Pressemeldungen

Nachfolgend finden Sie aktuelle Pressemeldungen der Berufsgruppe Pharmazeutische Industrie: 

FCIO gratuliert Hartinger-Klein: Nun neue Reformpfade im Gesundheitssystem beschreiten

Der Fachverband der Chemischen Industrie, FCIO, gratuliert Beate Hartinger-Klein zur Bestellung zur Gesundheitsministerin in der neuen Regierung. “Mit Hartinger-Klein kommt eine ausgewiesene Gesundheitsexpertin ans Ruder, die einerseits mit allen relevanten Themen vertraut ist und andererseits dank ihrer Lösungsorientierung nicht vor großen Reformen im Sinne des Patientenwohls zurückschreckt“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes, die Angelobung der neuen Gesundheitsministerin.

Die Effizienzsteigerung im heimischen Gesundheitssystem sei laut Hofinger nun ein wesentliches Anliegen, das die neue Regierung in Angriff nehmen muss. In diesem Sinne begrüßt der FCIO die präsentierten Pläne zur Zusammenlegung der Krankenkassen, die der langjährigen Forderung der Pharmaindustrie entsprechen. Durch die behäbige und ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut einer Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. Und auch die aktuellen Controlling-Maßstäbe sind für das Milliardenbudget der Krankenkassen nicht ausreichend und öffnen intransparenten Verrechnungen Tür und Tor. „Wir freuen uns sehr, dass die neue Regierung den nötigen Reformwillen beweist und Sozialversicherungsträger zusammenlegen will. Das Festhalten an dem aufwändigen System hat letztendlich dem Patienten geschadet, der stets den Sparstift zu spüren bekam“, kommentiert Sylvia Hofinger die geplante Reduzierung der Zahl der Sozialversicherungsträger.

Österreichs Gesundheitssystem zählt zu den teuersten weltweit, doch der Patient profitiert nur eingeschränkt davon. Denn trotz dieser hohen Ausgaben sind die ÖsterreicherInnen weniger Jahre bei guter Gesundheit. So konnte sich eine 65-jährige EU-Bürgerin 2014 im Schnitt noch 8,6 gesunde Jahre erwarten, eine Österreicherin nur 7,7. „Mit der Zusammenlegung der Kassen müssen nun umfassende Reformen im System einhergehen. Einsparungspotenziale gibt es zur Genüge, sei es in der Verwaltung oder vor allem bei den teuren eigenen Einrichtungen“, fordert Hofinger. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.  

„Wir vertrauen darauf, dass Beate Hartinger-Klein die Vorhaben nun rasch und auch gegen den Widerstand von reformunwilligen Bewahrern des kränkelnden Systems umsetzt, damit Patienten die erstklassige medizinische Versorgung bekommen, die sie verdienen“, so Hofinger abschließend.

Wien, 18. Dezember 2017

Pharmaindustrie: Gebarungsvorschau des Hauptverbandes zeigt dringenden Reformbedarf

Auch wenn die aktuelle Prognose des Hauptverbandes eine leichte Verbesserung im Vergleich zur letzten Vorschau gebracht hat, zeigt ein genauerer Blick auf die Zahlen den Reformbedarf der Sozialversicherung.

Der Fachverband begrüßt daher die Diskussionen um die Kassenfusion, die in den momentanen Koalitionsverhandlungen thematisiert wird. „Die Leistungsharmonisierung war zwar für die Patienten dringend notwendig, entsprach aber, wenn es um richtige Reformen im Gesundheitssystem geht, einer kosmetischen Behandlung“, kommentiert Hofinger die Behebung der Leistungsunterschiede bei den einzelnen Kassen. „Dass das wahre Einsparungspotenzial in einer Zusammenlegung der einzelnen Krankenkassen liegt, hat eine Studie der Wirtschaftskammer bestätigt. Und auch der Rechnungshof zielt mit seinen Empfehlungen in die gleiche Richtung ab. Durch die ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten."

Dass die Medikamentenkosten fälschlicherweise als Preistreiber dargestellt werden, belegen auch die endgültigen Zahlen für 2016: Während die Verwaltungsausgaben um 4,7% deutlich anstiegen, lagen die Medikamentenkosten mit einem Plus von 2,5% im unteren Bereich. Zusätzlich hat die Pharmaindustrie im letzten Jahr noch 125 Mio. Euro an Solidarbeiträgen gezahlt. Durch die im März beschlossenen gesetzlichen Änderungen bei der Erstattung von Medikamenten ist auch für heuer und die nächsten Jahre nur noch mit einem moderaten Wachstum bei den Arzneimittelausgaben zu rechnen. Dieses ist in erster Linie auf die Zuwächse an Versicherten zurückzuführen sowie auf die höhere Lebenserwartung und einhergehende Zunahme an chronischen Erkrankungen.

„Die ständigen Diskussionen um die Medikamentenpreise werfen ein falsches Licht auf die Pharmaindustrie und dienen vor allem zur Ablenkung der zahlreichen Baustellen im System “, so Hofinger. Denn sobald sich ein Medikament in der Erstattung befindet, gelten die Preise als eingefroren und dürfen nicht einmal an die Inflation angepasst werden. Die Produzenten erhalten somit Jahr für Jahr weniger Geld für die gleiche Leistung.

Österreich leistet sich eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit, doch der Patient spürt in den seltensten Fällen etwas davon. Um das heimische System tatsächlich zu einem der besten der Welt zu machen, muss die nächste Bundesregierung einerseits durch Strukturänderungen im Gesundheitswesen die vorhandenen Effizienzpotenziale ausschöpfen. Andererseits müssen durch eine innovations- und investitionsfreundliche Standortpolitik die heimischen Spitzenleistungen im Bereich der Medizin- und Pharmaforschung unterstützt werden. „Ziel muss es sein, das österreichische Gesundheitssystem zukunftsfit zu machen. Dazu müssen wir es schaffen, dass das durch die Reform eingesparte Geld dafür genutzt wird, dass Patienten – so wie es ihnen zusteht - Zugang zu modernsten Therapien erhalten“ so Hofinger abschließend.

Wien, 15. November 2017

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Pharmaforschung ist in Frauenhand

Ein interessantes Detail zeigt die von Statistik Austria durchgeführte F&E-Statistik im Unternehmenssektor 2015: Während im Schnitt 15,7 Prozent der in der Forschung tätigen Mitarbeiter Frauen sind, sind es in der NACE-Klasse 21 „Pharmazeutische Erzeugnisse“ 51,4 Prozent. Die Pharmaindustrie ist damit einer von 2 Wirtschaftszweigen, die in der Mehrzahl Frauen in der Forschung beschäftigen (der andere ist der Dienstleistungsbereich „Forschung und Entwicklung“ im Bereich Biotechnologie).

Der Überhang der Frauen ist innerhalb der 3 Beschäftigtenkategorien „Wissenschaftler und Ingenieure“, „Höherqualifiziertes nichtwissenschaftliches Personal“ und „sonstiges Hilfspersonal“ in etwa gleich hoch.

Auch in der NACE-Klasse 20 „Chemische Erzeugnisse“ ist der Frauenanteil in der Forschung überdurchschnittlich (26,1 Prozent), während er bei „Gummi- und Kunststoffwaren“ (NACE 22) leicht unter dem Schnitt liegt (!3,4 Prozent).

Insgesamt haben laut der Erhebung von Statistik Austria diese drei Wirtschaftsbereiche 676 Mio. EUR in die Forschung gesteckt. Jeweils rund 300 Mio. gingen in Personal- und laufende Sachausgaben, ca. 64 Mio. in Ausgaben für Anlagen und Ausstattung, der Rest in Ausgaben für Gebäude und Grundstücke.

Wien, 17. November 2017

Weitere Investments stärken Pharma-Standort

Die heutige Eröffnung der beiden neuen Gebäude von Novartis in Schaftenau, in denen nun Originator-Biologika und Biosimilars erzeugt werden, zeigt, dass der Standort Österreich für die pharmazeutische Industrie sowohl Attraktivität als auch Potenzial besitzt.

„Wir müssen es in Europa und in Österreich - als führender Biotech-Standort – im starken globalen Wettbewerb als Chance begreifen, jetzt eine gute Grundlage für kommende Investments zu schaffen“, empfiehlt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie. „Wir gratulieren Novartis zur Erweiterung und freuen uns über das positive Signal zum Standort.“ 

Laut Hofinger muss nun auch von Seiten der Politik ein klares Bekenntnis zum Pharma-Standort folgen. „Die Entscheidung für diese Investments wurde von Novartis schon vor Jahren getroffen, als es noch ein gemeinsames Verständnis für Prioritäten zwischen Gesundheitsministerium, Krankenkassen und Industrie gab. Um auch in Zukunft Investitionsentscheidungen zu Gunsten eines österreichischen Standorts zu drehen, muss die neue Regierung eine gute Basis für Life Science und Pharma in Österreich schaffen“, fordert Hofinger.

Eine vom Fachverband in Auftrag gegebene Wertschöpfungsanalyse zeigt beachtliche, wirtschaftliche Effekte der Pharmaindustrie. So erwirtschaftet die Branche einen Beitrag von 2,8 Prozent zum gesamten BIP und beschäftigt 15.000 Personen direkt, indirekt sogar 63.000.

