobergrenze angerechnet.

Mit dem „Pharma Forecast Austria 2023“ wird jedenfalls eine Möglichkeit geschaffen, um mit belastbarem Datenmaterial zukünftige Arzneimittel-Ausgaben im Gesundheitssektor planbarer zu machen. Mit der darin aufgezeigten Prognose können zumindest jene Ausgaben, die für Arzneimittel im niedergelassenen Bereich bei den Krankenkassen anfallen, von diesen präziser budgetiert werden.

Gezieltes Exportverbot bei Versorgungsengpässen mit Arzneimitteln

Gezieltes Exportverbot bei Versorgungsengpässen mit Arzneimitteln

20.08.2019 | Versorgung von heimischen Patienten muss Vorrang vor Gewinnmaximierung haben.

Die aktuelle Diskussion rund um Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln in Österreich muss sich wieder auf die Lösung des Problems konzentrieren. Die Sicherheit und Gesundheit der Patienten müssen wieder im Mittelpunkt stehen und nicht der Versuch interessensgeleiteter, politischer Einflussnahme. Dazu gilt es, sich genauer mit den verschiedenen Ursachen der Lieferengpässe auseinanderzusetzen und zielgerichtete Lösungen zu erarbeiten. Dass einige wenige Arzneimittel in Österreich nicht ausreichend zur Verfügung stehen, liegt nämlich häufig an den sogenannten „Parallelexporten“. Es ist leider gängige Praxis, für den österreichischen Markt bestimmte und hierzulande günstigere Medikamente in höherpreisige Märkte wie Deutschland zu exportieren. Genau an diesem Punkt muss nach Meinung des Fachverbands der Chemischen Industrie (FCIO), zu dem auch die Pharmaproduzenten gehören, angesetzt werden. „Diese Art der Geschäftemacherei auf Kosten heimischer Patienten gehört dringend abgestellt. Die Hersteller produzieren ausreichend Arzneimittel für den heimischen Markt. Engpässe dürfte es eigentlich gar nicht geben. Diese entstehen zum Beispiel, wenn einzelne Apotheker Medikamente ins Ausland verkaufen, um höhere Profite zu erzielen. Mit einem Exportverbot im Falle von Liefereinschränkungen könnte man dieses Problem zum Wohl der Patienten schnell und effizient beheben“, erklärt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des FCIO, die Notwendigkeit für schärfere gesetzliche Maßnahmen. 

Expertenvorschläge aufgreifen statt politischer Stimmungsmache

Eine hochrangige Taskforce unter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder im Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) erarbeitet derzeit zahlreiche Vorschläge, um die Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln zu gewährleisten. Eine der zentralen Maßnahmen ist die Einrichtung eines Vertriebseinschränkungsregisters. Dieses soll nicht nur für Transparenz am Markt sorgen, sondern könnte auch die Basis für gezielte Exportverbote bilden. „Wir benötigen eine klare gesetzliche Ansage gegen den Ausverkauf von Medikamenten, die für die österreichischen Patienten bestimmt sind. Im Sinne der Rechtssicherheit gehen wir davon aus, dass mit dem Knowhow der Experten im BASG eine EU-rechtskonforme Lösung gefunden wird. Im Falle einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung durch Lieferengpässe gibt es Ausnahmen von der EU-Warenfreiheit. Jetzt sollte man die Experten arbeiten lassen, statt das Thema für politische Stimmungsmache zu missbrauchen“, so Hofinger. 

Arzneimittelproduktion in Österreich halten

Eine weitere Ursache von Lieferengpässen können Produktionsausfälle bei Arzneimitteln sein, die in Drittländern wie China hergestellt werden. Die beste Methode, um dies weitestgehend zu verhindern, ist es, die heimische Produktion zu stärken. Dazu braucht es planbare Rahmenbedingungen für die Unternehmen und faire Preise gerade im Bereich von Arzneimitteln, für die es schon mehrere Nachfolgeprodukte gibt. Wenn bei den günstigsten Medikamenten weiter an der Preisschraube gedreht wird, ist eine konkurrenzfähige Produktion in Österreich oder im EU-Ausland nicht mehr möglich. „Es kann nicht sein, dass eine Packung Kaugummi mehr kostet als lebensnotwendige Medikamente, die zahlreichen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen“, so Hofinger. Mit dem gesetzlich geregelten „Preisband“ gibt es dazu bereits ein sehr gut geeignetes Instrument, Preisunterschiede auf Grund der höheren Produktionskosten zumindest teilweise auszugleichen. Diese Regelung ist aber nur bis Herbst 2020 befristet. „Das Preisband ist eine vernünftige Lösung, die dringend ins Dauerrecht übernommen werden muss, um die Abhängigkeit bei wichtigen Medikamenten von einzelnen Herstellern in Schwellenländern zu verringern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen“, appelliert Hofinger an die politischen Entscheidungsträger.

