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Pharmaindustrie: Spitzenforschung braucht ausgewogenen Datenschutz

Klinische Forschung muss weiterhin in Österreich stattfinden können!

„Klinische Forschung ist die Voraussetzung für medizinischen Fortschritt und innovative Therapien, die Menschenleben retten. Man kann sie nicht in einen Topf werfen mit Datensammlungen von Firmen wie Facebook oder Google“, fordert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, eine differenzierte und sachliche Diskussion dieser wichtigen und sensiblen Materien.

Klinische Studien sind ein vom Gesetzgeber formulierter Auftrag der Gesellschaft an Forschungseinrichtungen und forschende Pharmafirmen, um die Sicherheit und Wirksamkeit von neuen Wirkstoffen zu garantieren. Im Jahr 2017 liefen in Österreich insgesamt 235 klinische Studien mit dem Ziel einer Arzneimittelzulassung  oder –überprüfung. Gerade im Bereich der Krebsforschung und Kinderarzneiforschung ist Österreich im internationalen Spitzenfeld. Diese Position darf auf keinen Fall gefährdet werden.

Die Daten, die im Rahmen von klinischen Studien von Patienten gewonnen werden, sind äußerst sensibel und besonders schutzwürdig. Es ist selbstverständlich, dass Patienten der Verwendung ihrer Daten ausdrücklich zustimmen müssen. Dem durchführenden Arzt wird damit eine hohe Verantwortung auferlegt. In der klinischen Forschung kann nur der behandelnde Arzt die Verbindung zwischen Daten - die sofort pseudonymisiert werden –  und dem Patienten herstellen. Dieser Schlüssel wird und darf keinesfalls aus der Hand gegeben werden.

Eine Weiterverwendung von anonymisierten Daten kann ebenfalls wichtige Fortschritte in der Erforschung von anderen Krankheiten bringen: So können zum Beispiel Erkenntnisse aus der Krebstherapie auch für die Behandlung von Multipler Sklerose hilfreich sein. Damit wird der Wissensgewinn auch im Interesse der betroffenen Patienten optimiert und gleichzeitig das Geld, das in Forschung investiert wurde, effizient eingesetzt.

„Das Datenschutzanpassungsgesetz Wissenschaft und Forschung schafft eine ausgewogene Balance, indem es unter strengen Auflagen die Datennutzung für Forschungszwecke ermöglicht und gleichzeitig den notwendigen Schutz personenbezogener Daten sicherstellt“, äußert Hofinger ihre Unterstützung für das Vorhaben der Regierung.

Abschließend appelliert Hofinger an alle Beteiligten, den Nutzen von Forschungsleistungen im Auge zu behalten, die unsere hohen Gesundheitsstandards erst ermöglichen und hofft auf eine baldige Beschlussfassung des vorliegenden Entwurfes. 

Pharmaindustrie: Knappes Kassenplus darf nicht Reformwillen bremsen

15.02.2018 | Nun Maßnahmen im Regierungsprogramm zur Kassenfusion zügig umsetzen

Auch dieses Mal folgt die Bilanzierung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger einem bekannten Muster: Prognostizierte der Hauptverband der Sozialversicherungen letzten Sommer noch ein Minus von 37 Millionen Euro für 2017, so gab er jetzt einen Gebarungsüberschuss von 4,7 Millionen Euro bekannt. Im Jahr davor verliefen die Prognosen sehr ähnlich: Im Voranschlag war ein Minus von 94 Millionen Euro, dann freute man sich über einen Überschuss von 81 Millionen Euro. „Der Hauptverband präsentiert pessimistische Prognosen, um die Erwartungen zu dämpfen und später ein positives Ergebnis als Erfolgsstory verkaufen zu können“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der chemischen Industrie die heute präsentierten Zahlen.

Bestätigt sieht sich Hofinger, was die moderate Ausgabensteigerung für Pharmazeutika betrifft, die mit 3,8 Prozent deutlich unter dem Voranschlag des Hauptverbandes lag. Zusätzlich werden von den Pharmafirmen für das Jahr 2017 Rabatte und Zahlungen in einer Größenordnung von 80-90 Mio Euro geleistet. „Die im Rahmenpharmavertrag festgelegten Solidarbeiträge der Pharmaindustrie sowie Individualrabatte auf Arzneimittel sind somit ein massiver Beitrag zu dem Gebarungsüberschuss der Sozialversicherungen.“ Wichtig wäre für Hofinger, dass diese Zahlungen künftig von den Ausgaben für Arzneimitteln abgezogen werden und nicht mehr als „sonstige Einnahmen“ verbucht werden, damit diese Unterstützung der Arzneimittelproduzenten auch an der richtigen Stelle in der Gebarung Niederschlag findet.