Mit einer Investition von 100 Mio. Euro und 190 neuen Arbeitsplätzen verstärkt Novartis nun die bedeutende Rolle der Pharmaindustrie in Österreich und sorgt für eine solide Wirtschaftslage. Gleichzeitig ermöglicht das Unternehmen durch den Ausbau im Bereich der Biopharmazeutika ein qualitativ hochwertiges und zukunftsfähiges Gesundheitswesen „made in Austria“.

Der Fachverband unterstützte die vor einem Jahr vom BMWFW veröffentlichte „Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort Österreich“ als ein politisches und positives Signal für Österreichs Forschung und Wirtschaft. „Die Strategie beinhaltet eine Vielzahl standortstärkender Maßnahmen, an denen die neue Regierung unbedingt festhalten muss und die nun umgesetzt werden müssen. Um weiteren Investitionen den Weg zu ebnen, muss an der Attraktivität des Standortes gearbeitet und jegliche Schwächung vermieden werden“, so Hofinger. 

 

 Wien, 2. November 2017

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Pharmaindustrie: LSE-Studie ist nur Placebo für die kranken Kassen

„Wie seit der umstrittenen Vergabe erwartet dienen die Ergebnisse der 630.000 Euro teuren Studie über Effizienzsteigerungen der österreichischen Sozialversicherungsträger in erster Linie der Beschönigung der bisherigen Gesundheitspolitik. Statt einer dringend notwendigen Reform verordnen sich die kranken Kassen mit dieser Studie nur ein wirkungsloses Placebo“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, die Präsentation der Studie der London School of Economics, die vom Sozialministerium in Auftrag gegeben wurde.

Für Hofinger stellen die Ergebnisse der Studie eine klare Themenverfehlung dar, da laut Regierungsvorhaben ganz konkret Kostendämpfungs- und Einsparungsmöglichkeiten in den Bereichen Verwaltung und Beschaffung erhoben werden sollten. Während mehrere Studien wie etwa der Wirtschaftskammer oder der IV den von der Pharmaindustrie wiederholt aufgezeigten, dringenden Handlungsbedarf bei den Sozialversicherungen bestätigen, wird die Studie unter dem Motto „Evolution statt Revolution“ nun zur Rechtfertigung für das Festhalten an den bestehenden Ineffizienzen verwendet.

„Eine Studie, die den Sozialversicherungsträgern eine effiziente Verwaltung bescheinigt, erweckt den Verdacht, dass die Studienautoren blind den Zahlenspielereien des Hauptverbandes Glauben geschenkt haben, der besonders bei den Kosten des Verwaltungsapparates so manchen Posten auslässt und ihn unter „sonstige betriebliche Aufwendungen“ verbucht“, so Hofinger. Mit derartigen intransparenten Kalkulationen wird dem österreichischen System in internationalen Vergleichen fälschlicherweise ein gutes Zeugnis ausgestellt, obwohl die tatsächlichen Verwaltungskosten laut Gesundheitsökonomen deutlich höher liegen.

Ineffizienzen, die dringend beseitigt gehören, finden sich allerdings nicht nur in der Struktur sondern vor allem in den eigenen Einrichtungen – doch auch diese klammert die Studie unverständlicherweise aus. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein mehrfach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.

Nicht nachvollziehbar sind auch die in der Studie bezifferten Einsparmöglichkeiten bei Medikamenten, da scheinbar die kürzlich beschlossene ASVG-Novelle, die massive Einschnitte sowohl bei niedrig- als auch hochpreisigen Arzneimitteln bringt, nicht berücksichtigt wurde.

Obwohl Österreich mit 10,4 Prozent des BIP zu den EU-Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben zählt, sind den Österreichern deutlich weniger gesunde Lebensjahre vergönnt als anderen EU-Bürgern. „Auch wenn Zahlen dringenden Handlungsbedarf erkennen lassen, scheitert es immer am Reformwillen der Verantwortlichen. Wenn auf Seiten der Sozialversicherung kein Interesse zu mehr Struktureffizienz vorhanden ist, muss umso mehr Druck von der nächsten Bundesregierung ausgeübt werden“, fordert Hofinger ein Ende der Ineffizienzen auf Kosten der Patienten.

Wien, 24. August 2017

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Medikamentenkosten erneut deutlich unter Prognosen der Krankenkassen

Mit einer Steigerung von 2,5 Prozent waren die Medikamente der Posten in der Gebarung der Krankenkassen, der 2016 am wenigsten gestiegen ist. Vor einem Jahr kalkulierte der Hauptverband im Voranschlag mit einem Zuwachs um 4,1 Prozent.

Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, sieht sich durch die aktualisierten Voranschläge der Krankenkassen in der Annahme bestätigt, dass der Hauptverband die Arzneimittel in seinen Voranschlägen gerne als Kostentreiber im Gesundheitssystem propagiert,  die endgültigen Zahlen aber dann die völlig überzogenen Schätzungen offenlegen. „Wir gehen auch heuer davon aus, dass die Steigerungen bei den Medikamentenkosten deutlich unter den Prognosen des Hauptverbandes liegen werden. Die ASVG-Novelle, die ab Herbst zum Tragen kommt, sieht deutliche Einschnitte für die Pharmafirmen vor. Dies wird sich auch im Budget der Krankenkassen niederschlagen.“

Die 125 Millionen Euro an Solidarbeiträgen, die die Pharmaunternehmen 2016 geleistet haben, ziehen die Krankenkassen für ihre Berechnungen nicht von den Arzneimittelkosten ab, sondern verbuchen diese  - ebenso wie individuelle Rabatte - unter sonstige Einnahmen. Anderenfalls würde die Position „Medikamente“ in der Gebarung von 2016 sogar einen Rückgang von -2 Prozent aufweisen.

Auf der anderen Seite fehlen einige Posten wie etwa Abschreibungen in der Berechnung des Verwaltungsaufwands. Außerdem werden eine Reihe von weiteren Kostenpositionen unter dem Punkt «sonstige betriebliche Aufwendungen» erfasst, anstatt wie in Deutschland und in der Schweiz in den Verwaltungsausgaben einberechnet zu werden. Trotz dieser undurchsichtigen Berechnungsmethoden stiegen die Kosten für die Verwaltung im vergangenen Jahr mit 4,7 Prozent deutlich mehr als die Medikamentenpreise. „Mit der intransparenten Kalkulation beschönigt der Hauptverband sein Ergebnis. Es ist an der Zeit, dass die Sozialversicherungen ihre politischen Zahlenspiele beenden, denn damit werden Impulse gesetzt, die letztendlich dem Patienten schaden“, fordert Hofinger.

Das wahre Einsparungspotenzial liegt laut Hofinger innerhalb des Kassensystems, wie bereits mehrere Studien aufgezeigt haben. Durch die ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. „Ein Festhalten an der bisherigen, aufwändigen Struktur schadet letztendlich dem Patienten, dem durch Einsparungen an den falschen Stellen der Zugang zu innovativen Therapien verwehrt wird“, erläutert Hofinger den dringenden Reformbedarf bei den Krankenkassen.

Ineffizienzen, die dringend beseitigt gehören, finden sich allerdings nicht nur in der Struktur. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein mehrfach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.  

 „Die nächste Bundesregierung muss daher die dringend notwendigen Reformen angehen. Es braucht im Gesundheitswesen endlich umfassende Strukturänderungen, die auf das Heben der vorhandenen Effizienzpotenziale abzielen“, fordert Hofinger. „Das eingesparte Geld muss dann dafür genützt werden, dass der Patient Zugang zu modernsten Therapien erhält. Systemerhaltungsmaßnahmen auf Kosten der Patienten müssen der Vergangenheit angehören.“

Wien, 16. August 2017

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Firmeninvestitionen schlagen sich in Außenhandelsbilanz nieder: Pharmaprodukte sind in Wien u. Tirol der Exportartikel Nummer 1

Österreich exportierte 2016 Pharmaprodukte im Wert von fast acht Milliarden Euro. Damit halten pharmazeutische Erzeugnisse einen Anteil von sechs Prozent an den gesamten österreichischen Ausfuhren und sind hinter Maschinen, elektrischen Apparaten und Kraftfahrzeugen die exportstärkste Warengruppe. Die Einfuhren von Pharmaprodukten betrugen im vergangenen Jahr 5,2 Milliarden Euro, wodurch Österreich in diesem Bereich eine deutlich positive Handelsbilanz aufweist. (Quelle: Statistik Austria, vorläufige Ergebnisse Außenhandelsdaten 2016)

Über 70 Prozent der Pharmaexporte stammen aus zwei Bundesländern: Wien und Tirol. In diesen beiden Bundesländern stellen Pharmaprodukte sogar die Warengruppe mit der höchsten Exportquote dar. Während in Wien die Ausfuhren in die USA und nach Deutschland die Liste anführen, liefert Tirol den Großteil seiner pharmazeutischen Erzeugnisse in die Schweiz.

„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll die wirtschaftliche Bedeutung der Branche“, kommentiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie die erfreuliche Statistik. „Pharma ist ein Zukunftssektor, bringt Forschung & Entwicklung nach Österreich und generiert eine enorme Wertschöpfung.“

Das belegt auch eine vom Fachverband in Auftrag gegebene Wertschöpfungsanalyse: rund 15.000 Mitarbeiter sind direkt in der Produktion bei Pharmaunternehmen beschäftigt. Unter Berücksichtigung von Folgeeffekten kann man etwa 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zuordnen. Die Pharmabranche im weiteren Sinne leistet eine Wertschöpfung von 4,8 Milliarden Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich eine Wertschöpfung von 9,7 Milliarden Euro. Damit trägt die Pharmawirtschaft rund 2,8 Prozent zum gesamten BIP in Österreich bei.