Wirkstoffverschreibung keine Lösung für Lieferengpässe

Ein weiterer Vorstoß der Apothekerkammer und der Patientenanwaltschaft sorgt beim Fachverband der Chemischen Industrie für Kopfschütteln: Ärzte sollten in Zukunft nur mehr Wirkstoffe verschreiben und die Auswahl der Arzneimittel den Apothekern überlassen, so der Vorschlag. Dies würde einen massiven Eingriff in das bestehende Therapie- und Abgabesystem bei Arzneimitteln bedeuten. Nicht mehr der Arzt würde über die passende Behandlung eines Patienten entscheiden, sondern der Apotheker. „Die Wirkstoffverschreibung als Lösung für das Problem von Lieferengpässen bei Arzneimitteln zu präsentieren, ist aus Sicht des FCIO eine unzulässige Vermischung von Themen. Es stellt sich hier die Frage, ob dem Vorschlag nicht auch finanzielle Interessen wie Margengestaltung und Kosten für die Lagerhaltung zu Grunde liegen. Die Interessen der Patienten auf eine bestmögliche Versorgung mit Medikamenten wird damit jedoch sicher nicht berücksichtigt“, kommentiert Sylvia Hofinger den Vorstoß der Wirkstoffverschreibung.

Innovation Day Pharma am 26.09.2019

FCIO Innovation Day 2019 - Pharma

Wann? Donnerstag, 26. September 2019, von 14.00 – 18.00 Uhr

Wo? Wirtschaftskammer Österreich

Wiedner Hauptstraße 63, 1040 Wien


Die Unternehmen der Pharmaindustrie sind eine wichtige treibende Innovationskraft. Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung der Branche liefern Antworten auf Herausforderungen der Gegenwart wie der Zukunft.

Am diesjährigen Innovation Day erhalten Sie Einblick in die Lösungskompetenz von in Österreich produzierenden Pharmaunternehmen und in die Zukunftstrends im Gesundheitsbereich.

Jan-Uwe Meyer, Innovationsexperte und Buchautor, konnten wir für die Key Note gewinnen. Er erklärt uns, wie ein Unternehmen zum Innovationstreiber wird und wie sich die Zukunft durch radikale Innovationen gestalten lässt. Im Anschluss präsentieren österreichische Pharmaunternehmen innovative Projekte und aktuelle Lösungen.

Details zur Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem Programm im Anhang.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, aber anmeldepflichtig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Hinweis: Mit der Teilnahme an der Veranstaltung stimmen Sie zu, dass im Rahmen der Veranstaltung erstellte Bildaufnahmen, auf denen Sie abgebildet sind, in der Presse-Berichterstattung, in Medien des FCIO und Social Media veröffentlicht werden dürfen.

EFPIA Borschüre Pharmaceutical Industry in Figures

01.07.2019 | Anlässlich der Generalversammlung der EFPIA sind aktuelle Daten zur Pharmazeutischen Industrie in Europa veröffentlicht worden.

Der Fachverband hat die Erhebung der Daten für Österreich beigesteuert, die mit Hilfe des Institutes für Pharmaökonomische Forschung  gesammelt worden sind. Neben der durchaus soliden wirtschaftlichen Entwicklungen zeigt die Statistik auch Trends auf, die zur Herausforderungen für die Branche in Europa führen werden.

Pharmaindustrie: Spitzenforschung braucht ausgewogenen Datenschutz

Klinische Forschung muss weiterhin in Österreich stattfinden können!

„Klinische Forschung ist die Voraussetzung für medizinischen Fortschritt und innovative Therapien, die Menschenleben retten. Man kann sie nicht in einen Topf werfen mit Datensammlungen von Firmen wie Facebook oder Google“, fordert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, eine differenzierte und sachliche Diskussion dieser wichtigen und sensiblen Materien.

