50 Jahre FSME-Impfstoff

Vor 50 Jahren wurde in Österreich die Impfung gegen FSME entwickelt — eine medizinische Innovation, die bis heute eindrucksvoll zeigt, welche Bedeutung Impfstoffentwicklung für Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft haben kann. Dieser Erfolg ist nicht nur ein Stück österreichischer Medizingeschichte, sondern auch ein starkes Beispiel für die Innovationskraft des Industriestandorts Österreich.

Wo Impfstoffe entwickelt und produziert werden, entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze, technologische Kompetenz und enge Kooperationen zwischen Forschung, Industrie und Gesundheitswesen. Das stärkt den Standort nachhaltig und erhöht seine internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig profitieren Patientinnen und Patienten unmittelbar: Impfstoffe schützen vor schweren Erkrankungen, verhindern Komplikationen und tragen zu mehr gesunden Lebensjahren bei.

Auch volkswirtschaftlich ist der Nutzen klar: Prävention senkt Behandlungskosten, reduziert Krankenstandstage und stärkt die Produktivität. Die Entwicklung der FSME-Impfung vor 50 Jahren steht damit nicht nur für medizinischen Fortschritt, sondern auch für einen langfristigen Mehrwert für den Standort Österreich, für die Bevölkerung und für die gesamte Volkswirtschaft.“

Die Impfstoffentwicklung ist für den Industriestandort Österreich von großer Bedeutung, weil sie Gesundheitsschutz, Forschung, Produktion und wirtschaftliche Wertschöpfung unmittelbar miteinander verbindet. Gerade am Beispiel der FSME wird sichtbar, wie wichtig langfristige Impfstoffentwicklung und konsequente Prävention sind: Eine in Österreich seit Jahrzehnten relevante, durch Zecken übertragene Erkrankung konnte durch hohe Aufmerksamkeit und Impfbereitschaft wirksam eingedämmt werden. Das zeigt, dass Impfstoffe nicht nur medizinischen Nutzen stiften, sondern auch Ausdruck technologischer Kompetenz und industrieller Leistungsfähigkeit sind.

Österreich verfügt dabei über eine reale industrielle und wissenschaftliche Basis: Laut ÖVIH haben fünf impfstoffherstellende Unternehmen hierzulande Forschungs- und/oder Produktionsstandorte. Genannt werden ein großes Impfstoffforschungszentrum im Vienna Bio Center, eine Produktionsstätte in Orth an der Donau, eine Impfstoffantigenproduktion in Kundl sowie eine veterinärmedizinische Impfstoffproduktion in Krems. Zugleich wird deutlich, wie anspruchsvoll dieser Sektor ist: Die Herstellung eines Impfstoffs dauert im Durchschnitt 12 bis 36 Monate, und Qualitätskontrollen machen bis zu 70 Prozent der Produktionsdauer aus.

Aktuell zeigt sich die Bedeutung des Standorts auch daran, dass Impfstoffthemen in Österreich sehr aktiv weiterentwickelt werden. Auf der von dir verlinkten ÖVIH-Übersicht werden unter anderem jüngste Beiträge zur Weiterentwicklung des Impfwesens, zur Bedeutung einer nationalen Impfstrategie, zur Aufnahme der RSV-Impfung ins Erwachsenenimpfprogramm sowie zur aktuellen FSME-Saison 2025 genannt. Das unterstreicht, dass Impfpolitik in Österreich nicht nur reaktiv verstanden wird, sondern als laufende Aufgabe zwischen Forschung, Versorgung, öffentlicher Gesundheit und industrieller Standortpolitik.

FSME ist dafür ein besonders greifbares Beispiel: Die Krankheit ist in Österreich fest im öffentlichen Bewusstsein verankert, zugleich zeigen aktuelle Beiträge weiterhin Aufmerksamkeit für die Entwicklung der Fallzahlen und für die Bedeutung der Impfung. Damit steht FSME exemplarisch für das, was ein starker Impfstoffstandort leisten kann: wissenschaftliche Kontinuität, industrielle Umsetzung, Versorgungssicherheit und einen konkret messbaren Nutzen für die Bevölkerung.

Österreich verfügt dabei über eine belastbare wissenschaftliche und industrielle Basis. Laut der ÖVIH-Übersicht gibt es in Österreich mehrere Standorte der Impfstoffforschung und -produktion, darunter Forschung im Vienna BioCenter, Produktion in Orth an der Donau, Antigenproduktion in Kundl und veterinärmedizinische Impfstoffproduktion in Krems. Das zeigt, dass Österreich nicht nur Anwender von Innovation ist, sondern selbst Teil der europäischen Impfstoffwertschöpfung.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Borreliose. Anders als bei der FSME gibt es gegen Lyme-Borreliose bisher noch keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen; zugleich ist der medizinische Bedarf hoch. Gerade deshalb ist es standortpolitisch relevant, dass mit Valneva ein Unternehmen mit Präsenz in Wien seit Jahren an einem Borreliose-Impfstoff arbeitet. In der von dir hochgeladenen Unterlage wird VLA15 als multivalenter Impfstoffkandidat beschrieben, der auf die in Nordamerika und Europa wichtigsten Borrelia-Typen abzielt.

Aktuell hat dieses Programm einen besonders wichtigen Meilenstein erreicht: Pfizer und Valneva haben am 23. März 2026 mitgeteilt, dass der Impfstoffkandidat in der Phase-3-Studie VALOR eine Wirksamkeit von über 70 Prozent gegen Lyme-Borreliose bei Personen ab fünf Jahren gezeigt hat und zum Zeitpunkt der Auswertung keine sicherheitsrelevanten Bedenken identifiziert wurden. Pfizer plant auf dieser Basis regulatorische Einreichungen. Für Österreich ist das ein starkes Signal: Hier wird nicht nur über Prävention gesprochen, hier ist auch Know-how an der Entwicklung neuer Impfstoffe beteiligt, die über Österreich hinaus internationale Bedeutung haben können.

 

Impfstoffentwicklung ist für Österreich nicht nur ein Thema der Gesundheitsversorgung, sondern ein strategischer Zukunftsbereich. Sie schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze, stärkt den Life-Sciences-Standort, erhöht die Resilienz Österreichs und Europas gegenüber Krisen  und zeigt am Beispiel der FSME besonders anschaulich, wie eng medizinischer Fortschritt und industrielle Stärke zusammenhängen.

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Dorothea Pritz