Zahlen & Fakten

Wirtschaftliche Entwicklung

Das wirtschaftliche Klima hat sich 2016 für die pharmazeutische Industrie deutlich stärker eingetrübt als dies für die gesamte chemische Industrie spürbar war. Der Wert der abgesetzten Produktion musste einen Rückgang von über 3 % hinnehmen, bei den pharmazeutischen Grundstoffen waren es über 7 %. Das ergibt in Summe einen Umsatzverlust von mehr als 4 %. Damit dürfte das in den vergangenen Jahren beobachtete rasante Wachstum der Pharmaindustrie in Österreich in eine Konsolidierungsphase übergegangen sein und sich auch 2017 fortsetzen.

Die österreichischen Pharmaunternehmen haben 2016 pharmazeutische Produkte im Wert von rd. 2,1 Mrd. Euro produziert, es wurden Medikamente im Wert von 7,9 Mrd. Euro exportiert und im Wert von 5,2 Mrd. Euro importiert (Quelle Statistik Austria).

 

Struktur

Die Situation der Pharmafirmen in Österreich ist geprägt von einer kleinbetrieblichen Struktur. Fast die Hälfte aller österreichischen Pharmafirmen haben weniger als 10 Mitarbeiter. Knapp über 40 % der Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitern. Nur rd. 10 % der Pharmafirmen sind Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. In Österreich sind insgesamt rund 11.000 Mitarbeiter bei Pharmaunternehmen beschäftigt.

 

Arzneimittelmarkt

Die Kosten für Arzneimittel betragen rd. 12,6 % der gesamten Gesundheitsausgaben in Österreich. Gemessen an den Umsatzerlösen liegen die F+E Ausgaben für Arzneimittel und Biotechnologie bei rd. 14,9 %, das bedeutet, dass die Pharmaindustrie z.B. dreimal so viel Ausgaben für F+E wie der gesamte Elektronikbereich investiert.

Die Entwicklung der Medikamentenpreise in Österreich ist stark degressiv. Eine Packung, die vor zehn Jahren noch € 10,00 gekostet hat, kostet heute nur mehr € 8,40. Das Erstattungssystem für Arzneimittel in Österreich hat seit 2006 149 Innovationen und 308 Generika zur Aufnahme in den Erstattungskodex zugelassen.

Die österreichischen Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben auf Basis des Fabriksabgabepreises liegen deutlich, nämlich ca. 18,6 %, unter dem Mittelwert der EU 15.

 

Wertschöpfungsanalyse unterstreicht Bedeutung der Life Sciences

Einen wichtigen Bestandteil der Strategie bildet eine vom Fachverband mitbeauftragte Wertschöpfungsanalyse der Donau Uni Krems. Diese zeigt die hohen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der gesamten Life Science Branche in Österreich: Rund 20.000 Mitarbeiter sind direkt in Pharmaunternehmen (Produktion und Handelsniederlassungen) beschäftigt. Wenn man auch noch indirekt Beschäftigte miteinbezieht, können sogar rund 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zugerechnet werden. Die direkte Wertschöpfung beträgt 4,8 Mrd. Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich ein Betrag von 9,7 Mrd. Euro. Damit leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag von rund 2,8% des gesamten BIP in Österreich.