Klinische Studien sind ein vom Gesetzgeber formulierter Auftrag der Gesellschaft an Forschungseinrichtungen und forschende Pharmafirmen, um die Sicherheit und Wirksamkeit von neuen Wirkstoffen zu garantieren. Im Jahr 2017 liefen in Österreich insgesamt 235 klinische Studien mit dem Ziel einer Arzneimittelzulassung  oder –überprüfung. Gerade im Bereich der Krebsforschung und Kinderarzneiforschung ist Österreich im internationalen Spitzenfeld. Diese Position darf auf keinen Fall gefährdet werden.

Die Daten, die im Rahmen von klinischen Studien von Patienten gewonnen werden, sind äußerst sensibel und besonders schutzwürdig. Es ist selbstverständlich, dass Patienten der Verwendung ihrer Daten ausdrücklich zustimmen müssen. Dem durchführenden Arzt wird damit eine hohe Verantwortung auferlegt. In der klinischen Forschung kann nur der behandelnde Arzt die Verbindung zwischen Daten - die sofort pseudonymisiert werden –  und dem Patienten herstellen. Dieser Schlüssel wird und darf keinesfalls aus der Hand gegeben werden.

Eine Weiterverwendung von anonymisierten Daten kann ebenfalls wichtige Fortschritte in der Erforschung von anderen Krankheiten bringen: So können zum Beispiel Erkenntnisse aus der Krebstherapie auch für die Behandlung von Multipler Sklerose hilfreich sein. Damit wird der Wissensgewinn auch im Interesse der betroffenen Patienten optimiert und gleichzeitig das Geld, das in Forschung investiert wurde, effizient eingesetzt.

„Das Datenschutzanpassungsgesetz Wissenschaft und Forschung schafft eine ausgewogene Balance, indem es unter strengen Auflagen die Datennutzung für Forschungszwecke ermöglicht und gleichzeitig den notwendigen Schutz personenbezogener Daten sicherstellt“, äußert Hofinger ihre Unterstützung für das Vorhaben der Regierung.

Abschließend appelliert Hofinger an alle Beteiligten, den Nutzen von Forschungsleistungen im Auge zu behalten, die unsere hohen Gesundheitsstandards erst ermöglichen und hofft auf eine baldige Beschlussfassung des vorliegenden Entwurfes. 

Pharmaindustrie: Knappes Kassenplus darf nicht Reformwillen bremsen

15.02.2018 | Nun Maßnahmen im Regierungsprogramm zur Kassenfusion zügig umsetzen

Auch dieses Mal folgt die Bilanzierung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger einem bekannten Muster: Prognostizierte der Hauptverband der Sozialversicherungen letzten Sommer noch ein Minus von 37 Millionen Euro für 2017, so gab er jetzt einen Gebarungsüberschuss von 4,7 Millionen Euro bekannt. Im Jahr davor verliefen die Prognosen sehr ähnlich: Im Voranschlag war ein Minus von 94 Millionen Euro, dann freute man sich über einen Überschuss von 81 Millionen Euro. „Der Hauptverband präsentiert pessimistische Prognosen, um die Erwartungen zu dämpfen und später ein positives Ergebnis als Erfolgsstory verkaufen zu können“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der chemischen Industrie die heute präsentierten Zahlen.

Bestätigt sieht sich Hofinger, was die moderate Ausgabensteigerung für Pharmazeutika betrifft, die mit 3,8 Prozent deutlich unter dem Voranschlag des Hauptverbandes lag. Zusätzlich werden von den Pharmafirmen für das Jahr 2017 Rabatte und Zahlungen in einer Größenordnung von 80-90 Mio Euro geleistet. „Die im Rahmenpharmavertrag festgelegten Solidarbeiträge der Pharmaindustrie sowie Individualrabatte auf Arzneimittel sind somit ein massiver Beitrag zu dem Gebarungsüberschuss der Sozialversicherungen.“ Wichtig wäre für Hofinger, dass diese Zahlungen künftig von den Ausgaben für Arzneimitteln abgezogen werden und nicht mehr als „sonstige Einnahmen“ verbucht werden, damit diese Unterstützung der Arzneimittelproduzenten auch an der richtigen Stelle in der Gebarung Niederschlag findet.

