Die Pharmaindustrie als bedeutender Wirtschaftsmotor
Die Situation der produzierenden Pharmafirmen in Österreich weisen überwiegend eine kleinbetriebliche Struktur auf. Fast die Hälfte aller österreichischen Pharmafirmen haben weniger als 10 Mitarbeiter. Knapp über 40 % der Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitern. Nur ein Zehntel der Pharmafirmen sind Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. In Österreich sind insgesamt rund 17.000 Personen bei Pharmaunternehmen beschäftigt.
Arzneimittel- und Gesundheitsausgaben
Der Anteil der Kosten für Arzneimittel beträgt rund 13 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Österreich.
Die Entwicklung der Medikamentenpreise in Österreich ist stark degressiv. Eine Packung, die vor 25 Jahren noch € 10,00 gekostet hat, kostet heute nur mehr € 6,16. Das Erstattungssystem für Arzneimittel in Österreich hat seit 2006 über 150 Innovationen und mehr als 300 Generika zur Aufnahme in den Erstattungskodex zugelassen.
Wertschöpfungsanalyse unterstreicht Bedeutung der Life Sciences
Einen wichtigen Bestandteil der Strategie bildet eine vom Fachverband mitbeauftragte Wertschöpfungsanalyse der Donau Uni Krems. Diese zeigt die hohen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der gesamten Life Science Branche in Österreich: Rund 20.000 Mitarbeiter sind direkt in Pharmaunternehmen (Produktion und Handelsniederlassungen) beschäftigt. Wenn man auch noch indirekt Beschäftigte miteinbezieht, können sogar rund 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zugerechnet werden. Die direkte Wertschöpfung beträgt 4,8 Mrd. Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich ein Betrag von 9,7 Mrd. Euro. Damit leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag von rund 2,8% des gesamten BIP in Österreich.
Etwa 70 unterschiedliche Länder versorgen Österreich mit Arzneimitteln. Der Großteil wird verbraucht und die restlichen Mengen werden entweder weiterverarbeitet und/oder re-exportiert.
Drei Viertel davon kommen aus gerade einmal von 6 Ländern: Deutschland (27,7 %), USA (17,4 %), Schweiz (9,2 %), Italien (8,4 %) und Frankreich (6,9 %) und den Niederlanden (4,8 %) und stammen überwiegend aus der EU (65 Prozent).
China und Indien spielen wertmäßig eine untergeordnete Rolle, die beiden Länder haben bei einigen versorgungsrelevanten, patentabgelaufenen Wirkstoffen jedoch eine Art Monopolstellung erlangt .
Importe pharmazeutischer Grundstoffe
Als Lieferant pharmazeutischer Vorprodukte liegt die Schweiz (81,3 %) wertmäßig an der Spitze, gefolgt von Spanien (4,7 %) und den USA (3,9 %), gemeinsam kommen die drei Länder bereits auf 90 Prozent.
Eine Übersicht über die gesamteuropäische Statistik finden sie beim europäischen Dachverband EFPIA.