Hofinger erwartet sich, dass solch positiven Zahlen ebenso wie die Investitionsentscheidungen bedeutender Pharmaunternehmen die Politik nun endlich zu einem klaren Bekenntnis zum Pharma-Standort Österreich ermutigen. „Die Erhöhung der Forschungsprämie von 12 auf 14 % ist für diese forschungsintensive Branche ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Um aber auch in Zukunft Investitionsentscheidungen zu Gunsten eines österreichischen Standorts zu drehen, braucht es weitere Signale“, fordert Hofinger. Die unter Mitwirkung des Fachverbandes vom BMWFW erstellte Life Science Strategie liefert zahlreiche Maßnahmenvorschläge, um das zweifellos vorhandene Potential zu heben. So würden etwa die in der Strategie angeführten Verwaltungsvereinfachungen deutliche Entlastung bringen, da der hohe Bürokratieaufwand, der sich durch teilweise überfrachtete gesetzliche Bestimmungen und Verordnungen ergibt, die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen beeinträchtigt.

Auch bei der Evaluierung von Start-Ups-Förderungen zeigt sich die Leistungsfähigkeit der Branche und dass in Life Sciences investierte Mittel klug investierte Mittel sind: Jeder Euro an Förderung in PreSeed und Seedfinancing generiert eine direkte Hebelwirkung von fünf Euro und inklusive indirekter Effekte sogar von 16 Euro.

„Politische Entscheidungen sollten daher immer auch auf ihre Auswirkungen auf Wertschöpfung und Beschäftigung hin durchdacht werden. Nur durch das Bekenntnis zu einem innovationsfreundlichen Umfeld und einem planbaren Rechtsrahmen können Zukunftsbranchen wie die Pharmaindustrie auch weiterhin ihren Beitrag zum Wirtschaftsstandort und Wohlstand leisten.“

Wien, 23.07.2017

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Pharmaindustrie: Reform der Sozialversicherung dringend notwendig

Mit 7,9 Prozent des BIP (2014) zählt Österreich zu den EU-Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben (EU-Schnitt 2014: 7,2 Prozent des BIP). Trotz dieser hohen Ausgaben sind die ÖsterreicherInnen weniger Jahre bei guter Gesundheit. So konnte sich eine 65-jährige EU-Bürgerin 2014 8,6 gesunde Jahre erwarten, eine Österreicherin nur 7,7. „Die Zahlen machen deutlich, dass das Geld, das ins System fließt, nicht beim Patienten ankommt“, äußert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, anlässlich der aktuellen Diskussion rund um die Studie des Sozialministers. 

Mehrere Studien machen den von der Pharmaindustrie wiederholt aufgezeigten dringenden Handlungsbedarf bei der Sozialversicherung deutlich. Durch die ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. Heterogene Leistungen und Verrechnungen der einzelnen Träger und der daraus resultierende Mangel an vergleichbaren Kennzahlen führen zwangsläufig zu Intransparenz.

„Ein Festhalten an der bisherigen, aufwändigen Struktur schadet letztendlich dem Patienten, dem durch Einsparungen an den falschen Stellen der Zugang zu innovativen Therapien verwehrt wird“, erläutert Hofinger den dringenden Reformbedarf bei den Krankenkassen. 

Ineffizienzen, die dringend beseitigt gehören, finden sich allerdings nicht nur in der Struktur. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein mehrfach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.   

 „Die nächste Bundesregierung ist daher auf jeden Fall gefragt, die längst fälligen Strukturänderungen vorzunehmen. Reformmaßnahmen müssen klar auf Effizienzpotenziale abzielen und dürfen nicht rein parteipolitischen Gesichtspunkten folgen“, fordert Hofinger. „Das eingesparte Geld muss dann dafür genützt werden, dass der Patient Zugang zu modernsten Therapien erhält. Systemerhaltungsmaßnahmen auf Kosten der Patienten müssen der Vergangenheit angehören.“

Wien, 21.07.2017

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Pharmaindustrie befürchtet planwirtschaftliche Einschnitte bei Medikamenten zu Lasten der Patienten

Obwohl die Krankenkassen dank der Solidarbeiträge der Pharmaindustrie mit einem deutlichen Plus von 81 Mio EUR das Jahr 2016 abschließen konnten, soll der Sparstift nun wieder bei den Medikamenten angesetzt werden. Da sich die Verhandlungen der Regierungsparteien zu den neuen Erstattungsregeln nun schon ziemlich in die Länge ziehen, befürchtet die Pharmaindustrie  ein unausgewogenes Paket, das letztendlich zu Lasten der Patienten geht.

Der planwirtschaftliche Ansatz zieht sich durch das ganze Vorhaben. Mit wiederkehrenden Preissenkungen bei allen innovativen Produkten – und zwar unabhängig von deren Preis - wird eine Preisspirale nach unten in Gang gesetzt. Diese verfassungsrechtlich bedenkliche Vorgangsweise schadet sowohl Patienten als auch Unternehmen, da sie zu Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Medikamente führen wird bzw. Medikamente vom Markt zurückgezogen werden könnten – was jetzt von der Politik offenbar in Kauf genommen wird.

Gerade bei den niedrigpreisigen Arzneimitteln sind die geplanten Neuerungen laut Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie für die Pharmaindustrie vollkommen inakzeptabel. Hier liegt Österreich bereits jetzt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Mit den  drohenden Streichungsverfahren, mit denen der Hauptverband die Preise für Generika an das günstigste Medikament mit gleichem Wirkstoff anpasst, müsste die österreichische Pharmawirtschaft mit Anbietern aus Südostasien mithalten. „Es ist ausgesprochen verwunderlich, dass gerade die Regierungsparteien, die sonst immer für das Bestbieterprinzip und hohe soziale Standards eintreten, erwarten, dass österreichische Pharmaunternehmen nun preislich mit Firmen aus Billiglohnländern konkurrieren sollen“, äußert Hofinger ihr Unverständnis. Die Krankenkassen könnten dann auch nicht mehr garantieren, dass die Patienten mit den nötigen Mengen an Arzneimitteln versorgt werden können.

Auch Ärztekammerpräsident Dr. Wechselberger weist in der aktuellen Ausgabe der Ärzte Woche (12/2017) darauf hin, dass die geplante Preisregelung zu einer weiteren Verzerrung des Marktes und zu einer Verschlechterung der Versorgungslage führe. „An sich sollten die derzeitigen Regelungen für die Zulassung und Preisbildung für Medikamente völlig ausreichend sein“, so Wechselberger. „Die Politik liefert erneut ein Beispiel unreflektierten Sparens. Wie schon so oft, versucht im Hintergrund der Hauptverband der Sozialversicherungsträger eigene Unzulänglichkeiten und Strukturprobleme durch neue Gesetzeswünsche zu überdecken, ohne das Gesamtbild eines modernen Gesundheitsversorgungssystems im Auge zu haben.“

Hofinger vermutet den wahren Grund für die Eingriffe in die Erstattung ebenfalls im ineffizienten System: „Durch die geplanten Einschnitte bei den Arzneimitteln soll offenbar der Reformbedarf in der Sozialversicherung ein weiteres Mal kaschiert werden.“

Dabei wird jedoch am falschen Platz gespart, denn der Wert von Arzneimitteln sollte nicht an den Kosten, sondern am Nutzen berechnet werden. Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem dank moderner Medikamente durch Verkürzungen von Krankenstandzeiten und stationären Aufenthalten, Verminderung von Invaliditätsfällen und krankheitsbedingten Frühpensionen sollten in die andere Waagschale gelegt werden.

Mit einer unausgewogenen Einigung würde eine Chance vertan, eine nachhaltige und sinnvolle Lösung für alle Beteiligten, allen voran die Patienten, zu erarbeiten.

Wien, 29.03.2017

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Medikamente sind nicht die Kostentreiber im Sozialversicherungssystem

Durch die steigende Lebenserwartung wächst die österreichische Bevölkerung stetig. Auch die Zahl der neuen, innovativen Arzneimittel nimmt ständig zu. Und trotzdem stiegen die Ausgaben der Sozialversicherungen für Medikamente im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 2,5 Prozent, was etwa der Hälfte der Prognose im Voranschlag entspricht. Zieht man die 125 Millionen Euro an Solidarbeiträgen der Pharmaunternehmen von den gestiegenen Ausgaben für Medikamente ab (die der HVB unter sonstige Einnahmen verbucht), so entsteht sogar ein Umsatzrückgang von über -2 Prozent.

Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, sieht in den aktuellen Gebarungsergebnissen der Krankenversicherung wieder einmal die Bestätigung, dass die Arzneimittel nicht zu den Kostentreibern im Gesundheitssystem gehören und der Hauptverband im Vorfeld  der Verhandlungen über neue Erstattungsregeln mit überzogenen Prognosen agiert hat. „Auch wenn es der Politik leicht fällt, die Pharmaunternehmen zur Kasse zu bitten, so belegen die aktuellen Zahlen, dass das wahre Einsparungspotential nicht bei den Medikamenten, sondern innerhalb des Kassensystems liegt, wie auch kürzlich veröffentlichte Studien belegen.“

Intransparente Berechnungsmethode verhindert Vergleichsmöglichkeit

Während in der Steigerung der Ausgaben für Medikamente die Solidarleistungen der Pharmaunternehmen von 125 Millionen Euro und individuelle Rabatte nicht gegengerechnet sind, fehlen einige Posten wie etwa Abschreibungen in der Berechnung des Verwaltungsaufwands. Außerdem werden eine Reihe von weiteren Kostenpositionen unter dem Punkt «sonstige betriebliche Aufwendungen» erfasst, anstatt wie in Deutschland und in der Schweiz in den Verwaltungsausgaben einberechnet zu werden.  Trotz allem stiegen die Kosten für die Verwaltung im vergangenen Jahr um 4,6 Prozent deutlich mehr als die Medikamentenpreise. „Mit der intransparenten Berechnungsmethode des Hauptverbandes beschönigt er sein Ergebnis. Es ist an der Zeit, dass die Sozialversicherungen ihre politischen Zahlenspiele beenden, denn damit werden Impulse gesetzt, die letztendlich dem Patienten schaden“, fordert Hofinger.

Krankenkassen sparen am falschen Platz

Seit Jahren liegt der Anteil der Ausgaben für Medikamente an den gesamten Gesundheitsausgaben in Österreich konstant bei 12 Prozent. Dieser Prozentsatz hat sich auch nicht durch die Einführung innovativer neuer Arzneimittel verändert, die schwere Erkrankungen deutlich lindern oder sogar heilen können. Obwohl die Solidarbeiträge der Pharmaunternehmen den Krankenkassen für 2016 eine positive Gebarung ermöglichten, wurde kürzlich der Sparstift wieder an dieser Stelle angesetzt, indem zahlreiche Medikamentenpreise auf den EU-Durchschnittspreis gedrückt wurden – und das, obwohl Österreich zu den reichsten Ländern der EU gehört. „Mittelmäßige Preise führen zu mittelmäßige Leistungen, die Leidtragenden sind - wie so oft – die Patienten“, kommentiert Hofinger die Debatte über Medikamentenpreise.

Wien, 15.05.2017

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Enormes Einsparpotenzial bei Sozialversicherung im Sinne der Patienten endlich nutzen!

Der Fachverband der Chemischen Industrie begrüßt die heute von Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, präsentierte Studie über „Effizienzpotenziale in der Österreichischen Sozialversicherung“ als wichtigen Input für die von der Regierung versprochene und längst überfällige Reform in diesem Bereich.

Österreich leistet sich eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit, doch der Patient spürt in den seltensten Fällen etwas davon. Geduldig muss er etwa für MRT/CT lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder im Falle einer Grippewelle ein Bett am Krankenhausgang akzeptieren. „Der Sparstift wird nur zu gerne am Patienten angesetzt“, kritisiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie. „Der behäbige Verwaltungsapparat der Krankenkassen bleibt stets unangetastet und das Geld versickert im intransparenten System.“

Ein schönes Beispiel für fehlende Effizienz war vor Kurzem in der Kleinen Zeitung zu lesen: Kasseneigene Analyselaboratorien bekommen für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein dreifach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.  

Die aktuelle Studie von Prof. Dr. Wolter macht den auch von der Pharmaindustrie schon mehrfach aufgezeigten dringenden Handlungsbedarf bei der Sozialversicherung deutlich. Durch ein fehlendes Kostenbewusstsein gehen jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. Die aktuellen Controlling-Maßstäbe sind für das Milliardenbudget der Krankenkassen nicht ausreichend. Heterogene Leistungen und Verrechnungen der einzelnen Träger und der daraus resultierende Mangel an vergleichbaren Kennzahlen führen zwangsläufig zu Intransparenz. Hier bringt die Studie enormes Verbesserungspotenzial zutage.

Die Summe der Reformmöglichkeiten, die sich alleine aus der Steigerung der Verwaltungseffizienz ergibt, wirft ein neues Licht auf die Bestrebungen, die Preisregelungen für Medikamente drastisch zu verschärfen. „Es ist sicher für den Patienten zweckmäßiger, mit den bestmöglichen Therapien versorgt zu werden, als Geld im föderalen System mit 21 Sozialversicherungsträgern versickern zu lassen“, meint Hofinger.

Hofinger sieht in den Ergebnissen der Studie nun auch den Verdacht bestätigt, dass der Hauptverband mit der momentanen Diskussion über Medikamentenpreise von eigenen Problemen ablenken will. Offenbar hofft man, so die Ineffizienzen im System möglichst lange kaschieren zu können.

„Anstatt in der Verwaltung zu sparen, sind SPÖ und einzelne Akteure im Hauptverband offenbar bestrebt, das Preisniveau für Arzneimittel um 10-15 Prozent unter dem EU-Durchschnitt zu etablieren und verschließen die Augen vor den weitreichenden Folgen für Patienten. Denn mit der Senkung des Preisniveaus drückt man auch das Niveau der Versorgung mit innovativen Medikamenten unter den EU-Durchschnitt“, äußert Hofinger ihr Unverständnis.

Es ging in den gescheiterten Verhandlungen auch nicht um ein Gesetz gegen teure Medikamente, wie medial fälschlich dargestellt, sondern um massive Einschnitte für Arzneimittel aller Preiskategorien. Die Pharmawirtschaft steht nur für nachhaltige Lösungen zur Verfügung, die die gute Versorgungssituation für die heimischen Patienten nicht aufs Spiel setzen.

Der Fachverband drängt nun darauf, endlich am richtigen Platz und nicht beim Patienten zu sparen.

Wien, 17.03.2017

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Pharmaindustrie: Medikamentenpreise mit Augenmaß zu regeln

Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreich sieht das Scheitern der Verhandlungen über den geplanten Gesetzesentwurf zur Neuordnung des Erstattungssystems als Chance für eine notwendige Verbesserung des Gesetzesentwurfs: „Eine übereilte Einigung hätte sowohl für den Patienten als auch für den Industriestandort Österreich negative Konsequenzen nach sich gezogen.“

Das Gesetz sollte mit Hilfe einer „Trägerrakete“ im Schnellverfahren als Novelle des ASVG am 15. März im Gesundheitsausschuss beschlossen werden, wesentliche Stakeholder wie etwa Patientenvertreter, Apotheker, Ärzte und andere unmittelbar Betroffene wurden aber nicht informiert oder eingebunden.

Dabei sollte die Novelle die Erstattung von Arzneimitteln durch die Krankenversicherung komplett neu regeln. „Die geplanten Maßnahmen hätten den bislang ausgezeichneten Zugang zu innovativen Medikamenten für Patienten in Österreich gefährdet. Verzögerte Markteintritte und Produktrücknahmen wären die Folge gewesen“, erklärt Hofinger und kritisiert, dass man bei so einem heiklen Thema wie der Arzneimittelversorgung bereit war, ohne eine realistische Abschätzung der Auswirkungen vorzugehen. Bei dem geplanten Gesetz handelte es sich übrigens nicht, so wie mehrfach berichtet, um ein Gesetz gegen teure Medikamente, stattdessen wären alle Bereiche – insbesondere auch Generika – massiv von den neuen Regelungen betroffen gewesen. So betreffen die vom Hauptverband angedrohten Streichungsverfahren gerade Medikamente im unteren Preissegment. Durch das Streichen von Präparaten aus dem Erstattungskodex könnte es zudem zu einer Gefährdung der Arzneimittelverfügbarkeit kommen.

Die Branche war in den vorangegangen Verhandlungen dazu bereit, zahlreiche Einschnitte ins Erstattungssystem mitzutragen. So wurde auch der EU-Durchschnittspreis für einen Großteil der Medikamente in der sogenannten ‚No-Box‘, die bisher keinen Preisregelungen unterworfen waren und nur in Einzelfällen bewilligt werden, angeboten. Wie ein Gutachten des Linzer Verfassungsrechtlers Mayrhofer bestätigt, beinhaltet der diskutierte Gesetzesentwurf jedoch weit darüber hinausgehende, verfassungsrechtlich bedenkliche Eingriffe ins Eigentum, die die Pharmaindustrie keinesfalls akzeptieren kann. Eine Studie des IPF zeige außerdem, dass die Kosten der heimischen Arzneimittel pro Packung deutlich unter dem EU-15 Schnitt liegen, obwohl Österreich gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner das viertreichste Land der EU ist.

Der Zeitdruck war für Hofinger auch insofern überraschend, als es durch die positive Gebarung der Krankenkassen überhaupt keine Begründung zur Hast gab. „Es ist wohl anzunehmen, dass der Hauptverband mit Diskussionen über Medikamentenpreise von den immer lauter werdenden Rufen nach Strukturreformen der Krankenkassen und Effizienzsteigerungen ablenken will“, fasst Hofinger ihre Vermutung zusammen. „Nun geht es darum, nochmals mit Besonnenheit an die Sache heranzugehen und gemeinsam mit allen Stakeholdern zu einer vernünftigen Lösung zu kommen, die dem Patienten die Versorgungssicherheit gewährleistet und auch die zahlreichen Arbeitsplätze in der österreichischen Pharmaindustrie schützt.“

Wien, 15.03.2017

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Mag. Dorothea Pritz

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Pharmaindustrie: Sparen am falschen Platz

Seit Jahren liegt der Anteil der Ausgaben für Medikamente an den gesamten Gesundheitsausgaben in Österreich konstant bei 12 Prozent. Dieser Prozentsatz hat sich auch nicht durch die Einführung innovativer neuer Arzneimittel verändert.