Das positive Ergebnis sollte nun aber auf keinen Fall vom massiven Reformbedarf ablenken, den es im Bereich der Sozialversicherung gibt. „Einzelne Maßnahmen, wie die Zusammenarbeit bei IT oder anderen Verwaltungsaufgaben, die eigentlich seit jeher eine Selbstverständlichkeit sein sollten, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und können nicht als große Reformschritte verkauft werden.“ 

Dass ein Zusammenschluss der 22 unterschiedlichen Kassen erhebliche Kostenreduktionen bringt, haben mehrere Studien bewiesen. Nun ist es laut Hofinger an der Zeit, die im Regierungsprogramm verankerte Kassenreduktion auf fünf Träger als ambitioniertes Gesamtkonzept vorzulegen und auch den Plan zur Einhebung der Beiträge durch die Finanz weiterzuverfolgen. "Es dürfen nicht wie bisher die Partikularinteressen im Vordergrund stehen, nun ist echter Reformwille gefragt“, meint Hofinger. Einsparpotential, das dem Patienten zu Gute kommen muss, gibt es genug: So bekommen etwa kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre. 

Auch wenn die aktuellen OECD-Zahlen zeigen, dass Österreich zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben im Gesundheitswesen gehört, haben dennoch nicht alle Patienten Zugang zur Spitzenmedizin, wie jüngst der Fall eines 12-jährigen? Buben verdeutlichte. „Nur eine groß angelegte Reform kann in unserem Gesundheitssystem zu Verbesserungen führen, von denen die Patienten profitieren. Kosmetische Eingriffe helfen hier genauso wenig, wie ein Pflaster bei einem Patienten, der eine Notoperation braucht.“

Informationen über Brexit

19.02.2018 |

Ab 30. März 2019  wird das Vereinigte Königreich zum Drittland. Zahlreiche dezentrale EU-Einrichtungen haben Informationen über den Brexit veröffentlicht, so etwa die Europäische Chemikalienagentur, die Europäische Arzneimittelbehörde oder das European Union Intellectual Property Office.

FCIO gratuliert Hartinger-Klein: Nun neue Reformpfade im Gesundheitssystem beschreiten

18.12.2017 | Sinnvolle Einsparungen in Verwaltung sollen den Patienten zu Gute kommen

Der Fachverband der Chemischen Industrie, FCIO, gratuliert Beate Hartinger-Klein zur Bestellung zur Gesundheitsministerin in der neuen Regierung. “Mit Hartinger-Klein kommt eine ausgewiesene Gesundheitsexpertin ans Ruder, die einerseits mit allen relevanten Themen vertraut ist und andererseits dank ihrer Lösungsorientierung nicht vor großen Reformen im Sinne des Patientenwohls zurückschreckt“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes, die Angelobung der neuen Gesundheitsministerin.

Die Effizienzsteigerung im heimischen Gesundheitssystem sei laut Hofinger nun ein wesentliches Anliegen, das die neue Regierung in Angriff nehmen muss. In diesem Sinne begrüßt der FCIO die präsentierten Pläne zur Zusammenlegung der Krankenkassen, die der langjährigen Forderung der Pharmaindustrie entsprechen. Durch die behäbige und ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut einer Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. Und auch die aktuellen Controlling-Maßstäbe sind für das Milliardenbudget der Krankenkassen nicht ausreichend und öffnen intransparenten Verrechnungen Tür und Tor. „Wir freuen uns sehr, dass die neue Regierung den nötigen Reformwillen beweist und Sozialversicherungsträger zusammenlegen will. Das Festhalten an dem aufwändigen System hat letztendlich dem Patienten geschadet, der stets den Sparstift zu spüren bekam“, kommentiert Sylvia Hofinger die geplante Reduzierung der Zahl der Sozialversicherungsträger.

Österreichs Gesundheitssystem zählt zu den teuersten weltweit, doch der Patient profitiert nur eingeschränkt davon. Denn trotz dieser hohen Ausgaben sind die ÖsterreicherInnen weniger Jahre bei guter Gesundheit. So konnte sich eine 65-jährige EU-Bürgerin 2014 im Schnitt noch 8,6 gesunde Jahre erwarten, eine Österreicherin nur 7,7. „Mit der Zusammenlegung der Kassen müssen nun umfassende Reformen im System einhergehen. Einsparungspotenziale gibt es zur Genüge, sei es in der Verwaltung oder vor allem bei den teuren eigenen Einrichtungen“, fordert Hofinger. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.  

„Wir vertrauen darauf, dass Beate Hartinger-Klein die Vorhaben nun rasch und auch gegen den Widerstand von reformunwilligen Bewahrern des kränkelnden Systems umsetzt, damit Patienten die erstklassige medizinische Versorgung bekommen, die sie verdienen“, so Hofinger abschließend.