Das positive Ergebnis sollte nun aber auf keinen Fall vom massiven Reformbedarf ablenken, den es im Bereich der Sozialversicherung gibt. „Einzelne Maßnahmen, wie die Zusammenarbeit bei IT oder anderen Verwaltungsaufgaben, die eigentlich seit jeher eine Selbstverständlichkeit sein sollten, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und können nicht als große Reformschritte verkauft werden.“ 

Dass ein Zusammenschluss der 22 unterschiedlichen Kassen erhebliche Kostenreduktionen bringt, haben mehrere Studien bewiesen. Nun ist es laut Hofinger an der Zeit, die im Regierungsprogramm verankerte Kassenreduktion auf fünf Träger als ambitioniertes Gesamtkonzept vorzulegen und auch den Plan zur Einhebung der Beiträge durch die Finanz weiterzuverfolgen. "Es dürfen nicht wie bisher die Partikularinteressen im Vordergrund stehen, nun ist echter Reformwille gefragt“, meint Hofinger. Einsparpotential, das dem Patienten zu Gute kommen muss, gibt es genug: So bekommen etwa kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre. 

Auch wenn die aktuellen OECD-Zahlen zeigen, dass Österreich zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben im Gesundheitswesen gehört, haben dennoch nicht alle Patienten Zugang zur Spitzenmedizin, wie jüngst der Fall eines 12-jährigen? Buben verdeutlichte. „Nur eine groß angelegte Reform kann in unserem Gesundheitssystem zu Verbesserungen führen, von denen die Patienten profitieren. Kosmetische Eingriffe helfen hier genauso wenig, wie ein Pflaster bei einem Patienten, der eine Notoperation braucht.“

Informationen über Brexit

19.02.2018 |

Ab 30. März 2019  wird das Vereinigte Königreich zum Drittland. Zahlreiche dezentrale EU-Einrichtungen haben Informationen über den Brexit veröffentlicht, so etwa die Europäische Chemikalienagentur, die Europäische Arzneimittelbehörde oder das European Union Intellectual Property Office.

FCIO gratuliert Hartinger-Klein: Nun neue Reformpfade im Gesundheitssystem beschreiten

18.12.2017 | Sinnvolle Einsparungen in Verwaltung sollen den Patienten zu Gute kommen

Der Fachverband der Chemischen Industrie, FCIO, gratuliert Beate Hartinger-Klein zur Bestellung zur Gesundheitsministerin in der neuen Regierung. “Mit Hartinger-Klein kommt eine ausgewiesene Gesundheitsexpertin ans Ruder, die einerseits mit allen relevanten Themen vertraut ist und andererseits dank ihrer Lösungsorientierung nicht vor großen Reformen im Sinne des Patientenwohls zurückschreckt“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes, die Angelobung der neuen Gesundheitsministerin.

Die Effizienzsteigerung im heimischen Gesundheitssystem sei laut Hofinger nun ein wesentliches Anliegen, das die neue Regierung in Angriff nehmen muss. In diesem Sinne begrüßt der FCIO die präsentierten Pläne zur Zusammenlegung der Krankenkassen, die der langjährigen Forderung der Pharmaindustrie entsprechen. Durch die behäbige und ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut einer Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. Und auch die aktuellen Controlling-Maßstäbe sind für das Milliardenbudget der Krankenkassen nicht ausreichend und öffnen intransparenten Verrechnungen Tür und Tor. „Wir freuen uns sehr, dass die neue Regierung den nötigen Reformwillen beweist und Sozialversicherungsträger zusammenlegen will. Das Festhalten an dem aufwändigen System hat letztendlich dem Patienten geschadet, der stets den Sparstift zu spüren bekam“, kommentiert Sylvia Hofinger die geplante Reduzierung der Zahl der Sozialversicherungsträger.

Österreichs Gesundheitssystem zählt zu den teuersten weltweit, doch der Patient profitiert nur eingeschränkt davon. Denn trotz dieser hohen Ausgaben sind die ÖsterreicherInnen weniger Jahre bei guter Gesundheit. So konnte sich eine 65-jährige EU-Bürgerin 2014 im Schnitt noch 8,6 gesunde Jahre erwarten, eine Österreicherin nur 7,7. „Mit der Zusammenlegung der Kassen müssen nun umfassende Reformen im System einhergehen. Einsparungspotenziale gibt es zur Genüge, sei es in der Verwaltung oder vor allem bei den teuren eigenen Einrichtungen“, fordert Hofinger. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.  

„Wir vertrauen darauf, dass Beate Hartinger-Klein die Vorhaben nun rasch und auch gegen den Widerstand von reformunwilligen Bewahrern des kränkelnden Systems umsetzt, damit Patienten die erstklassige medizinische Versorgung bekommen, die sie verdienen“, so Hofinger abschließend.