Dennoch versuchen die Krankenkassen jedes Jahr aufs Neue hausinterne Strukturprobleme durch vermeintliche Alarm-Meldungen zu den Arzneimittel-Ausgaben zu kaschieren.

Eine Studie des IPF zeigt überdies, dass die Kosten der heimischen Arzneimittel pro Packung deutlich unter dem EU-15 Schnitt liegen – und das, obwohl Österreich zu den reichsten Ländern der Union gehört. In der momentanen Situation ist der Angriff der Kassen auf die Industrie besonders bemerkenswert, da die diese ausschließlich dank der Solidarbeiträge der Pharmaindustrie mit einem deutlichen Plus von 81 Mio EUR das Jahr 2016 abschließen konnten. De facto hat die Krankenkasse aufgrund dieser Solidarbeiträge 2016 netto weniger Mittel für Arzneimittel aufgewendet als 2015.  Es besteht daher keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit, über Belastungen durch gestiegene Kosten bei den Arzneimitteln zu klagen. „Es geht dem Hauptverband mit derartigen Beschuldigungen hauptsächlich darum, von der momentanen Diskussion um Strukturänderungen und Effizienzsteigerungen der Krankenkassen abzulenken“, vermutet Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie.

Verfassungswidriger Gesetzesentwurf nachteilig für Patienten und Unternehmen

„Die Pharmaindustrie ist gerne bereit, an einer vernünftigen Weiterentwicklung des Systems mitzuarbeiten und hat in den letzten Monaten zahlreiche konstruktive Vorschläge eingebracht. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf werden jedoch völlig überschießende Eingriffe ins Erstattungssystem vorgesehen.“

Der Entwurf beinhaltet verfassungsrechtlich bedenkliche Eingriffe ins Eigentum, wie ein Gutachten belegt. Rechts- und Planungssicherheit für die Unternehmen werden untergraben, was sich negativ auf die Forschungsleistungen am Pharmastandort Österreich auswirken wird. Die Änderungen würden auch die Verfügbarkeit von innovativen Arzneimitteln für die österreichischen Patienten gefährden.

Forschung mit hohem Risiko

Um ein Arzneimittel zu entwickeln, ist viel Zeit und Geld zu investieren. Es wird nicht nur Augenmerk auf die Wirksamkeit und Sicherheit gelegt, sondern auch auf eine leichte Einnahme, auf eine gute Verträglichkeit und auf die damit einhergehende Steigerung der Therapietreue. Der Prozess von der Idee des Medikaments zum fertigen und zugelassenen Produkt dauert im Durchschnitt 10 Jahre. Von 10.000 Wirkstoffkandidaten im Labor schafft es letztendlich gerade einmal einer bis zum Patienten. Die Kosten in Milliardenhöhe fallen aber für die Gesamtzahl der Wirkstoffe im Forschungsprozess an. Mit diesem Risiko muss die Pharmaindustrie leben, um die Heilung und Linderung von Krankheiten gewährleisten zu können.

Diskussionen um Medikamentenpreise werfen falsches Licht auf Pharmaindustrie

Die Prozentzahlen der Steigerungen der Arzneimittelpreise, mit denen der Hauptverband in regelmäßigen Abständen seine möglicherweise negative Gebarung begründet, erwecken den Eindruck, die Pharmaindustrie setze die Sozialversicherungen mit Anhebungen der Preise jährlich unter Druck. Befindet sich allerdings ein Medikament einmal im System der Erstattung, so gilt der Preis als eingefroren und darf nicht einmal an die Inflation angepasst werden. Die Produzenten erhalten also Jahr um Jahr weniger Geld für die gleiche Leistung.

„Statt die Pharmaindustrie schlechtzureden, der wir letztendlich den gesundheitlichen Fortschritt in unserer Gesellschaft verdanken und die in Österreich mit 63.000 direkt und indirekt geschaffenen Jobs einen erheblichen Wirtschaftsfakor darstellt, sollten die Krankenkassen einen Aktionsplan erstellen, der den Patienten in Österreich nachhaltig den Zugang zu innovativen Arzneimitteln garantiert“, fordert Hofinger.

Der Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) vertritt die Interessen von etwa 300 Mitgliedsunternehmen. Die chemische Industrie ist die zweitgrößte Industriebranche in Österreich. Mit etwa 44.000 Beschäftigten erwirtschaftet sie einen Produktionswert von fast 15 Milliarden Euro. Sie ist international ausgerichtet und exportiert mehr als zwei Drittel ihrer Erzeugnisse. Zuletzt lagen die Ausgaben für F&E bei 747 Millionen Euro. Die Austrian Biotech Industry im Fachverband versammelt neben den etablierten Pharmaunternehmen auch die Biotech-Startup-Szene.

Wien, 02.03.2017

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Pharmaindustrie ermöglicht positive Gebarung der Krankenkassen

Rechnete der Hauptverband der Sozialversicherungen im Februar vor einem Jahr noch mit einem Minus von 94 Millionen Euro für 2016, so gab er jetzt einen Gebarungsüberschuss von 81 Millionen Euro bekannt. Einen nicht unerheblichen Beitrag hierzu leistete die Pharmaindustrie mit ihrem Solidarbeitrag in der Höhe von 125 Millionen Euro im Zuge des Rahmen-Pharmavertrages.

Auch die Arzneimittelausgaben stiegen nicht in dem Ausmaß, wie vom Hauptverband vor einem Jahr prognostiziert. Von der Steigerung von 5 Prozentpunkten (November 2016) blieben lediglich moderate 2,9 Prozent übrig. Dies lässt wieder einmal darauf schließen, dass die einzige Zielsetzung einer derartigen Kommunikation ein negatives Bild der Pharmaindustrie in der Öffentlichkeit darstellt. „Die Medikamentenausgaben und damit die Pharmaindustrie wird gerne für jede schwierige Situation der Krankenkassen verantwortlich gemacht. Vielmehr sollte man die Schuld für Gebarungsschwierigkeiten im eigenen ineffizienten System suchen“, fordert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie.

FCIO befürchtet Fehlinvestition bei Studie der London School of Economics

Mit der von der Bundesregierung geforderten Studie zur Erhebung von Effizienzsteigerungen im Bereich der Sozialversicherungsträger könnte dem kränkelnden, österreichischen System auf den Zahn gefühlt werden. Doch leider wurde mit der umstrittenen Auftragsvergabe diese Chance verpasst. Die Vermutung liegt nahe, dass nach einer Verbreiterung der Finanzbasis gesucht wird anstatt nach Lösungen, wie ein möglichst großer Teil des Kassenbudgets beim Patienten ankommt und möglichst wenig im Verwaltungsapparat versickert.

„Österreich hat eines der teuersten Gesundheits- und Sozialversicherungssysteme und doch müssen Patienten auf ihre MRT/CT Untersuchungen warten und Grippepatienten am Gang liegen. Das ist wohl nicht im Sinne der Versicherten und kann wohl kaum an den Medikamentenpreisen liegen, zumal diese gerade einmal 12 Prozent der gesamten österreichischen Gesundheitsausgaben ausmachen“, schließt Hofinger.

Diskussionen um Medikamentenpreise werfen falsches Licht auf Pharmaindustrie

Die Prozentzahlen der Steigerungen der Arzneimittelpreise, mit denen der Hauptverband in regelmäßigen Abständen seine möglicherweise negative Gebarung begründet, erwecken den Eindruck, die Pharmaindustrie setze die Sozialversicherungen mit Anhebungen der Preise jährlich unter Druck. Befindet sich allerdings ein Medikament einmal im System der Erstattung, so gilt der Preis als eingefroren und darf nicht einmal an die Inflation angepasst werden. Die Produzenten erhalten also Jahr um Jahr weniger Geld für die gleiche Leistung.

Die Steigerungen sind jedoch zum Beispiel auf Zuwächse bei der Anzahl der Versicherten zurückzuführen, ebenso wie höhere Lebenserwartung und die (damit einhergehende) Zunahme von chronischen Krankheiten und Mehrfacherkrankungen.

Zieht man die 125 Millionen Euro an Solidarbeiträgen Der Pharmaunternehmen von den gestiegenen Arzneimittelpreisen ab, so entsteht sogar ein Umsatzrückgang von etwa -2 Prozent.

