Pharmazeutische Industrie

Die Pharmaindustrie stellt einen großen und bedeutenden Bereich der österreichischen chemischen Industrie dar. Medikamente leisten einen wichtigen Beitrag für unser Gesellschaftssystem, vor allem durch die Heilung von Krankheiten, die Erhöhung der Lebensqualität, durch die Steigerung der Lebenserwartung, durch die Reduzierung von Krankenstandstagen und durch die Linderung von Leiden bzw. Vermeidung von Operationen. Nicht zuletzt ist die produzierende pharmazeutische Industrie ein wichtiger Arbeitgeber und trägt ein wesentlichen Anteil zur österreichischen Wirtschaftsleistung bei.

Die Ziele der österreichischen Pharmawirtschaft liegen vor allem in der Transparenz und Kostenwahrheit im Gesundheitswesen. Das sollte ein Ende der Spitalslastigkeit mit der Verlagerung aus dem Spitals- in den niedergelassenen Bereich bedeuten. Daneben muss es eine volkswirtschaftliche Kosten/Nutzungsrechnung der Gesundheitsausgaben geben. Außerdem setzt sich die österreichische Pharmawirtschaft für einen unbürokratischen Zugang zu modernen innovativen Medikamenten zur bestmöglichen Versorgung der Patienten ein.

Zahlen und Fakten

Wirtschaftliche Entwicklung

 Das wirtschaftliche Klima hat sich 2016 für die pharmazeutische Industrie deutlich stärker eingetrübt als dies für die gesamte chemische Industrie spürbar war. Der Wert der abgesetzten Produktion musste einen Rückgang von über 3 % hinnehmen, bei den pharmazeutischen Grundstoffen waren es über 7 %. Das ergibt in Summe einen Umsatzverlust von mehr als 4 %. Damit dürfte das in den vergangenen Jahren beobachtete rasante Wachstum der Pharmaindustrie in Österreich in eine Konsolidierungsphase übergegangen sein und sich auch 2017 fortsetzen.

Die österreichischen Pharmaunternehmen haben 2016 pharmazeutische Produkte im Wert von rd. 2,1 Mrd. Euro produziert, es wurden Medikamente im Wert von 7,9 Mrd. Euro exportiert und im Wert von 5,2 Mrd. Euro importiert (Quelle Statistik Austria).


Struktur

Die Situation der Pharmafirmen in Österreich ist geprägt von einer kleinbetrieblichen Struktur. Fast die Hälfte aller österreichischen Pharmafirmen haben weniger als 10 Mitarbeiter. Knapp über 40 % der Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitern. Nur rd. 10 % der Pharmafirmen sind Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern.

 

Arzneimittelmarkt

Die Kosten für Arzneimittel betragen rd. 12,6 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Österreich. Gemessen an den Umsatzerlösen liegen die F+E Ausgaben für Arzneimittel und Biotechnologie bei rd. 14,9 %, das bedeutet, dass die Pharmaindustrie z.B. dreimal so viel Ausgaben für F+E wie der gesamte Elektronikbereich investiert.

Die Entwicklung der Medikamentenpreise in Österreich ist stark degressiv. Eine Packung, die vor zehn Jahren noch € 10,00 gekostet hat, kostet heute nur mehr € 8,40. Das Erstattungssystem für Arzneimittel in Österreich hat seit 2006 149 Innovationen und 308 Generika zur Aufnahme in den Erstattungskodex zugelassen.

Die österreichischen Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben auf Basis des Fabriksabgabepreises liegen deutlich, nämlich ca. 18,6 %, unter dem Mittelwert der EU 15.

 

Wertschöpfungsanalyse unterstreicht Bedeutung der Life Sciences

Einen wichtigen Bestandteil der Strategie bildet eine vom Fachverband mitbeauftragte Wertschöpfungsanalyse der Donau Uni Krems. Diese zeigt die hohen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der gesamten Life Science Branche in Österreich: Rund 20.000 Mitarbeiter sind direkt in Pharmaunternehmen (Produktion und Handelsniederlassungen) beschäftigt. Wenn man auch noch indirekt Beschäftigte miteinbezieht, können sogar rund 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zugerechnet werden. Die direkte Wertschöpfung beträgt 4,8 Mrd. Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich ein Betrag von 9,7 Mrd. Euro. Damit leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag von rund 2,8% des gesamten BIP in Österreich.

Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort

Ein Schwerpunktthema der Pharmabranche ist die Umsetzung einer Zukunftsstrategie für den Life Science- und Pharmastandort Österreich unter der Leitung des BMWFW. Bei der Entwicklung der Strategie wurde die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung über Entwicklung, Produktion, Vertrieb bis hin zum Patienten betrachtet. Eine Reihe von spezifischen Themenfeldern konnten identifiziert und in Round Tables mit einer Reihe von Experten Maßnahmen erarbeitet werden. Erste Ergebnisse zur Umsetzung wurden bereits 2015 in Angriff genommen. Allen voran die Einrichtung eines sogenannten Translational Research Centers, das als Bindeglied zwischen Universitäten und Firmen Forschungsergebnisse für den Patienten verfügbar machen soll. Die Wirkungsevaluierung des Erfolgsmodells Forschungsprämie führte bereits zum Beschluss, diese ab 2018 zu erhöhen.  Die vom Fachverband in Auftrage gegebene Wertschöpfungsanalyse unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Life Sciences in Österreich.

Hersteller in Österreich

 

Pharmazeutika

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1. Human-Arzneispezialitäten

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2. Veterinär-Arzneispezialitäten

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3. Grundstoffe

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4. Impfstoffe

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