Wirtschaftlicher Nutzen der Pharmaindustrie unentbehrlich

Erst kürzlich wurde der sozio-ökonomische Nutzen der Pharmaindustrie durch eine Wertschöpfungsanalyse belegt, die als Basis für die Life Science Strategie von Vizekanzler Mitterlehner und Staatssekretär Mahrer diente. Die Branche gilt als wichtiger Wachstumsmotor und Beschäftigungsgarant. „Den österreichischen Pharmaunternehmen dürfen keine wettbewerbsverzerrenden Hürden durch unverhältnismäßige Einschnitte wie gesetzlich verordnete Rabatte in den Weg gelegt werden, denn das hätte auch gesamtwirtschaftlich betrachtet negative Folgen“, so Hofinger „Um Österreich als Standort für die Pharmaindustrie zu sichern, fordern wir als Fachverband von der Regierung, dass die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche im Auge behalten wird und durch keinerlei Maßnahmen die Innovationskraft der Unternehmen gefährdet wird.“

Wien, 15.02.2017

 
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Europäische Studie belegt wirtschaftlichen Nutzen der Pharmaindustrie

Die pharmazeutische Industrie stellt nach wie vor einen wichtigen Wachstumsmotor in der europäischen Wirtschaft dar. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die aktuelle Analyse "The Economic Footprint of Selected Pharmaceutical Companies in Europe" des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR.

 

Anhand von ausgewählten Unternehmen werden beachtliche wirtschaftliche Effekte der Pharmazindustrie aufgezeigt. Der Bericht unterstreicht unter anderem den anhaltenden Beitrag der Pharmabranche zur Beschäftigung in Europa, wobei die Geschäftsaktivitäten der ausgewählten Unternehmen allein 865.000 Arbeitsplätze ermöglichen. Davon sind 153.027 Personen direkt in der Industrie beschäftigt, während 711.661 Arbeitsplätze indirekt über die Geschäftstätigkeit mit Lieferanten generiert werden.

 

„Diese Zahlen bestätigen die Ergebnisse der vom Fachverband beauftragten und im Herbst bereits veröffentlichten Wertschöpfungsanalyse den sozio-ökonomischen Wert der Pharmabranche,“ fasst Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin der Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, zusammen.  Die Wertschöpfungsanalyse diente als Basis für die Life Science Strategie von Vizekanzler Mitterlehner und Staatssekretär Mahrer, an deren Umsetzung bereits gearbeitet wird. So laufen derzeit die Vorbereitungen zur Einrichtung eines sogenannten Translational Research Centers, das als Bindeglied zwischen Universitäten und Firmen Forschungsergebnisse für den Patienten verfügbar machen soll. Auch die Entbürokratisierung steht im Fokus der Life Science Strategie - bei der Forschungsförderung ebenso wie bei klinische Prüfungen.

 

Aktuelle Investitionsvorhaben von namhaften Pharmafirmen in der Höhe von 800 Mio. Euro (Boehringer Ingelheim, Octapharma, Sandoz, Takeda) wurden von der Regierung als window of opportunity erkannt und mit der Life Science Strategie ein Hebel zur Verstärkung angesetzt. Auch die geplante Ausweitung des Erfolgsmodells Forschungsprämie ist ein vielversprechendes Instrument zur Stärkung von innovativen Life Science Firmen.

 

„Um Österreich als attraktiven Standort für die Pharmaindustrie zu erhalten und noch auszubauen, werden wir uns weiterhin für Investitionen in diesen Bereich einsetzen und hoffen, dass 2017 nicht nur das Jahr der Reformen, sondern auch das Jahr der Forschung und Life Science wird“, so Hofinger. „Wir nehmen Finanzminister Schelling beim Wort, dass er einen Investitionsfreibetrag einführt und bei der Priorisierung der Forschungsthemen Life Sciences in die vorderste Reihe nimmt.“

 

„Wichtig für die Pharmaindustrie wäre, dass der geplanten Entbürokratisierung dringend die notwendigen Umsetzungsmaßnahmen folgen. Hier werden wir als Fachverband weiterhin auf die Verwirklichung unserer Forderungen pochen.“

 

 

Wien, 17.01.2017

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Pharma- und Biotechsektor erweisen sich als Konjunktur- und Jobmotor

Der Fachverband der Chemischen Industrie zeigt sich erfreut über die Ergebnisse der Life Science und Medizinstandortstrategie des BMWFW.  Die Strategie ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Signal zur Stärkung des Standortes im Bereich Life Sciences und Pharma.

Die dynamische Life Science Branche ist mit Abstand der innovationsfreudigste Wirtschaftssektor in Österreich. „Um auch in Zukunft die Stärken und das große Potential der heimischen Unternehmen in diesem Bereich nutzen zu können, haben wir als Fachverband die Erstellung einer Strategie angeregt“, so Sylvia Hofinger, GF des FCIO. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und auch Staatssekretär Harald Mahrer haben diese Initiative aufgegriffen und einen breit angelegten Stakeholder-Prozess zur Stärkung des Life Science Standorts Österreich durchgeführt. Zahlreiche Experten aus Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft haben in beispielhafter interdisziplinärer Zusammenarbeit den Status Quo analysiert und im Folgenden Maßnahmenvorschläge daraus abgeleitet.

Wertschöpfungsanalyse unterstreicht Bedeutung der Life Sciences

Einen wichtigen Bestandteil der Strategie bildet eine vom Fachverband mitbeauftragte Wertschöpfungsanalyse der Donau Uni Krems. Diese zeigt die hohen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der Life Science Branche in Österreich: Rund 20.000 Mitarbeiter sind direkt in Pharmaunternehmen beschäftigt. Wenn man auch noch indirekt Beschäftigte miteinbezieht, können sogar rund 63.000 unselbständig Erwerbstätige der Pharmawirtschaft zugerechnet werden. Die direkte Wertschöpfung beträgt 4,8 Mrd. Euro, zusammen mit indirekten Effekten ergibt sich ein Betrag von 9,7 Mrd. Euro. Damit leistet die Pharmawirtschaft einen Beitrag von rund 2,8% des gesamten BIP in Österreich. „Die Ergebnisse der Impact-Analyse zeigen eindrucksvoll, welche bedeutenden ökonomischen Effekte die Life Sciences in Österreich haben“, so Hofinger. „Diese Zahlen machen einmal mehr deutlich, welch großen Beitrag die heimischen Pharmaunternehmen mit ihren Investitionen für den Wirtschaftsstandort und die Beschäftigung leisten.“

Die wichtigsten Maßnahmen aus Sicht der Pharmaindustrie

Besonders erfreulich ist es, dass bereits an der Umsetzung der Strategie gearbeitet wird. So laufen derzeit die Vorbereitungen zur Einrichtung eines sogenannten Translational Research Centers, das als Bindeglied  zwischen Universitäten und Firmen Forschungsergebnisse für den Patienten verfügbar machen soll. 

Die geplante Ausweitung des Erfolgsmodells Forschungsprämie ist ebenfalls ein vielversprechendes Instrument zur Stärkung von innovativen Life Science Firmen. „Im Sinne der Ergebnisse der Wertschöpfungsanalyse ist die Erhöhung der Forschungsprämie eine volkswirtschaftlich intelligente Investition in den heimischen Standort. Wir freuen uns, dass sowohl Vizekanzler Mitterlehner als auch Staatssekretär Mahrer hier nun Prioritäten setzen wollen“, erklärt Hofinger und hofft auf die zügige Umsetzung der zahlreichen Maßnahmen der Zukunftsstrategie Life Sciences und Pharmastandort.

Wien, 24.11.2016

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Der Hauptverband lenkt mit jüngsten Vorwürfen von interner Reformnotwendigkeit ab

Mit gerade einmal 12 Prozent machen die Arzneimittelausgaben nur einen kleinen Teil des Gesundheitssystems aus. Durch ihre Solidarbeiträge leistet die Pharmawirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur Dämpfung der Kosten im Gesundheitswesen. Auf der anderen Seite ermöglicht sie durch stetige Forschung und Innovation nicht nur die Heilung von zahlreichen Krankheiten, sondern auch damit verbundene Einsparungen durch Verkürzung von Krankenhausaufenthalten.

Trotz alledem wird die Pharmawirtschaft regelmäßig mit ungerechtfertigten Vorwürfen seitens des Hauptverbandes konfrontiert und die Bevölkerung mit falschen Prognosen verunsichert. "Es wird Zeit, dass der Hauptverband seinen Fokus auf andere Einsparmöglichkeiten legt und seine ineffizienten Strukturen unter die Lupe nimmt", reagiert Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie mit Unverständnis auf die vom Hauptverband veröffentlichten Bedrohungsszenarien. "Das Pharmawachstum erreicht heuer nicht einmal drei Prozent. Das Hauptaugenmerk beim Thema 'Medikamente' sollte daher endlich wieder auf den Nutzen für den Patienten gelegt und die positiven Effekte für die Volkswirtschaft betrachtet werden. Der Wert eines Medikaments muss auch an den Einsparungen bemessen werden, die es durch Heilung und Verkürzung von Krankheiten erzielt."

Der Fachverband sieht im ökonomischen Umfeld keine Begründung für die Vorwürfe des Hauptverbands. "Die Krankenkassen prognostizieren für das heurige Jahr dank des Solidarbeitrags der Pharmawirtschaft einen Überschuss von 48 Millionen Euro. Die Pharmawirtschaft ermöglicht den Kassen darüber hinaus laufende Einsparungen durch Preissenkungen und Rabatte. Außerdem leistet die Pharmawirtschaft mit 18.000 Beschäftigten einen bedeutenden Beitrag zur Volkswirtschaft", hält Hofinger abschließend fest.

Wien, 30.09.2016

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Pharmawirtschaft ermöglicht Krankenkassen positive Prognose für 2016

Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie, in dem auch die heimische Pharmawirtschaft Mitglied ist, sieht darin die Bestätigung, dass die Prognose des Fachverbandes für die Steigerung der Medikamentenkosten richtig war. Mittlerweile rechnet auch der Hauptverband selbst für 2016 nur noch mit Steigerungen von 4,1% - und erhält im Gegenzug von der Pharmawirtschaft 125 Mio. an Solidarbeiträgen. Bringt man diese zum Abzug, verzeichnen die Firmen für heuer ein Negativwachstum.

 

Die Zahlungen der Krankenkasse für Medikamente belaufen sich auf lediglich 12 Prozent der gesamten österreichischen Gesundheitsausgaben. „Auch wenn die Pharmawirtschaft weiterhin bereit ist, ihren Beitrag zur Dämpfung der Gesundheitsausgaben zu leisten, so sollte nun seitens des Hauptverbands der Fokus auf weitere Reformen gelegt werden“, fordert Hofinger. „Es sind nicht zuletzt die Strukturen und eigenen Einrichtungen der Krankenkassen, welche die Kosten in die Höhe treiben. Hier schlummert ebenfalls beträchtliches Einsparungspotenzial.“

 

Weitere Reformmöglichkeiten sieht Hofinger in der Anstaltspflege: „In Österreich werden 6,3 Akutbetten auf 1000 Einwohner finanziert, während man zum Beispiel in Schweden mit 2,5 Betten auskommt. Es ist an der Zeit, auch Ausgaben jenseits der Medikamente unter die Lupe zu nehmen und hier Einsparungen anzudenken.“


Wien, 16. 8. 2016

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Mag. Dorothea Pritz

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WKÖ-FCIO zu Medikamentenkosten: Dank Solidarbeitrag der Pharmaindustrie keine Finanzierungslücke vorhanden

Ein höfliches Ersuchen, bei den Tatsachen zu bleiben, richten die Unternehmen des Fachverbands der Chemischen Industrie (FCIO) an Mag. Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse. „Es gibt keine Finanzierungslücke in der angegebenen Höhe. Die heute vom Hauptverband präsentierten Zahlen für 2015 zeigen, dass wir mit unserer Prognose vom Spätsommer recht behalten haben: Das Wachstum der Medikamentenkosten 2015 war mit 5,4 % deutlich unter den monatelang von Kassenvertretern getrommelten Szenarien“, stellt FCIO-Geschäftsführerin Sylvia Hofinger fest.

Die letzte Woche in den Raum gestellten Summen lassen befürchten, dass rund um die Ende Jänner begonnen Verhandlungen zur Modernisierung des Erstattungskodex erneut defizitäre Bereiche querfinanziert werden sollen, anstatt Sparmaßnahmen im eigenen Haus umzusetzen. Hofinger: „Wir weisen seit Monaten auf die zahlreichen Einsparungspotenziale bei den Krankenkassen hin. Die Liste ist lang und reicht von den Verwaltungskosten bis zum Betrieb der kasseneigenen Einrichtungen. Allerdings werden diese Vorschläge geflissentlich übersehen. Auf der anderen Seite wird scheinbar versucht, mit dem Nennen von nicht nachvollziehbaren Finanzierungslücken den Druck auf die Industrie zu erhöhen und politisch eine Sanierung mit fremden Mitteln vorzubereiten.“

Dies geschehe vor dem Hintergrund eines verlängerten Rahmen-Pharmavertrags, der 2016 die Rekordsumme von 125 Millionen Euro an Solidarbeiträgen von der Industrie für die Kassen vorsieht. Auf der anderen Seite wurden jüngst Berichte in den Medien publik, wonach die heimischen Krankenkassen ein Reinvermögen in der Höhe von 2,5 Milliarden Euro aufweisen. „Alle Mitglieder der Selbstverwaltung haben das gemeinsame Interesse, die Mittel der sozialen Krankenversicherung so effizient wie möglich einzusetzen sowie Innovationen im Therapiebereich so rasch wie möglich zu den Patientinnen und Patienten zu bringen.“ Die Verhandlungen der kommenden Wochen und Monate sollten auf diesem Konsens aufbauen und nicht auf Zahlen-Polemik.

Der Fachverband der Chemischen Industrie ist die gesetzliche Interessensvertretung der produzierenden Pharmaindustrie in Österreich. Diese stellt mit 15.000 Arbeitsplätzen und einer Exportquote von 75% einen wichtigen Pfeiler der heimischen Industrie dar.

Wien, 15.02.2016

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Pharmawirtschaft: Grundsatzeinigung auf Verlängerung des Rahmen-Pharmavertrages

„Mit der aktuellen Grundsatzeinigung zwischen der Pharmawirtschaft und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist der Weg frei für eine Vertragslösung und damit für eine Rückkehr zur Partnerschaftlichkeit zum Wohl der Patienten“, sagt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie in der WKÖ.

„Die Einigung bedeutet einen wichtigen Schritt zur Vermeidung von gesetzlichen Zwangsrabatten für Arzneimittel in Österreich, die extrem negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort gehabt und zur Verlagerung von Investitionen geführt hätten“, hebt Hofinger hervor. Dadurch war auch zu befürchten, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit innovativen Arzneimitteln nachteilig beeinträchtigt worden wäre. Weiters drohten durch eine derartige Regelung negative Auswirkung im Bereich Forschung, etwa bei der Durchführung von klinischen Studien.

Konkret beinhaltet die Grundsatzeinigung folgende Eckpunkte:
Der bestehende Vertrag wird um drei weitere Jahre verlängert. „Einem hohen Fixbetrag am Anfang der Laufzeit steht positiver Weise ein Abzielen auf das tatsächliche Wachstum in den Folgejahren gegenüber. Dadurch konnte die Forderung der Pharmawirtschaft nach einem dynamischen, faktenbasierten Modell ab 2017 verankert werden“, hält Hofinger fest: „Damit sollte für die Zukunft sichergestellt werden, dass es zu keinen Quersubventionierungen anderer defizitärer Bereiche kommt.“

Besonders wichtig wird jetzt sein, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Branche im Sinne der Einigung gemeinsam und partnerschaftlich so weiterzuentwickeln, dass eine leistungsfähige Pharmawirtschaft die bestmögliche Versorgung für die Patienten sicherstellen kann.

Wien, 11. 11. 2015

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Mag. Sylvia Hofinger

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Pharmawirtschaft: Phantasiezahlen der Krankenkassen führen bewusst in die Irre

Als "unsachgemäß" und "bewusst irreführend" bezeichnete heute, Mittwoch, die Geschäftsführerin des Fachverbandes der chemischen Industrie, Sylvia Hofinger, zu dem die Pharmawirtschaft ressortiert, die Angriffe der Obfrau der WGKK, Ingrid Reischl. "Es gilt vielmehr die Krankenkassen bei ihren Ausgaben in die Pflicht zu nehmen. Im Sinne der Versicherten wäre es an der Zeit, mehr Spargesinnung an den Tag zu legen, damit Leistungen in gleicher Qualität geboten und nicht in wilder Manier von der Pharmawirtschaft Sanierungsbeiträge eingefordert werden. Denn Zwangsrabattierungen können keine Budgetlöcher stopfen", so Hofinger. Die Lücke in Höhe von einer Mrd. Euro, von der Reischl spricht, könne nicht auf die Pharmawirtschaft rückgeführt werden, hierfür seien andere Kostentreiber wie beispielsweise die eigenen Einrichtungen und Verwaltungskosten verantwortlich.

Wiederholt habe man darauf hingewiesen, dass der vorliegende Gesetzesentwurf der einen Zwangsrabatt in Höhe von 125 Mill. Euro beinhaltet, einen verfassungsrechtlich bedenklichen Eingriff darstellt. Im Hintergrund werden mit geschönten Zahlen hantiert, die nicht die tatsächliche Entwicklung bei den Arzneimittelkosten abbildeten. Konkret belaufen sich die Steigerungsraten bei den Medikamentenkosten im September bei 1,6 Prozent, im Gesamtjahr wird mit knapp fünf Prozent gerechnet und nicht wie kolportiert rund acht Prozent. "Offensichtlich soll mit diesen Phantasiezahlen eine bewusste Irreführung betrieben werden", so Hofinger.

Gleichzeitig ist im Gesetzesentwurf ein Raster vorgesehen, nach dem die Rabattierungen vorgenommen werden sollen. Innovative, hochmoderne Medikamente würden demnach mit bis zu 15 Prozent zu rabattieren sein. Dies könne aber zu Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Medikamente führen bzw. könnten Medikamente vom Markt zurückgezogen werden. "Diese Entwicklung ist klar abzulehnen, denn sie führt zu einer Politik auf dem Rücken der Patienten", so Hofinger.

"Die Pharmawirtschaft hat sich in der Vergangenheit immer gesprächsbereit gezeigt und einen ausgewogenen Vorschlag auf den Tisch gelegt. Dieser beinhaltet Solidarleistungen von 160 Mill. Euro für die kommenden drei Jahre", so Hofinger. Jetzt von "Raubrittertum" zu sprechen, habe jedenfalls den Nachgeschmack von absichtlicher Falschdarstellung in der Öffentlichkeit.

Wien, 29. 10. 2015  

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Pharmazwangsrabatte: Verfassungswidriger Eingriff in Grundrechte und Verstoß gegen EU-Recht

"Der Begutachtungsentwurf des Gesundheitsministeriums zur ASVG-Novelle, mit der gesetzliche Zwangsrabatte für die Pharmawirtschaft festgeschrieben werden, ist ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte und schädigt den Wirtschaftsstandort Österreich" äußerst sich Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, zum vorliegenden Gesetzesvorhaben. Namhafte Verfassungsjuristen haben in einem Gutachten festgestellt, dass der Entwurf gegen die Eigentumsgarantie, die Erwerbsfreiheit und den Gleichheitsgrundsatz verstößt und im Widerspruch zum EU-Recht steht.

Mit dieser verfassungswidrigen Zwangsmaßnahme sollen jährlich über 125 Mio. Euro von den betroffenen Firmen lukriert werden. Als Rechtfertigung dafür werden vom Hauptverband und dem Gesundheitsministerium bereits seit Monaten überhöhte Wachstumsraten bei Arzneimittelausgaben angeführt. Dies entspricht jedoch weder der tatsächlichen Absatzentwicklung noch den hauptverbandsinternen Prognosen: Bereits mit Beginn des zweiten Halbjahres 2015 ist das Wachstum deutlich abgeflacht, die hohen Steigerungsraten gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Und auch die Prognosen des Hauptverbandes gehen im Unterschied zu den medial kolportierten Zahlen von lediglich 5,4 % Steigerung im Jahr 2016 aus.

Solidarbeitrag: Pharmawirtschaft bietet dynamisches Modell

Die Pharmawirtschaft leistet bereits seit 2008 einen freiwilligen Solidarbeitrag und ist bereit, diesen deutlich zu erhöhen - allerdings in Abhängigkeit der tatsächlichen Ausgabensteigerungen. Mit ihrem Vorschlag für ein dynamisches Modell bietet die Branche neben einem großzügigen Basisbeitrag zusätzliche Zahlungen bei Erreichen eines bestimmten Wachstums an. Das Modell ist faktenbasiert sowie fair und transparent und bietet für alle Seiten Planbarkeit.

Die Ablehnung dieses Angebots zeigt deutlich, dass es lediglich darum geht, von strukturellen finanziellen Problemen im Bereich der Krankenkassen abzulenken: Noch immer leistet sich Österreich 22 verschiedene Kassen mit stark steigenden Verwaltungsausgaben und großzügigen Pensionsregelungen, teure eigene Einrichtungen und einen überdimensionierten Spitalsbereich.

Dringender Appell: Begutachtungsentwurf zurückziehen

Statt wie oftmals angekündigt Strukturreformen endlich anzugehen, sollen nun Pharmaunternehmen per Gesetz dazu verpflichtet werden, sämtliche defizitären Bereiche der Krankenkassen quer zu subventionieren. "Eine derart wirtschaftsfeindliche Vorgangsweise wird Österreich nicht in die Champions League bringen sondern den Abstieg in die Bezirksliga einleiten", so Hofinger weiter.

Die Pharmawirtschaft fordert die politischen Entscheidungsträger daher dringend auf, diese unverhältnismäßige Belastung einer äußerst innovativen und forschungsintensiven Branche, die in Österreich 18.000 Mitarbeitern hoch qualifizierte Arbeitsplätze bietet und damit Patienten bestmöglich mit Medikamenten versorgt, zurückzunehmen.

Wien, 19. 10. 2015

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Arzneimittelausgaben: Pharmawirtschaft bietet konstruktiven Lösungsvorschlag

"Die beim gestrigen Gesundheitsausschuss von Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser genannten Wachstumsraten bei Arzneimittelausgaben entsprechen weder der tatsächlichen Absatzentwicklung noch den hauptverbandsinternen Prognosen", stellt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie in der WKÖ, fest.

Die Prognosen gehen im Unterschied zu den medial kolportierten Zahlen von lediglich 5,4 % Steigerung im Jahr 2016 aus. Bereits mit Beginn des zweiten Halbjahres 2015 ist das Wachstum deutlich abgeflacht, die nach wie vor in die Diskussion eingeworfenen hohen Steigerungsraten gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

Pharmawirtschaft schlägt transparentes, dynamisches Modell vor

Um eine angemessene Verhandlungslösung über die Höhe eines freiwilligen Solidarbeitrags der Pharmawirtschaft an den Hauptverband zu erzielen, wird es daher nötig sein, die Diskrepanz zwischen tatsächlichem Wachstum und überhöhten Prognosen aufzulösen, so Hofinger. Die Pharmawirtschaft hat dafür einen objektivierbaren und faktenbasierten Ansatz in die Gespräche eingebracht, der von den Verhandlungspartnern weiterverfolgt werden sollte.

Mit diesem dynamischen Modell erklärt sich die Pharmawirtschaft bereit, ihren Solidarbeitrag in Abhängigkeit der tatsächlichen Ausgabensteigerungen zu leisten. Neben einem großzügigen Basisbeitrag der Branche sollen zusätzliche Zahlungen nur bei Erreichen eines bestimmten Wachstums geleistet werden. "Das Modell ist fair, transparent und bietet für alle Seiten Planbarkeit. Die Pharmawirtschaft ist bereit, wie bisher zur nachhaltigen finanziellen Absicherung der Krankenkassen beizutragen, damit das Wachstum bei den Ausgaben für Medikamente im vereinbarten Korridor bleibt. Aber die Firmen stehen nicht dafür zur Verfügung, andere defizitäre Bereiche der Krankenkassen quer zu subventionieren, was offenbar der Zweck der überzogenen Forderung wäre", stellt Hofinger klar.

Diese Defizite sollten durch das Nutzen hinlänglich bekannter und vorhandener Einsparungspotentiale abgedeckt werden, statt die gesamte Belastung auf die Unternehmen der Pharmabranche abzuwälzen. Ein erster Ansatz dafür findet sich beispielsweise bei den Verwaltungsausgaben innerhalb der Sozialversicherungen. Diese stiegen während der letzten sieben Jahre dreimal so stark wie die Arzneimittelausgaben.

Wien, 2. 10. 2015

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Mag. Sylvia Hofinger

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Medikamentenkosten: Hauptverband operiert mit überhöhten Zahlen und lenkt von wahren Problemen der Krankenkassen ab

"Die vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger wiederholt kolportierten Steigerungsraten der Medikamentenkosten entsprechen nicht den Tatsachen und lenken nur von den eigentlichen Kostentreibern im System ab", stellt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie, in dem auch die heimische Pharmawirtschaft Mitglied ist, fest. Auch wenn es im ersten Halbjahr noch zu Steigerungen von etwa 8 % gekommen ist, so ist das Wachstum seither deutlich abgeflacht und wird im 2. Halbjahr nur noch bei ca. 3 % liegen. Wenn man die freiwilligen Zahlungen und Rabatte der Pharmaunternehmen mitberücksichtigt, beträgt die sogenannte "Pharmalücke" zwischen Einnahmen und Ausgaben im Bereich der Arzneimittel lediglich rund 10 Millionen Euro anstelle der vom Hauptverband geforderten 125 Millionen.

Kreative Zahlenspiele

Die Zahlen werden vom Hauptverband offenbar bewusst hochgerechnet, um die Pharmawirtschaft für seine zahlreichen eigenen Versäumnisse zur Kasse zu bitten: Die Umsetzung der Gesundheitsreform ist ins Stocken geraten, dringend notwendige Reformschritte werden nach wie vor nicht angegangen. Österreich leistet sich 22 Sozialversicherungsträger samt Verwaltungsapparaten, im Spitalsbereich werden 6,3 teure Akutbetten pro 1000 Einwohner finanziert, während man in Schweden mit 2,5 Akutbetten auf 1000 Einwohner auskommt - dabei können sich die Schweden an einem Mehr von neun in Gesundheit verbrachten Lebensjahren erfreuen. Dazu kommen großzügige Pensionsregelungen bei den einzelnen heimischen Sozialversicherungsträgern, die aus den Beitragseinnahmen finanziert werden müssen.

Pharmawirtschaft leistet bereits außerordentlichen Beitrag

Die Pharmawirtschaft hat in den vergangenen Jahren wesentlich zur finanziellen Konsolidierung der Krankenversicherungsträger beigetragen und ist bereit, auch in Zukunft einen Beitrag zur Dämpfung der Ausgaben zu leisten. "Es kann jedoch nicht ernsthaft verlangt werden, dass im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen sämtliche defizitäre Bereiche der Krankenversicherungen querfinanzieren sollen", so Hofinger abschließend.

 Wien, 11. 9. 2015

Media Round Table: „Pharma macht gesund”

Das österreichische Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen – und damit auch die heimische Pharmabranche. Dabei leistet die heimische Pharmaindustrie Enormes. Die Diskussionen werden jedoch nur kostenseitig geführt“, waren sich Mag. Ingo Raimon, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI), Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKO und Initiator der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich, sowie Mag. Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreich, beim heutigen Round Table einig. Der demografische Wandel führt dazu, dass die Menschen immer älter werden und mitunter jahrelang von chronischen Erkrankungen und körperlichen Beeinträchtigungen betroffen sind. Gesundheit und Wohlstand sind zentrale Eckpfeiler einer florierenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaft betonen Raimon, Gleitsmann und Hofinger: „Wir brauchen ein stabiles, weitsichtiges und finanziell nachhaltiges Gesamtsystem sowie einen Schulterschluss aller Protagonisten.

 

 

16. März 2015

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Dr. Franz Latzko

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